Irrungen und Verwirrungen

Irrungen und Verwirrungen

Geschrieben von Steven Black

Mir begegnet immer wieder die Ansicht, dass diese Art von Arbeit und Auseinandersetzung mit sich selbst nur Leute machen müssten, die schwere Traumata erlebten. Die entweder sexuellen und/oder schweren physischen Missbrauch oder andere extreme Demütigungen erlitten haben. Mal abgesehen davon, dass solche massiven Formen von Traumata tatsächlich in die Hände von speziell dafür ausgebildeten Fachkräften gehört und mit spiritueller Entwicklung nicht zusammengewürfelt werden sollte – erleben alle Menschen traumatische Erfahrungen und viele davon wurzeln in den Kindheitsgeschichten. Deren Nachwirkungen wir bis in die heutige Gegenwart spüren. Es ist eine Last, die wir tragen, bis wir die Kraft und den nötigen Mut haben, diese prozessieren können.

Was ist ein Trauma?

Der Begriff selbst kommt aus dem Griechischen und bedeutet nichts anderes als Verletzung oder Wunde. Darunter wird jedes Erlebnis verstanden, dessen Bewältigung den Menschen überfordert. Eine emotionale und gleichzeitig psychische Erschütterung des Bewusstseins, wobei der jeweilige betroffene Mensch sich nicht in der Lage sieht, das erschütternde Erlebnis zu verarbeiten. Wie Mike Hellwig mit seinem Therapieansatz “Radikale Erlaubnis” zutreffend anmerkte, es ist nicht das schwierige Erlebnis selbst, welches das Trauma verursacht, sondern die Tatsache, das man alleine damit war.

Ein Trauma kann jede Erfahrung sein, die emotional und/oder psychisch nicht verdaubar gewesen ist. Psychologischen Untersuchungen zufolge muss ein schreckliches Erlebnis nicht zwangsläufig ein Trauma zur Folge haben. Bei Vergleichen von Kindern, die ein und dasselbe schlimme Erlebnis hatten, unterschieden sich diejenigen Kinder, die kein Trauma davongetragen hatten, einzig dadurch, dass jemand da war, der dem Kind half, die Erfahrung zu verarbeiten. Das wirklich traumatische an einer überwältigenden Erfahrung war nicht das jeweilige Erlebnis, sondern weil du als Kind damit alleine gelassen wurdest. Ein Hammer landete quasi auf deinem Kopf und dir dämmerte die Erkenntnis – “ich bin total alleine damit.” Das ist das wirkliche Trauma, das ist es, was nicht bewältigt werden konnte.

Viele Menschen haben solche Erfahrungen tief in sich begraben und haben oft keine, oder nur mehr geringfügige, Erinnerungen daran. Die Frage, die sich stellt ist – warum sollte ich, wenn ich eh keine Erinnerung mehr daran habe, mich extra damit auseinandersetzen? Das ist eine sehr gute Frage, deren Beantwortung vermutlich nur jene Menschen anspricht, die sich selbst und ihr Leben wirklich neu ordnen wollen. Die sich selbst auf ein völlig neues Niveau anheben möchten.

Meine persönlichen Erfahrung mit der Fühlarbeit ist, je tiefer man damit kommt, je tiefer man in sein eigenes Bewusstsein dringt, desto mehr staunt man, was dort so alles vorhanden ist. Da lernt man dann, wie verletzlich der Mensch wirklich ist und wie viel an Verdrängung, Vermeidungsstrategien und Verletzungen sich wirklich in einem befinden.  Es gibt in der spirituellen Szene viele unterschiedliche Konzepte, aber auch Aussagen, die einiges an Verwirrung beinhalten, die nicht nur wenig hilfreich sind, sondern vor allem verhindern und vermeiden, dass der Menschen wirklich in Kontakt mit seiner Wunde kommen könnte.

Kürzlich entdeckte ich dieses Bild, mit folgender Aussage: “Die Wahrheit über dein Herz: Dein Herz heilt sich selbst. Du musst dich um deinen Geist kümmern. Dein Geist sperrt Erinnerungen ein. Fragmente schmerzvoller Erfahrungen, die dich wie scharfe Klingen schneiden. Dein Geist hält dich nachts wach, bringt dich zum Weinen, wieder und wieder. Du musst deinen Geist überzeugen, dass er sich nicht darum zu kümmern braucht, weil dein Herz bereits weiß, wie es dich zu heilen hat.”

 

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Oder wie aus diesem Post auf Facebook:

„Der Körper kann nichts erschaffen, er ist tot. Nur der Geist der beschlossen hat, in ihm gefangen zu sein, erhält ihn am Leben. Wie wir unseren Körper wahrnehmen spiegelt exakt den Zustand des Geistes wieder ..

Wenn wir uns bewusst werden, dass wir in Wirklichkeit nicht im Körper – also nicht „hier“ sind, können wir erkennen, dass wir mit unseren Emotionen, Befindlichkeiten, Krankheiten usw. nichts zu tun haben, Gar nichts. Sie sind alle ausgedacht ..

Ich verrate Euch etwas aus eigener Erfahrung: Wir müssen diesen Scheiß, der uns leiden lässt nicht fühlen. Es ist eine Entscheidung. Der Entschluss, zu leiden hat einen Grund, den man verstehen muss – auch das Ego hat dasselbe Ziel wie der gesunde Anteil in uns: Der totale Frieden. Das ist immer das Ziel. Allein die Logik des Egos ist vollkommen wahnsinnig, weil es glaubt durch Leid, Tod und Vernichtung dorthin zu kommen ..“

Nein, iwo, wir sind nicht im Körper und wir haben mit unseren Emotionen oder gar Krankheiten natürlich üüüüüberhaupt nichts zu tun. Du hast keine Zähne, die dir manchmal ausfallen oder weh tun, du hast keinen Penis/Vagina, um sexuell mit anderen zu verschmelzen. Du hast kein Herz, kein Blut, das sind alles nur Illusionen des Ego. Nein, wir brauchen all das nicht zu fühlen, wir sind nämlich gar nicht hier. (Wusste wieder mal keiner) Wir leben in einem toten Körper, wo wir nichts fühlen müssen – wow! Diese Aussage ist ein spiritueller Bypass in höchster Vollendung – eine so gradlinige Fluchtbewegung, weg von sich selbst, verkauft als „höchste Wahrheit“.

Der unbändige Wunsch, die Wahrheit in sich nicht fühlen zu müssen, kann die unglaublichsten Vermeidungsstrategien produzieren, damit wir dem inwendigen Schmerz in uns ausweichen und damit uns selbst niemals begegnen. Ja, wir sind nicht nur unsere Geschichte, aber wir sind eben auch unsere Geschichte. Und diese Geschichte ist ganz persönlicher Natur, man löst sie nicht, indem man auf eine virtuelle Ebene flüchtet und behauptet, es wäre nicht wahr.

Dasselbe gilt für den obigen Absatz, wo behauptet wird, das Herz heile sich selbst. Ja genau, überzeuge einfach deinen Geist, dass er sich nicht darum kümmern muss, weil dein Herz weiß ja schon, wie es dich heilen wird. Überzeuge einfach deinen Geist davon… – das gehört für mich in die Rubrik -“spiritueller Glückskeks”. Ich weiß nicht, wie man auf so eine Idee kommen kann, vermute dahinter aber zu viel Lektüre vom Format – “die Kraft des Geistes”, oder, “die Macht der Gedanken”. Nur so kann ich mir vorstellen, dass man auf die Idee kommt, man müsse (oder könnte) seinen Verstand überzeugen. Schon klar, Gedanken sind wichtig, denn der Geist des Menschen, wenn er direkt in eine Richtung fokussiert wird, kann eine Menge bewirken.

Unsere Emotionen und Gefühle bilden die allerdings Grundlage für unser Denken.

Unser Denken gibt uns wiederum die Möglichkeit, was wir fühlen zu definieren, einzuordnen und zu bewerten. Denken und Fühlen beziehen sich ständig aufeinander. Die Emotionen sind aber vorrangig zu betrachten, sie sind die Grundlage und der Treibstoff, wodurch Gedanken nach Verwirklichung streben.

