“Am liebsten möchte ich sterben” ….sagte meine Klientin gestern. „Ich halte dieses Gefühl kaum mehr aus. Ich gehe langsam daran zu Grunde, wenn sich nichts ändert. Ich habe schon so viel getan, wirklich, aber egal was ich mache, es ändert sich nichts; ich schaffe es nicht mehr, am liebsten möchte ich sterben.”

Ich kenne diese Qual und ich kenne das Gefühl dahinter gut. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man einerseits nichts mehr fühlen kann und andererseits große Angst davor hat, von diesen schwarzen Depressionen wie durch einen Sog in ein dunkles Loch gezogen zu werden, weil man den Schmerz nicht mehr aushält. Ich erfahre es täglich in meiner Arbeit mit Menschen und ich erlebe es mit Menschen, die mir nahe stehen. Alle diese Menschen verbindet ein verzweifeltes und/oder total erstarrtes Inneres Kind, das sich durch nichts trösten oder heilen lässt.

Ja, das gibt es. Und dieses Kind will wirklich sterben, sofort. Es will nicht mehr da sein, es will nicht über rosa Wiesen im strahlenden Lavendellicht dahin tanzen. Es ist meistens eiskalt – dort wo das Kind sich befindet. Es ist nicht durch einen einzigen Kälteschock von außen erfroren. So ein Kind hat viel Kraft, Wärme, Liebe und natürliche Lebensfreude. Es braucht viele Schocks, bis es nach und nach immer mehr abspaltet und schließlich, wie zu Eis erstarrt. Es sind die ganz lieben, zarten, weichen, sensiblen Kinder, die irgendwann nicht mehr mitmachen wollen. Sie werden zu Eis, weil sie nichts mehr fühlen wollen, sie wollen einfach nicht mehr da sein, in dieser Eiswüste voller kalter, emotional erstarrter Wesen genannt Menschen. All das Leid, all die schlimmen Erfahrungen, all die Erschütterungen .. “Nein, nie mehr wieder!” sagen sich diese Kinder und verharren in dem eisigen, abgespaltenen Panzer einer grenzenlosen Trauer.

Alle Hilfen, alle therapeutischen Interventionen, alle spirituellen Konzepte und Übungen scheitern an diesem Kind, nichts hilft. Manche mögen mir jetzt widersprechen – ja macht das nur, jeder darf glauben, alles ist heilbar. Ich weiß, dem ist nicht so. Manchmal geht es nicht. Alle “Licht- und Liebe” universellen Heilversprechen sind machtlos angesichts dieses Schmerzes.  Das ganze Zurückgeben, Annehmen, Verzeihen, was auch immer, hilft keinen Millimeter – auch die Liebe kann nicht alles wieder gut machen, wenn ein liebendes Kind zu Eis erstarrt ist.

Es hat nämlich seinen Lebenswillen verloren. Es ist unsagbar müde vom Frieren, müde vom Aushalten und müde auf Veränderung zu hoffen, müde vor Enttäuschung. Ach, es hat doch alles schon versucht, aber der Schmerz ist nicht weggegangen. Es wurde vergessen, weggesperrt, ignoriert und jetzt hat es „gekündigt“ – für immer.

Und wenn da auf einmal jemand kommt und die Hand reichen, es trösten möchte, vielleicht noch viele Worte dafür verwendet, es ist nicht interessiert. Es glaubt nicht mehr, dass es besser werden kann und der Wächter hat es tief in die Verbannung gebracht, um das restliche System vor diesem Eiskind zu schützen. Es wird wie ein Virus behandelt, der das System zu zerstören droht, also wird es isoliert. Und so beginnt das innere Sterben, jeden Tag ein bisschen mehr. Man glaubte zu überleben, aber das ist nicht die Wahrheit.

Das Eiskind ist nicht durch den Verstand zu erreichen, es ist, wenn überhaupt nur über das Fühlen zu erreichen, in vielen tausend kleinen Schritten. Es kann nicht anders, denn es war nie jemand da, der fühlte, was es gefühlt hat, als es das und jenes erlebte. Es ist komplett taub gegenüber Worten. Ein erfrorenes Eiskind fühlt nichts mehr, außer kaltem Schmerz, stummer Verzweiflung und tiefer Trauer.