Nein, tut mir leid, das Herz weiß ganz sicher nicht, “wie es dich zu heilen hat”. Das Herz und das Herzchakra sind keine externen Kräfte, die von sich aus und eigenständig irgendwelche Transformationsarbeit leisten könnten. Sie sind zwar Teil des Gesamtsystems, aber Transformationsarbeiten sind Bewusstseinsprozesse, die der gesamte Mensch selber machen muss.

Schmerzvolle Erlebnisse werden abgekapselt und eingelagert, weil der Mensch mit seinem Leben ansonsten einfach nicht weitermachen könnte. Das abspalten und abtrennen von Anteilen ist ein neurologisch verankertes Notfallprogramm. Es startet vollautomatisch, sobald das emotionale und psychische Überleben bedroht wird. Die erste Erfahrung dazu haben wir meist in der Kindheit gemacht. Dabei wird der spezifische Anteil, der dieses schmerzvolle Erlebnis hatte, abgespalten und in Sicherheit gebracht, damit die menschliche Erfahrung weitergehen kann, Überleben gesichert ist.

Wenn so ein Teil von uns abgespalten wird, erfolgt ein Abbruch des kontinuierlichen Erlebens und der Entwicklung, denn solche Teile frieren dann sozusagen in ihrem Erleben ein, bleiben jedoch im Hintergrund aktiv. Abspaltung ist ein Notfallprogramm, zur Sicherung des Überlebens – und jeder Menschen, ausnahmslos, hat solche Erfahrungen in der Kindheit gemacht. Es wäre unmöglich beim gegenwärtigen Bewusstseinszustand der Menschheit – d.h. es ist  irgendwann sicher Traumata passiert. Der Mensch baut daraufhin und im Laufe seines Lebens ein immer effektiveres, strategisches Abwehr– und Widerstandsverhalten auf, in der Begegnung mit anderen Menschen, und dem Leben an sich. Wir haben Barrieren erbaut gegen wirkliche Begegnungen. Denn in einer wirklichen Begegnung haben wir offene Herzen. Ein offenes Herz ist aber der Verletzlichkeit oftmals schutzlos preisgegeben. Deswegen haben wir ja soviel Angst uns wirklich zu öffnen – verständlicherweise, denn wir könnten ja wieder verletzt werden.

Die hauptsächlichen Probleme des Menschseins liegen auf der Gefühlsebene und nicht im Verstand und das ist eine 100% Kehrtwendung vom üblichen Denkprogramm, mit dem wir im Westen alle großgezogen wurden.

Bei den meisten Menschen ist die Herzebene ziemlich verletzt. Der Emotionalkörper (fühlen) ist dem Mentalkörper (denken) vorgelagert. Wir fühlen, bevor wir denken – immer. Unser Denken gibt wiederum den Gefühlen Bedeutung und Definition.

Wenn der Verstand eines Menschen die wildesten Verrenkungen macht – was passieren kann und jeder natürlich selbst erfahren hat – so ist dies den emotionalen Ungleichgewichten im Menschen geschuldet, welche den Verstand (auf unterschiedlichen Ebenen) maßgeblich beeinflussen. Wenn sich unverdaute, emotionale Energien in uns zu stauen beginnen, dann erzeugt dies eine Anspannung in uns, die bis tief in die Zellen, Muskeln und die gesamte Knochenstruktur dringt. Diese Spannungsvibration ist es auch, die unseren Verstand und unseren Körper in einen kontinuierlichen Stresszustand bringt.

image_thumb[5][2]Aus diesem Grund ist Körperarbeit ebenfalls wichtig. Ich empfehle die “Trauma Release Exercises” (TRE) Methode, nach David Berceli – sie wird auch “neurogenes Zittern” genannt. Die von David Berceli entwickelte TRE®-Übungsserie zielt auf die dem Organismus innewohnenden Lösungsmöglichkeiten muskulärer Verspannungen ab, die in Stress und jeglicher Form von Trauma eine zentrale Rolle spielen. Das Buch kann man hier erwerben: http://niba-ev.de/

Es ist diese innere Anspannung, wenn dein “Geist dich nachts wach hält”. Nur selten ist Menschen bewusst, wie stark ihre eigene, innere Anspannung ist. Man gewöhnt sich an diese innere Anspannung, welche aus verdrängten, abgespaltenen, unverdauten Erfahrungen innerer Anteile und der dabei entstandenen Emotionen resultiert. Man kennt es nicht anders und empfindet daher den Stresszustand als normalen Zustand. Vielen Menschen ist überhaupt nicht klar, dass ihr Nervensystem in einem konstanten, reaktiven Alarmzustand ist. Wenn die Menschen das nicht fühlen, wenn sie sich selbst zu wenig fühlen, dann leuchten einem solche Erklärungen, wie etwa – der Verstand sei “das Übel” und andere unausgegorene Projektionen, durchaus ein.

Wenn irgendwelche, sogenannte negative Gedanken aufsteigen und uns überfallen, dann ist das nicht, weil wir anscheinend unfähig sind, “den Geist zu überzeugen”, er solle das bitte nicht tun. Nein, das ist spirituell verbrämter Unsinn. Der Grund dafür ist, weil unterhalb der unangenehmen oder als stressig empfundenen Gedanken ein Gefühl, eine Emotion liegt, die an die Oberfläche möchte, gesehen und anerkannt werden will. Aus demselben Grund funktioniert “positives Denken” nicht  – es kann nicht funktionieren, wenn die emotionale Fühlebene nicht geklärt ist. Eine positive Ausrichtung ergibt sich natürlicherweise, wenn die emotionalen Themen integriert und abgehakt sind.

Wie bitte schön, soll “das Herz” irgendetwas heilen können, wo doch die Herzebene der Menschen am meisten verletzt ist? Kann mir das mal bitte jemand erklären? Wer das nicht glaubt, sollte mal eine Aufstellung dazu machen. Da sieht man dann sehr genau, was wirklich los ist mit dem menschlichen Herzen. Aufstellungen sind ein regelmässiger, praktischer Teil meines Lebens. Wir machen viele Aufstellungen, weil es ein sehr wertvolles, ausgezeichnetes Diagnosewerkzeug ist. Als wir in einer der CoReOn Gruppen die Chakren der Teilnehmer aufstellten, da waren wir alle sehr überrascht, was dabei herausgekommen ist. Da liegt dann eine Person, welche die Energie vom Herzchakra übertragen bekam, zusammengerollt in der Fötushaltung mit dem Gesicht gegen die Wand, abgewandt von den anderen Chakren und sagte – “ich fühle mich erkaltet, richtig eingefroren”… „ich mag nicht mehr, ich will gehen“ ..

Im Jahre 2010 las ich einen Artikel von einer bekannten spirituellen Lehrerin –  die den Leuten empfahl, man solle alle Verletzungen einfach ins Herzchakra reinnehmen, das würde es dann transformieren. Das ist meiner Meinung nach unglaublich verantwortungslos, eine verletzte Ebene mit weiterem Schmerz vollstopfen, anstatt ihn zu verdauen und aktiv zu prozessieren. Herzkrankheiten sind ja nicht zufällig eine der häufigsten Todesursachen.

Der spirituell orientierte Mensch ist ein Suchender, so wurde es immer genannt. Instinktiv, ohne es wirklich erfassen zu können, weiß der Suchende, dass ihm etwas fehlt – denn er fühlt sich nicht ganz. Wonach sucht er? Ist es wirklich Spiritualität oder eher Heilung? In der heutigen Zeit ist es auch sehr modern geworden, nach einem Seelenpartner oder seiner Zwillingsflamme/Dualseele zu suchen. Auch der “normale Mensch”, der ohne spirituelles Interesse ist, sucht ständig nach einem Partner, der ihn irgendwie ausfüllt und mehr ganz machen soll. Das bedeutet, wir übertragen und projizieren damit auf andere Menschen die Verantwortung und die Macht, uns glücklicher und vollständiger zu machen. Das ist nicht nur unfair, sondern auch unmöglich, das kann nur schiefgehen.

Andere Menschen mögen uns viel geben können und andere Menschen sind natürlich wichtig, weil wir als Menschen nun einmal soziale und fühlende Wesen sind. Aber andere Menschen können uns nicht wieder ganz-machen, denn was uns wirklich fehlt, wonach wir im Grunde wirklich suchen, sind die verletzten, abgetrennten Persönlichkeitsanteile von uns selbst. Diese Ganzheit werden wir nie erfahren, wenn wir uns nicht uns selbst, unserem Innersten, zuwenden. Sie ist nicht möglich durch andere Menschen oder irgendwelche anderen Angebote im außen, nicht durch “positives Denken” oder sonstige Glückskeksboten, zu finden. Und es wird nie möglich sein, wenn wir nicht aufhören vor uns selbst wegzulaufen.

Wer hätte gedacht, dass diese Ganzheit in all den Dingen zu finden ist, die wir von uns wegschieben, die wir leugnen, die wir vermeiden? Dass es in unseren Schattenseiten zu finden ist, ausgerechnet dort, wo eigentlich kaum jemand hinschauen will? Dass Ganzheit in unseren Schatten zu finden ist? Dieser Begriff der Schatten ist übrigens auf Carl Gustav Jung zurückzuführen, der die Gesamtheit all unserer Verleugnungen, unseres Schmerzes und unsere Traumen unter diesen Begriff zusammenfasste.  Er sagte: “Der Schatten ist alles das, was du auch bist, aber auf keinen Fall sein willst.“

Wenn wir uns nicht mit unseren Schattenseiten, also unseren eingefrorenen, abgespalteten, ungeliebten Teilen, nicht auseinandersetzen, dann blockiert dies die persönliche Lebenskraft, behindert unsere Beziehungen und ist dafür verantwortlich, dass unsere Träume sich nicht verwirklichen. Wir werden unsere Verwundbarkeit, unsere Verletzlichkeit weiter vor anderen Menschen und uns selbst verstecken, um uns beschützt und sicher fühlen zu können. Das macht uns unnahbar und es verhindert, dass wir in Verbindung mit unserem Innersten sind.  Wir ziehen weit vorausschauend und oft willkürlich Grenzen, in der Absicht, sicheren Raum für uns zu schaffen, aber kapseln uns dadurch immer stärker in eine Blase ein, wo uns nur mehr wenig erreicht. Und wir können niemand anderen dafür verantwortlich machen, denn wir selbst erschaffen diese Grenzen.

Entgegen der Annahme einiger Menschen, macht uns die Begegnung mit unseren Ängsten, unserem inneren Schmerz, unserer Hoffnungslosigkeit, unsere Wertlosigkeit und was noch so alles in “uns wohnt”, stärker und nicht schwächer. In dem Moment, wo wir in Kontakt mit unseren wirklichen Empfindungen gehen, die wir ansonsten gerne wegschieben, treten wir in Kontakt mit unseren inneren Anteilen, welche diese Gefühle und Erfahrungen gemacht haben. Indem wir bereit sind alles in uns zu fühlen, was wir sonst leugnen, abwehren und verstecken mussten, schlagen wir ein völlig neues Kapitel in der Beziehung mit uns selbst auf.

Es ist diese tiefere Beziehung mit uns selbst, die uns fehlt.

Das ist es, was wir alle suchen. Jeder dieser Teile, die verdrängt, abgespalten oder eingefroren wurden und deren Entwicklung stagnierte, trägt eine Portion unserer Lebenskraft und Energie, die uns nicht mehr zur Verfügung steht. Indem wir anfangen, dem Schmerz in uns, der Angst und den anderen schwierigen Empfindungen, welche diese Anteile tragen, zu begegnen, indem wir diese emotionalen Realitäten anerkennen und bestätigen, arbeiten wir aktiv an unserer Ganzheit. Der Emotionalkörper hat eine Verdauungsfunktion! Indem wir uns bewusst hinsetzen und fühlen, aktivieren wir diesen Verdauungsvorgang und die Energien können wieder zu uns zurückfließen. Ganzheit passiert, indem wir alle unsere Teile wieder zu uns zurücknehmen, sie anerkennen und fühlen.

Was sich hier so locker und flüssig liest, ist allerdings nicht so einfach, wie einige von uns wissen. Wir haben sogenannte Wächter/Beschützerstrukturen, deren Aufgabe es ist, uns vor dem Schmerz und den Ängsten unserer Anteile zu beschützen, um das Gesamtsystem intakt zu halten. Und diese Wächter versuchen zu verhindern, dass wir wirklich tief mit unseren Wunden in Kontakt kommen. Was bedeutet, die Wächter werden nur Stück für Stück mehr altes Trauma zulassen, wenn sie sehen, wir sind jetzt tatsächlich fähig dazu, unsere unverdauten Emotionen zu fühlen. Deswegen dauert es, bis wir wirklich in die Tiefe, an die Wurzel der Problematik kommen. Aber das ist in Ordnung, denn es braucht Zeit und die persönliche Erfahrung, dass man tatsächlich in die eigene “Unterwelt” gehen kann und unbeschadet wieder herauskommt. Das ist ein Prozess und er hat viele Ebenen.

Unsere Wunden verändern sich und wir bekommen die Weisheit, die Erkenntnisse und die Energie zurück, die mit der jeweiligen schwierigen Erfahrung in Zusammenhang steht. Der Mensch wird innerlich ruhiger, fühlt sich stabiler als je zuvor in seinem Leben und wird fähig, eine tiefere Beziehung mit sich selbst und anderen Menschen einzugehen, was das persönliche Leben enorm bereichert.

Until next time same station ..

Das ist der 2. Artikel aus der Exklusivreihe nur für Newsletter Abonnenten. Er ist jetzt freigegeben (ohne Passwort) und wurde neu überarbeitet..

https://stevenblack.wordpress.com/

Steven schreibt über viele Themen die sich rund um Bewusstheit, Transformation und Dergleichen drehen. Er schreibt auch über aktuelles Zeitgeschehen und was ihn gerade beschäftigt und inspiriert.

 

Om Mani Padme Hum ?

Om Mani Padme Hum ?

 

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Du fühlst bevor du denkst

Du fühlst bevor du denkst

Dieser Exclusivartikel ist jetzt freigegeben ..

Liebe Leserin, Liebe Leser,

Der Autor dieses Artikels möchte sich bei dir vorstellen. Mein Name ist Steven Black und ich schrieb diesen Beitrag exklusiv für die Abonnenten der CoReOn Academy – in welcher alle Projekte von Renate zusammen laufen. Ich arbeite seit Jahren mit Renate, um mich persönlich, spirituell und emotional weiterzuentwickeln und ich bin stolz darauf, mit ihr zusammen die CoReOn Academy in die nächsten Entwicklungsstufen begleiten zu dürfen.

Auf meinem Blog schreibe ich über viele Themen die sich rund um Bewusstsein, Transformation und andere Themen drehen. Meistens schreibe ich über aktuelles Zeitgeschen und was mich gerade beschäftigt und inspiriert. Wenn du mich näher kennenlernen möchtest, bist du herzlich eingeladen auf meinem Blog vorbeizuschauen.

geschrieben von Steven Black:

Jeder Mensch hat einen physischen Körper der als Kulminationspunkt seiner energetischen, feinstofflich basierten Körper dient. Man sagt auch Energiekörper dazu. Der physische Körper ist der Brennpunkt des gesamten, aus all den verschiedenen, feinstofflichen Körpern und Schichten bestehenden Feldes, welche zusammen den Körper formen, ernähren, beleben und durchdringen. Das ganze Feld der feinstofflichen Körper wird Aura genannt. Die feinstofflichen Körper sind untereinander alle durch die Chakren verbunden und durch diese fließen die Energien und Informationen über den ätherischen zum physischen Körper.

Innerhalb des physischen Körpers werden diese Energien und Informationen an die jeweiligen Knoten- und Verarbeitungszentren geleitet, die mit den spezifischen Informationen verknüpft sind. Das schließt das gesamte physisch existierende Netzwerk des Menschen ein – alle seine Organe, Drüsen, Blutkreislauf, Gehirnsynapsen, Nervensystem usw.

Der Emotionalkörper ist dem Mentalkörper vorgeschaltet und bevor wir denken fühlen wir.