Es vertraut niemandem mehr, es ist zu oft enttäuscht und zu tief verletzt worden. Es reagiert auf keine “Aufwärmversuche”. Eine traurige Wahrheit, die diese armen Kinder in sich tragen. Und so leben sie Tag für Tag in ihrem ewigen Eis, das ihren Kummer umschließt und es scheint, als ob nichts das verändern könnte. Sie leben in einem Körper und sind doch schon längst innerlich gestorben.

Es verlangt viel Kraft zu akzeptieren, dass sich das vielleicht nie mehr ändern wird. Könnten meine Tränen diese Eiskinder schmelzen lassen, ich würde einen Ozean für sie weinen, aber auch das hilft ihnen nicht. Ich kann sie sehen und ihre Verzweiflung fühlen – es bricht mir jedes Mal von Neuem das Herz – ich stehe ohnmächtig diesem Schmerz gegenüber.

Manchmal gelingt es, so einen abgespaltenen Kindaspekt zu erreichen, manchmal, dann besteht die Möglichkeit, es wieder zu integrieren – wenn es das denn möchte, und man viel Zeit und Liebe dafür zu investieren bereit ist. Wenn es lieber gehen (sterben) möchte, darf es das!

Auch wenn es das im ersten Moment nicht glauben kann, es gibt jetzt eine Möglichkeit, diesen Kindanteil, der nicht mehr sein will, nach Hause zu bringen, ohne das Gesamtsystem Mensch permanent zu verletzen. Es geht nicht das “ganze” Kind, sondern der Teil, der nicht mehr kann und will, die anderen Kindteile bleiben erhalten. Ich kann den Teil, der sterben möchte, zurückbringen in die Seele, da wo es hergekommen ist. Diese Möglichkeit gibt es jetzt.

Ich habe den dafür zuständigen Instanzen der geistigen Welt (nach langen “Verhandlungen”) diese Alternative richtiggehend abgerungen, damit endlich Hilfe für das Kind gefunden werden kann. Denn wenn der Todeswunsch des Kindanteils so stark ist, es sich absolut weigert, wieder in dieses Leben zu kommen, wird es für den Körper immer schwerer, sich dagegen zu wehren. Es gibt dann kaum eine Verbesserung oder Heilung tiefer Depressionen, Krankheiten breiten sich aus, man stirbt einem langsamen, aber sicheren Tod entgegen. Selbstmordgedanken verschwinden auch nicht von alleine, denn diese Kinder stecken in einem Todeskanal fest und kommen weder vorwärts, noch können sie wirklich gehen.

Es gibt innere Anteile, welche zurückgehen können und es gibt viele, die können das nicht. Die inneren Anteile wissen meistens, in welche “Kategorie” sie gehören. Ich werde oft gefragt, wo sie denn hingehen würden: Sie gehen zurück zur Seele, müssen allerdings (irgendwann) wieder in eine Inkarnation mitgebracht werden um ihr altes Trauma, ihre Erfahrung, integrieren und heilen zu können. Die meisten dieser inneren Anteile sind ja über und durch die vielen Leben und Erfahrungen entstanden – ein großes komplexes Thema.

Ich wünsche dir viel Kraft, dich diesem schmerzhaften Thema zu stellen, damit du dich endlich diesem Eiskind in dir zuwenden kannst. Es hat nur dich ..

Alles Liebe, Renate

Om Mani Padme Hum ?

Om Mani Padme Hum ?

 

Hier noch ein gutes Video von Mike Hellwig mit dem Thema “Die tiefste Wunde berühren”, wo es wiederum um das innere Kind geht.

 

Da ich immer daran interessiert bin, dich näher kennen zu lernen, würde ich mich sehr freuen, wenn du unter diesen Artikel einen kurzen Satz darüber schreibst, was dich gerade am stärksten bewegt. ?

© 02/2017, Renate Hechenberger. All Rights Reserved. Bitte Beiträge NICHT kopieren. Du kannst gerne einen Blogbeitrag von mir Rebloggen oder ein Zitat aus einem meiner Blogbeiträge mit meinem Namen und einem Link zum jeweiligen Artikel auf meinem Blog einbinden. Danke.

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