Während jedoch die psychologisch– wissenschaftliche Betrachtung immer noch der allgemein akzeptierten Idee von der “Vorherrschaft des Verstandes” anhängt, sind es tatsächlich unsere Emotionen und Gefühle, welche die Grundlage für unser Denken bilden. Unser Denken gibt uns wiederum die Möglichkeit, was wir fühlen zu definieren, einzuordnen und zu bewerten. Denken und Fühlen beziehen sich ständig aufeinander. Die Emotionen sind aber stärker als der rein mentale Ansatz, sie sind die Grundlage und der Treibstoff, wodurch Gedanken nach Verwirklichung streben. Das hat etwas mit kreativer Schöpfung zu tun, welche wir bewusst einsetzen können, aber meistens läuft das eher sehr unbewusst im Menschen ab.

Es ist ein großer Irrtum, dass in diversen spirituellen Ansätzen ständig der Verstand als “Übeltäter” auserkoren wird, der einem das Leben scheinbar vermiest. Aber es ist verständlich, wie es zu diesen Ansätzen gekommen ist. Zweifellos gibt es viele Menschen, die mit vielfältigen “Hamsterrädern” gedanklicher Natur in ihrem Leben Probleme haben. Gedankenkreisläufe, die einen ständig auf Trab halten und wo der einzelne Mensch oft den Eindruck bekommen kann, er steht seinen eigenen Gedanken hilflos und ohnmächtig gegenüber.

Ob nun Gedanken der Selbstkritik, des Zweifels, jeder Menge Sorgen, Ratlosigkeit, Selbstablehnung, Selbsthass, usw. Problem betrachtet, Problem analysiert – aha, Problem erkannt – die Lösung lautete: Denke weniger! Lass den Verstand still werden Konzepte, denke positiv Ideen, bleib im Sein Ratschläge waren die Folge. Die psychologischen Ansätze schlugen sich vorwiegend in Gesprächstherapien, Mentaltraining, oder schlimmstenfalls in ärztlicher Medikamentierung nieder.

Du fühlst, bevor du denkst! Denken kommt danach, denken ist nach-denken.

Sicher, diese Gedankenkreisläufe kommen über den Verstand, aber er ist nicht der Verursacher davon, er ist lediglich das “ausführende Organ”, welches die vorhandenen emotionalen Daten entschlüsselt, interpretiert hat und wiedergibt. Die Ursache sind diverse emotionale Energien, die sich im Emotionalkörper zu stauen begannen und den freien Fluss von Energieaustausch, zwischen Emotional – und Mentalkörper “verdünnten”. Was bedeutet, der Verstand kann nur analysieren, interpretieren, ordnen und nach – denken, was an emotionalen Inhalten verfügbar ist.

Nehmen wir als ein Beispiel, einmal folgendes an: Du hast als Kind, als Jugendlicher oder auch als Erwachsener, ein Erlebnis mit einem anderen Menschen gehabt, wo du dich nicht Ernst genommen fühltest oder wo du vielleicht gedemütigt wurdest. Vielleicht schimpfst du in Gedanken mit dieser anderen Person, verurteilst sie und führst einige Zeit lang “Selbstgespräche” in dieser Hinsicht. Dieses Erlebnis fühlte sich natürlich gar nicht gut für dich an und du willst das eigentlich nicht fühlen. Und im Laufe unseres Lebens gab es viele derartige oder vergleichbar unerfreuliche Erlebnisse und Gefühle – bei allen Menschen.

Die übliche Herangehensweise besteht darin, dass man so ein Erlebnis so schnell wie nur möglich “vergisst”. Man unterdrückt und verschiebt die Gefühle der Ohnmacht, der Scham oder vielleicht auch der Wut, die auf derartige Erfahrungen folgen und “steckt” sie in das sogenannte Unterbewusstsein. Und das bedeutet, der Verstand erhält keine vollständigen Daten über dieses Ereignis, denn sie sind dann fehlbehaftet und somit nicht wirklich prozessierbar und das Ereignis kann nicht korrekt eingeordnet und verarbeitet werden.

Andererseits erzeugt der Verstand auch Emotionen und Gefühle, weil sich Emotional– und Mentalkörper ständig aufeinander beziehen. Fühlen und Denken reagiert und interagiert stets miteinander. Es sind miteinander verschaltete, aufeinander rückwirkende und bezugnehmende Prozesse. Fühlen ist die primäre Wahrnehmung des Menschen, Denken ist das, was danach passiert. Denken assoziiert, interpretiert und bewertet Emotionen. Das Denken hilft uns, die Gefühle und Emotionen einzuordnen. Natürlicherweise favorisieren wir gute Gefühle, wir wollen uns am liebsten nur gut fühlen. Unser Verstand archiviert und ordnet Erfahrungen innerhalb einer “gut oder schlecht Bewertungsskala” ein. Gute Gefühle – super, muss unbedingt wiederholt werden. Schlechte Gefühle – ne du, lass mal sein.

Nun assoziiert der Verstand aber jedes Gefühl, das auf ein x-beliebiges Erlebnis erfolgt, mit dem gesamten Inhalt, der in der jeweiligen Situation aufgetreten ist und gleicht es mit vergangenen Ereignissen ab. Nehmen wir weiterhin an, das beispielhafte Erlebnis der Demütigung fand in einer Küche statt, wo noch drei andere Menschen zugegen waren. Messerscharf analysiert er: Schlechtes Gefühl = Küche, 3 Menschen, die jeweiligen Worte an sich, Gerüche im Raum, etc. Im Grunde wird eine vollständige Aufzeichnung der ganzen visuellen, taktilen, olfaktorischen, akustischen und gustatorischen Sinneswahrnehmung gemacht und wird mit vergangenen, ähnlichen Erlebnissen abgeglichen.

Dein Bewusstsein wird daraufhin mit emotionalen Erinnerungen, also einem Gefühl eines früheren, weiter zurückliegenden Ereignisses konfrontiert, wobei sich die Gefühle in der Gegenwart und aus der Vergangenheit vermischen, obwohl die Situationen dazu nicht identisch sind. Das ist der Versuch deines Verstandes, dich zu unterstützen, aber das führt meist zu einer zusätzlichen Belastung. Wenn du kein selbstreflexives Bewusstsein entwickelt hast und deinen Verstand im Autopilotenmodus arbeiten lässt, ist dies die limitierteste Version, welche du über ein x-beliebiges Ereignis bekommen wirst. Autopilotenmodus bedeutet, dass niemand “im Cockpit” anwesend ist, der lenkt.

Das läuft so schnell und automatisch in uns ab, dass uns das völlig entgeht und es verwirrt uns. Diese unvollständigen Daten werden dann meist noch unerfreulichere Gefühle stimulieren, was wiederum zu anderen, gedanklichen Fehlschaltungen führen kann. Das kann zu diversen Inhalten in unserem Bewusstsein führen, wonach wir uns dann wertlos fühlen oder ungeliebt. Auch das schieben wir sofort von der “bewussten Bildfläche” weg und blenden es aus unserem Leben so gut wie nur möglich aus.

Der Verstand im “Autopilotenmodus” ist in dieser Hinsicht nicht sehr gut dafür geeignet, um angemessen zu bewerten. Dieser “Autopilotenmodus” ist eine Basisfunktion des Verstandes, kein sehr gut entwickeltes Werkzeug, um adäquat auf Emotionen und Gefühle zu reagieren. Vor allem dann nicht, wenn wir einen inneren Widerstand gegen bestimmte aufkommende Emotionen haben. Es ist der innere Widerstand, welcher den tatsächlichen Inhalt verzerrt und dem Verstand nur teilweise Informationen über den Gefühlsinhalt zukommen lässt. Der Verstand denkt in Ähnlichkeiten UND Unterschieden, er kann hochkomplexe Berechnungen anstellen, wenn der volle Inhalt von Informationen gegeben ist. Aber das würde ein selbstreflexives Bewusstsein und die Bereitschaft zum Fühlen erfordern.

Im vollautomatischen, unbewussten “Autopilotenmodus”, werden dann vielleicht Glaubensmuster aufgebaut, die in etwa so lauten könnten: “Weil es damals so gewesen ist, wird es auch künftig und immer wieder so passieren.” Oder, “weil es damals so oder so gewesen ist, werde ich ab jetzt nur mehr knallhart auf andere Menschen reagieren und mich nie wieder verletzen lassen.” Diese emotionalen Signaturen werden zu mentalen Geschichten, die wir uns über uns selbst und das Leben erzählen und wir projizieren sie ebenso auf die Zukunft. So kann es eventuell passieren, dass du dich in Küchen nicht mehr so wohl fühlst oder, dass du dich künftig in Gegenwart mehrerer Menschen unbehaglich und unsicher fühlst. Du beginnst vielleicht Menschen allgemein abzuwehren, die dir nahe kommen könnten.

Selbstreflexion würde bedeuten, du erkundest bewusst, warum du dich so schlecht gefühlt hast. Dabei entdeckst du vielleicht, dass es frühere, ähnliche Erfahrungen diesbezüglich gibt, die vielleicht weit in deine frühe Kindheit zurückreichen. Dort haben die meisten Emotionen ihren Ursprung, welche als negativ klassifiziert werden und dich scheinbar verfolgen. Dort liegt die Wurzel aller emotionalen Konflikte, die uns im Leben begleiten.

Fühlen kann nur durch Beziehung und Kontakt stattfinden, indem ich in Beziehung bin mit mir selbst, anderen Menschen und Situationen. Indem ich tatsächlich anwesend bin, im Kontakt mit meinen Gefühlen und Emotionen.

Ein anderes Beispiel: Susi hat gesagt, ich bin eine blöde, strohdumme Kuh. Ich fühle mich dadurch verurteilt, nicht ebenbürtig, unzulänglich und fühle mich gar nicht gut damit. Ich versuche dann diese unguten Gefühle, soweit es mir möglich ist, zu unterdrücken. Auf der Basis des Erlebten gebe ich Susi die Schuld dafür, wie ich mich fühle und ich entscheide daraufhin vielleicht, dass eigentlich Susi eine blöde, strohdumme Kuh ist und, dass ich mit ihr einfach nichts mehr zu tun haben will. Ich mache Susi dafür verantwortlich wie ich mich fühle und beginne vielleicht anzunehmen, dass andere Menschen eine Bedrohung für mich darstellen, wenn sie doch scheinbar die Macht haben, dass ich mich so schlecht wegen ihnen fühle.

Die nächste Reaktion auf dieses Erlebnis sind Vermeidungsstrategien und Verhaltensweisen, durch welche man glaubt, solche Emotionen künftig nicht mehr erleben und fühlen zu müssen. Der Mensch “panzert sich” indem er feinstoffliche Panzerungen kreiert, welche verhindern sollen, dass andere Menschen oder Ereignisse nicht mehr solch eine starke Wirkung auf einen haben. Bis zu einem bestimmten Grad funktioniert das tatsächlich, aber dies kommt mit einem heftigen Preis, der immer bezahlt werden muss.

Der Mensch beginnt sich dann selbst immer weniger zu fühlen. Starke “Kopfmenschen” haben starke Panzerungen und leben oft nur mehr in “ihrem Kopf”. Es gibt mehr solcher “Mr. Spock Versionen” (aus Raumschiff Enterprise) auf der Erde, als man glauben könnte. Eine große Mehrheit von Menschen lebt eigentlich ständig nur im eigenen Kopf und fühlen sich selbst und andere Menschen kaum mehr. Sie haben sich sozusagen eine “Teflonschicht” zugelegt und kaum Bewusstsein. Man hat sich strategische Verhaltensweisen angeeignet, um in allen möglichen, emotional “gefährlichen Situationen”, möglichst “cool” und gelassen zu bleiben. Das Wort “cool” ist gut gewählt, denn tatsächlich frieren wir auf diese Weise unsere Gefühle ein und reduzieren die emotionalen Äußerungen auf bestimmte gesellschaftlich akzeptable Versionen von emotionalem Ausdruck.

Ein Beispiel dafür wäre: Es ist scheinbar okay, öffentlich zu weinen und Traurigkeit zu zeigen, wenn ein geliebter Kinostar gestorben ist oder der eigene Fußballklub verloren hat. Nicht so okay hingegen scheint es zu sein, wenn man Tränen über sich selbst weint oder Tränen über ein Ereignis im eigenen Leben vergossen wird. Das ist natürlich ein extremes Beispiel, aber wir können solche öffentlich gezeigten Emotionen immer wieder irgendwo sehen.

Es existieren viele ungeklärte Themen und Erfahrungen, in allen Menschen, deren emotionaler Impakt nicht verdaut oder integriert werden konnte. Diese erlebten, unverdauten Gefühle erzeugen auch eine innere Anspannung im physischen Körper. Es mag vielleicht nicht die korrekte Bezeichnung sein, aber es fühlt sich wie eine elektrische Spannung in den Zellen und Muskeln an – Zzzzzssszzzzszzzzsssszzzzzsss, die sich mit der Zeit unmerklich erhöht. Der Mensch wird rastlos und ist immer “auf dem Sprung”, er lenkt sich ab, wo er nur kann. Durch die emotionalen Stauungen und durch physische, innere Anspannungen werden um sich selbst kreisende, gedankliche “Hamsterräder” kreiert, bestehend aus einer breiten Palette von Selbstkritik und ständigen Sorgen. Unter diesem Zustand leiden viele Menschen und sie werden das Gefühl nicht los, sie seien ihren Gedanken und Gefühlen ohnmächtig ausgeliefert.

Fühlen passiert im Jetzt, in der augenblicklichen Gegenwart. Der Verstand kann zwischen Vergangenheit und Zukunft switchen, aber das Fühlen geschieht im gegenwärtigen Moment. Es ist NICHT der Verstand, der die Verantwortung dafür trägt, wie wir uns fühlen. Das ist unsere persönliche Verantwortung, indem wir bewusst Fühlen UND Denken und im Kontakt sind, mit uns selbst, sowie dem unmittelbaren Moment. Wir haben uns als Menschheit leider sehr von uns selbst entfernt, weil wir mit dem vermeiden von Gefühlen verlernt haben, eine gute Beziehung zu uns selbst zu haben. Eine große Mehrheit von Menschen hat den Kontakt zu sich selbst, zur Umwelt und dem Leben an sich verloren. Die Ironie daran ist, indem versucht wird den Gefühlen auszuweichen, leiden wir. Die Menschheit bekam Angst VOR ihren Emotionen und Gefühlen, und damit Angst vor dem Leben, anderen Menschen, inklusive sich selbst.

Menschen stürzten sich in Ersatzbefriedigungen, die den emotionalen Hunger in ihnen befriedigen sollen, aber das erzeugt nur weiteres Leid. Alle existierenden Süchte beruhen auf einen emotionalen Mangel, der mit den Wunden unseres Emotionalkörpers zusammenhängt.

Wenn vom Fühlen die Rede ist, dann ist damit nicht “Eitel-Wonne-Sonnenschein” fühlen gemeint, sondern grundsätzlich die gesamte Bandbreite des Fühlens. Das bedeutet, man lässt auch die sogenannten “negativen” Gefühle und Emotionen zu. Das Leben ist nicht immer ein Zuckerschlecken, wir alle wissen das. Es wird immer etwas geben, was sich nicht so gut für uns anfühlt – das lässt sich nicht vermeiden. Vermeiden jedoch lässt sich, dass wir darunter leiden müssen, indem wir einfach lernen, wieder in bewussten Kontakt mit unseren Gefühlen zu kommen. Seien es gute oder negativ klassifizierte Emotionen. Denn jede Emotion, jedes Gefühl, hat etwas damit zu tun, wie es dir wirklich geht.

Alle Versuche deine Emotionen einfach “loszulassen”, sind von vornherein zum scheitern verurteilt. Genauso wenig ist es hilfreich, auf Leute zu hören, die dir erzählen wollen, dass du nicht deine Emotionen und Gedanken bist. All dieses “löse dich von Verhaftungen, löse dich von Identifikationen, löse dich von deinen Gefühlen und Gedanken, du bist reines Bewusstsein” Gerede, ist ein wunderbarer Weg, um ganz sicher den Kontakt mit dir selbst zu vermeiden. Man nennt es auch “spiritueller Bypass”, einen Weg zur Vermeidung der Realität.

Wenn du dich nicht gut fühlst, dann ist das eine Realität. Wenn du Liebeskummer hast, deprimiert bist, Sorgen hast, oder Angst – dann gibt es triftige Gründe dafür. Diese Gefühle zu leugnen, sie “loszulassen”, sich nicht mit ihnen identifizieren zu wollen oder sonstwie zu vermeiden, wird sie einfach nur stärker machen und vermehren. An einem bestimmten Punkt kommt es dann zur “kritischen Masse” und zu einem erhöhten inneren Leidensdruck. Wenn man den dann auch noch versucht zu ignorieren, kann es passieren, dass diese “emotionalen Tsunamis”, diese gestauten Gefühle, sich im Körper niederschlagen und unter anderem auch physische Krankheiten verursachen können.

Als Menschen haben wir die Fähigkeit zum Fühlen und zum Denken. Der Verstand – der Intellekt kann nicht fühlen, das ist auch nicht seine Aufgabe. Es ist auch nicht der Verstand, der die Ursache dafür ist, wenn wir leiden. WIR sind die Ursache, wir selbst, indem wir den Verstand dafür benutzen, um eine unerwünschte Realität zu vermeiden oder zu leugnen, sei es unbewusst oder sogar bewusst. Da sind wir als Menschen ziemlich kreativ, auf welche Weise wir die Wahrheit biegen und dehnen, um uns Geschichten auszudenken über Situationen, mit denen wir emotional schlecht zurechtkommen. Wenn in spirituellen Kreisen der Verstand getadelt wird, der Verursacher unserer Leiden zu sein, dann ist das aus meiner Perspektive ein Versuch, die Verantwortung für meine Gefühle abzuschieben.

Es braucht eine Instanz in uns, die bewusst fühlt, die bewusst denkt und bereit ist dazu, ständig zu hinterfragen, was für eine Bedeutung die Gefühle und Gedanken haben. Diese Instanz ist ein bewusstes Selbst, welches die Verantwortung und die Kraft dafür hat, zu fühlen, zu denken und zu handeln. Wenn du deine Emotionen nicht bewusst fühlen willst, dann können deine Emotionen DICH beherrschen und leiden lassen. Nicht fühlen wollen erzeugt Leiden. Die Probleme sind emotionaler Natur und NUR dort können sie gelöst werden.

Wenn du bewusst fühlst, dann bist du bei dir, genau da, wo du grade bist. Der Schwerpunkt des Fühlens findet im physischen Körper statt, der die wunderbare “Angewohnheit” hat, immer in der Gegenwart zentriert zu sein. Indem du dich auf das Abenteuer Fühlen einlässt, knüpfst du eine neue Beziehung mit deinem Körper und deinen Gefühlen. Deine Emotionen bewusst zu fühlen wird die inneren Anspannungen lösen, die in deinem Körper wohnen. Schwierige Emotionen “lässt man los”, indem man mit ihnen Kontakt aufnimmt, sie bewusst fühlt, wahrnimmt und anschließend integriert. Indem man grundsätzlich akzeptiert – “okay, du bist da, ich fühle dich”. Wirkliches “loslassen” ist “zulassen was da ist”. Man intellektualisiert die Gefühle nicht, analysiert nicht herum, man fühlt sie einfach nur. Man ist MIT den Gefühlen und akzeptiert sie, egal, welche Art von Gefühl an unsere Türe klopft.

Nicht du als der ganze Mensch ist unglücklich, depressiv, traurig oder was-auch-immer. Es ist nur ein bestimmter Anteil in dir, der mit diesen Gefühlen hadert und vielleicht grade eine schwere Zeit damit hat. Aber dieser Anteil wird, wenn wir seine Gefühle nicht wahrnehmen wollen, die in uns toben, das gesamte System lahmlegen. Als Mensch der ich bin, bin ich ein System vieler unterschiedlicher Teile und Aspekte. Der Mensch ist vielmehr ein WIR, als ein einzelnes Ich, aber alle Teile empfinden und nehmen sich als ein Ich wahr. So soll das auch sein, sonst könnte Individualität nicht funktionieren. Wenn du wieder bewusst fühlst, wird auch dein Verstand besser funktionieren und ruhiger werden. Sowohl der Emotional– als auch der Mentalkörper sind lediglich “Werkzeuge” des Bewusstseins, wodurch die gesamte Realität und Existenz zu uns “sprechen” kann und wir sie wahrnehmen können.

Ich meine, der nächste Schritt der menschlichen Evolution ist es zu erkennen, dass wir nicht dieses singuläre, einzelne und unteilbare In-di-viduum sind. Sondern dass wir aus einer Wahrnehmung von größerer Singularität heraus, das DaSein erleben. Wir sind nicht nur eine multidimensionale Wesenheit, sondern auch eine enorm facettenreiche, flexible, anpassungsfähige Multilevel-Persönlichkeit die ihr großes WIR aus der Perspektive eines Individuums und die das Leben durch diesen Kontext lebt.

Noch einmal: Wir sind als menschliche Wesen primär fühlende Wesen und erst in sekundärer Hinsicht denkende Wesen. Es ist nichts falsches am Denken, ebenso wenig am Fühlen. Genauso wenig an meditativer Gedankenstille und Spiritualität – aber alles davon findet in unterschiedlichen Räumen IN uns statt. Fühlen im Emotionalkörper, Denken im Mentalkörper, Meditation passiert im spirituellen Körper. Und wunderbarerweise fließt jede Bewegung innerhalb dieser energetischen Räume in uns, zum physischen Körper hin. Unser Körper ist der Mittelpunkt, die zentrale Einheit und momentaner Kern unserer Existenz.

Das Fühlen, wovon hier die Rede ist, hat also nichts mit “Licht und Liebe Romantik” zu tun, sondern mit der tatsächlichen Realität unserer emotionalen Erfahrungen, in Vergangenheit und Gegenwart. Dabei geht es darum, was immer auch gefühlt und wahrgenommen wird, vollumfänglich zuzulassen und zu akzeptieren, wie es grade ist. Es ist zwar menschlich verständlich, wenn wir mit diesen Emotionen keinen Kontakt haben wollen und sie einfach weghaben möchten, aber dadurch halten wir sie nur weiterhin fest und verstärken sie zusätzlich. Indem die “negativen” Gefühle zugelassen und bewusst wahrgenommen werden, entladen sie sich, werden integriert und von uns verdaut. Das ist klassische Schattenarbeit und führt dich wieder zu einer Einheit mit dir selbst zurück.

Until next time same station .. euer Steven.

Linknachweise:

https://stevenblack.wordpress.com/

Om Mani Padme Hum ?

Om Mani Padme Hum ?

© 01/2017, Renate Hechenberger.
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Vom Loslassen und ähnlichen Hühnern

Immer wieder lese ich ähnliche Kommentare auf diversen Blogs und Facebook wie der folgende, wo eine Person der anderen folgenden Ratschlag erteilt:

Lass alles los.
Auch die inneren Schatten. Ignoriere die Störfelder.
Konzentriere dich nur auf Licht und Liebe.
Die Zeit der langwierigen Therapien sollte vorbei sein.
Was wir wählen, wird unsere Realität.
Was bleibt in dir, wenn du alles losgelassen hast?
Nur Licht und Liebe, also Gott!

Klingt wie ein kleiner Eckhart Tolle, nicht wahr .. ?

Wenn es nicht so unsinnig wäre, müsste man lauthals lachen, denn genau das ist das Problem, welches Webseiten wie Achtung-Lichtarbeit.de zu ihren Mitgliedern verhilft. Ich weiß, schon wieder diese Webseite, aber wie ich schon in einem vorherigen Artikel erwähnte, viele Menschen kommen nicht mehr mit ihren Selbstdiagnosen, Pipifax”Lieb-Therapien“ und EigenBehandlungen nach Buch (oder Channel) XYZ zurecht und in ihrem Schmerz, Frust und Zorn laufen sie wieder zurück in die Arme von Mutter Kirche. Als ob dort Lösungen (Heilung) zu finden wären, also wirklich. Aber Religionen sind bekannte energetische „Räume“, die Sicherheit versprechen. Sie sind so verärgert und enttäuscht, dass sie tatsächlich eine Gruppe von Menschen, welche Homöopathie, Akupunktur, Kinesiologie oder sogar Bachblüten als „Werk des Teufels“ bezeichnen, für die bessere Alternative halten! Da fragt man sich allen Ernstes, in welcher Hölle sind wir hier gelandet? Sie führen sich auf wie hysterische Vierjährige, die ihr Gute Nacht Betthupferl nicht bekommen haben von der blöden Zauberfee. Und jetzt wird versucht, mit aller Gewalt wieder den alten, verschmutzten, durchlöcherten, abgelatschten Schuh anzuziehen, der doch schon vorher nicht mehr gepasst hat und sich eifrig einzureden, dass er doch super passt. Er ist ja soooooo bequem! Wer will den schon in neuen Schuhen herumlatschen? Da tun einem die Zehen schnell weh .. huch, ich hab Blasen, schau mal, böser Schuh ?

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© Shutterstock

Warum haben sie denn nach dem neuen Schuh gegriffen? Aber das war sicher der böse Teufel, der hat sie mal wieder verführt. Und um dem Ganzen noch den Narrenhut aufzusetzen, versuchen sie jetzt die ganze Welt davon zu überzeugen, dass es doch SOOOO gut ist mit dem alten Schuh. Aber ich bin mir sicher, Jesus wird sie schon von all dem Bösen erlösen. Der Arme. Er muss mal wieder Überstunden einlegen, und das noch nach 2000 Jahren … seinen Job hat wohl noch niemand wegrationalisiert. Vielleicht sollte ER sich mal mit dem griechischen Finanzminister austauschen. So ein „best practice meeting“ kann sich manchmal durchaus als nützlich erweisen ..

Wirkliche, echte Transformation dauert, das ist die unbequeme, nackte Wahrheit

Wie ich in meiner Praxis immer wieder feststelle, wird es zunehmend schwieriger, Menschen zu vermitteln, dass die Bearbeitung von Themen, Blockaden, Schmerzen, Schatten usw., die das bisherige Leben beeinträchtigt haben und die sie eigentlich ein Leben lang schon mit herumschleppen, nicht in einem Instantverfahren geschehen kann. Da hilft auch kein positiv thinking oder „EnergyMagic“. Ich kann die Blockaden nicht einfach in Luft auflösen, ein paar Verträge für ungültig erklären, Schwüre lösen, in ein paar Past Lives herumstöbern und „puff“ everything is perfect.

Wir sind dabei, das Gleiche zu machen wie die Schulmedizin. Alles muss Erfolgsorientiert „behandelt“ werden und wir vergessen den Menschen dabei. Auch Energetiker/Geistige Heiler/Schamanen fangen jetzt an, nur noch Symptomatik zu „behandeln“. Ach ja, sorry, ich darf ja gar nicht „behandeln“, bin ja kein Arzt oder Therapeut, da bin ich ja fein aus dem Schneider, nicht wahr? ?

Das heisst nicht, dass ich nicht den Frust eines jeden verstehe. Marketingmaschinen verkaufen immer etwas anderes, als sie halten können. Wir wissen das und trotzdem „vergessen“ wir es, wenn es darauf ankommt. Alle Einzelschritte sind wichtig, aber sie können nicht aus dem gesamten Gefüge herausgenommen werden.

Menschen sind wie ein kostbarer Gobelin, alles ist miteinander verwoben, alles hängt zusammen. Energetisch ist alles miteinander vernetzt. Viele Probleme ziehen sich durch alle feinstofflichen Körper (Ätherischer-, Emotionaler-, Mentaler-, Astralkörper). Chakren können in all diesen Ebenen verletzt sein, d.h. ich muss sie auf jeder Ebene reparieren und wieder in Ordnung bringen. Ich mache sehr viel Energetik, welche unter „Geistige Chirurgie“ fällt (etheric surgery oder auch psychic surgery genannt). Da lernt man SEHR schnell, dass man nicht einfach was rausnehmen kann, ohne genau zu verstehen, wie es mit etwas anderem verbunden ist. Ansonsten habe ich Löcher, die zu ernsthaften Verletzungen der feinstofflichen Körper führen können. Und ich muss fähig sein, genau zu sehen was ich mache, das ist wie „echte 3-D Chirurgie“, da hilft kein „Loslassen“ und „Gott wird es schon richten“.

Und das will natürlich kaum jemand wissen. Alles muss schnell gehen, möglichst billig sein und muss für immer und ewig wirken. Und bitte ohne viel Eigenengagement. Ich kenne goal orientiertes Arbeiten aus meiner Zeit im Business, aber das ist nicht angebracht, wenn es um Bewusstseinsentwicklung geht, dem Heilen der Inneren Personen, wenn es um persönliche Evolution geht.

Zum Beispiel: Eine geschätzte und erfahrene Klientin sagte kürzlich zu mir „ich glaub ich mach nicht mehr weiter, es ist einfach zu hart, zu schmerzhaft, zu endlos – es hört einfach nicht auf, ich halte es nicht mehr aus. Ich werfe das Handtuch und will nichts mehr mit Esoterik/Energetik/Spiritualität zu tun haben“ ..

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Diese Empfindung ist absolut verständlich, aber man kann nicht mehr rückwärtsgehen, alles Gelernte, teilweise mühselig Erarbeitete, einfach vergessen. Es ist eine harte Realität, denn der innere Druck wird immer größer, ausgelöst durch unterdrückte Emotionen, unerledigte Dinge aus der Kindheit und Familie. Beziehungen die immer schräger und frustrierender werden und Arbeit, die immer unbefriedigender wird. All das drängt jetzt immer heftiger an die Oberfläche und die große Mehrheit fühlt sich bis zum Anschlag gedehnt, überfordert und kommen kaum mehr mit ihrer Realität zurecht. Vor allem diejenigen, die sich erst jetzt im Aufwachstadium befinden, sind nicht zu beneiden. Sie haben nicht mehr soviel Zeit, wie wir noch hatten, um auszuprobieren, Fehler zu machen, den Weg immer wieder neu ausloten und korrigieren zu können.

Psychologische Probleme haben sich bisher weder durch Mentaltraining, noch durch Positives Denken oder Meditation gelöst. Auch kein Eckhart Tolle oder Buddhismus bieten dafür eine Lösung. Man kann 100mal sein Ego auflösen wollen, es geht einfach nicht. Psychologie & Psychiatrie mit ihren Konzepten von geistiger Krankheit oder Gesundheit befinden sich auch noch in den Kinderschuhen. Kommentare wie „Therapien braucht man nicht mehr, ihre Zeit ist vorbei“ sind in Wirklichkeit so was von unachtsam und geradewegs gemein denjenigen Menschen gegenüber, die sehr wohl Therapien und Begleitung brauchen. Und bei „denjenigen Menschen“ meine ich fast jeden, zumindest alle diejenigen, die nicht aus indigenen Kulturen stammen. Und wenn ihr mir das nicht glauben wollt, dann denkt doch bitte mal kurz an euren Arbeitslatz, oder eure liebe Familie. Beobachtet einfach mal. In vielen Meetings sitzen keine Erwachsenen, sondern oft Fünfjährige, die sich gegenseitig ihre Sandburgen kaputt machen und um die Schaufel streiten. Viele von euch müssen sich endlos mit unfähigen „Führungskräften“ herumschlagen und Manager managen meist einen Kindergarten mit Hochschulabschluss.

Ja, an manchen Tagen ist es fast nicht mehr zum Aushalten, denn viele von uns sind ja schon seit Jahren am Ackern und Fühlen, Transformieren, Prozessieren, Umwandeln, Transzendieren und und und und .. „Ich will nicht mehr, es hört niemals auf“ ist ein Satz, den ich mir sehr oft anhöre.

Seit wir durch dieses Zeittor in 2012 schritten, haben sich Dinge verändert. Nicht wie wir uns erhofften (kein instant Aufstieg in die fünfte Dimension .. ) und niemand kam, uns zu retten. Aber die alte Zeit und alles was damit zusammenhängt ist TOT. Es ist nicht mehr und das heisst auch, dass die dichte Schicht, die bisher das Unterbewusstsein vom normalen Tagesbewusstsein getrennt hat, immer dünner wird. Das Unterbewusste drängt jetzt mit aller Macht nach oben. Alle diese Energien und Wesen, die bisher in der Tiefe geweilt haben, wollen raus, gesehen und gefühlt werden, sie wollen auch wachsen und ihr Gesicht in die Sonne heben. Auch sie wollen Erlösung, Erleichterung, Erleuchtung, neues Bewusstsein. Diese neue Zeit und alles was damit zusammenhängt, ist natürlich ein sehr großes Thema und es würde total den Rahmen dieses Artikels sprengen, jetzt näher darauf einzugehen. Aber ich werde vielleicht mal später darüber schreiben.

Assoziation oder Dissoziation

Im Moment haben wir ein Labyrinth von Meinungen, wenn wir nach Antworten auf grundlegende Fragen suchen:

  • Ist meine Depression nur ein biochemisches Ungleichgewicht im Gehirn?
  • Ist das Konzept von Selbstwertgefühl nur ein Produkt der Pop-Psychologie und ihrer unreifen Selbstverliebtheit?
  • Was sind ko-abhängige Beziehungen und wie heilen wir sie?
  • Was ist wirkliche Intimität oder authentische Offenheit und worin unterscheidet sich ein gesundes Bedürfnis in einer Beziehung von ungesunder Ko-Abhängigkeit?
  • Ist das Beste, worauf ich hoffen kann, mit meinen Problemen irgendwie zurechtzukommen?
  • Was ist der wahre Grund für Suchtkrankheiten und kann man durch Abstinenz allein jemals davon geheilt werden?
  • Kann ich meine Beziehungsprobleme einfach durch bessere Kommunikation und Veränderungen im Verhalten lösen?

Auf alle diese Fragen gibt es bisher keine befriedigenden Antworten. Viele (auch gute) Ansätze und Ideen, aber nicht die „Eine Lösung“. Ich nehme an, die wird es auch niemals geben, hier auf dieser Erde, zumindest noch nicht für lange Zeit. Wir können nur weitermachen, da auf dem Weg, wo wir uns gerade befinden und JEDER darf sich all die Hilfe und Unterstützung holen, die er/sie benötigt, ohne sich unterschwellig dafür schämen zu müssen, nur weil es Menschen gibt, die ihre unreflektierten Meinungen kundtun müssen. Denn grundsätzlich gibt es nur zwei mögliche Reaktionen auf Schmerz aller Art, auf denen alle psychologischen Methoden aufbauen: Assoziation oder Dissoziation. Entweder können wir uns von unserem Schmerz dissoziieren, ihn kontrollieren, überdecken oder anderweitig vermeiden. Oder wir können uns ihm stellen, tiefer hineingehen und uns hindurcharbeiten, indem wir uns vollständig auf ihn einlassen.

Auch im bestehenden psychologischen Methodenkatalog gibt es nicht wirklich vieles, welches uns hilft, uns vollständig auf unseren inneren Schmerz einlassen zu können. Stattdessen haben wir Therapien, die entweder unser Verhalten verändern, uns mit dem Schmerz besser leben lassen, Techniken zur mentalen Dissoziation oder Methoden zum emotionalen Druckablassen anwenden – aber all das heilt uns nicht wirklich. Und wir haben viele Therapeuten, die nicht wirklich FÜHLEN was ihr Klient fühlt, während er/sie es fühlt. Also können sie auch nicht bis in die innersten Ebenen des Schmerzes und der Angst, vor allem die von den Inneren Kindern, vordringen. Das gilt für alle gegenwärtigen Therapieformen der Psychologie, der Psychiatrie und der New-Age-Bewegung, sprich Energiearbeit und Spirituelles Heilen.
Und übrigens: „Schatten“ ist IMMER mit Schmerz verbunden, also kann er nicht einfach „losgelassen“ werden.

Das „Kleine Tolle“ Loslassen Zitat

Es ist mir ein Bedürfnis, das Eingangszitat nochmals genauer auszuleuchten. Zusammengefasst:

„Sobald ich alle meine „Störfelder, negative Emotionen und Schatten“ loslasse, dann ist da nur noch Licht & Liebe, also Gott“

Wie genau soll ich das jetzt alles loslassen? Weg denken? Nicht fühlen? Ausatmen? Zerbomben? Ausspucken? Räuchern? Erschießen? Ah ja, einfach ignorieren war die Anweisung..

Und, bevor ich wieder „gekreuzigt“ werde ?, weil auch ich vom Loslassen spreche und das in Meditationen und Energiearbeit mit Menschen auch mache: Es ist in meinem Fall ein ganzer Prozess damit verbunden und dieser wird zusätzlich aufs tatkräftigste unterstützt von meinem Team aus der „Geistigen Ebene“.

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Loslassen ist ein Konzept, welches ich zuerst verstehen muss, bevor ich handeln kann. Ich muss also die gesamte Arbeit zu dem Thema, das ich „loslassen“ will, gemacht haben, damit es sich von mir lösen kann. Vor allem muss das, was losgelassen werden möchte, zuerst einmal ANGENOMMEN werden! Es darf keine inneren Resonanzen mehr zum Thema geben, ansonsten funktioniert „Loslassen“ nicht. Alle energetischen Haken und Schnüre auf der emotionalen Ebene, die mit dem Thema verbunden sind, können sich eben nicht „einfach lösen“, nur weil ich mental den „Befehl“ dazu gebe. Und auf der mentalen Ebene dreht sich die Gedankenwelt meist noch immer ums Thema und gräbt tiefe Rillen, oder produziert richtige „Dornenkronen“ um den Kopf. Ein feinstoffliches Bild, das ich oft bei Menschen sehe – mit Jesus habe ich aber keine WG .. 🙂

Mir hat bisher noch niemand zufriedenstellend erklären können, wie er/sie dieses „Loslassen“ fabriziert, wenn man mir einfach so vom „Loslassen“ erzählt, denn alle diejenigen, die das wirklich verstanden haben, würden das niemals so präsentieren. Also übt sich jeder nur in Dissoziation und meint, er/sie ist jetzt SEHR SPIRITUELL … und das tut weh, wenn man realisiert, dass man weit davon entfernt ist.

Alle diejenigen Menschen unter euch, die erfolgreich je was losgelassen haben, wissen von was ich spreche, denn ihr konntet es FÜHLEN! Ihr musstet es VORHER fühlen, bevor es gehen konnte. Und diejenigen, die Hellsichtig sind, können zusätzlich sehen, wie sich die Verbindungen zu dem Thema lösen und so entfernt und entsorgt werden können. Aber das passiert meist erst nach längerer Arbeit mit dem Thema und nach vielem FÜHLEN.

Ich sehe die AuraFelder ziemlich klar (wenn sie nicht unter einer Tonne Müll verborgen sind) und ich sehe ob das Thema „losgelassen“ werden kann, oder eben nicht, da Energien noch damit verbunden sind. Alles tickende Zeitbomben. Also kann mir auch keiner erzählen, was er/sie schon alles „bearbeitet“ hätte, ich sehe ob es so ist, oder nicht. Und hier gehts nicht um unterschiedliche Auslegung oder Interpretation. Es ist wirklich energetisch klar ersichtlich, wenn man weiß wo man schauen muss und das Gesehene richtig interpretieren kann.
Übrigens: Dieses „Klare Sehen“ hat mich 25 Jahre harte energetische Arbeit gekostet und kam nicht einfach beim Fenster hereingeflogen.

Nächster Punkt:

Was bleibt in dir, wenn du alles losgelassen hast? Nur Licht und Liebe, also Gott ..

Wenn Gott nur aus Licht & Liebe besteht, woher kommt dann der Schatten, all das Negative?

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Ach ja, vom sogenannten Teufel, oder sogar von den Menschen .. aber die gehören jetzt doch nicht zu Gott, oder wie? Aber wenn Gott ALLES WAS IST ist, woher kommen dann die Menschen, die Schatten, Störfelder und Negativität? Müssen wohl die bösen Aliens, Anunnaki und Archonten sein? Aber wer hat denn dann diese bösen Buben und Mädchen erschaffen? Ah, der böse Luzifer! Der kommt sicher von „Auswärts“, wahr wohl ein Flüchtling aus dem universellen Libyen Drama? Und woher kommt der Teufel? Aha, der kommt aus der Hölle?  Aber wem gehört denn dann die Hölle? Oder gibt es die etwa doch gar nicht?

Wie ihr seht, man kann sich bis ans Ende seiner Tage darin wälzen und kommt nie auf einen grünen Zweig. Das ist wie Zen Parabeln, ein Paradox, welches keinen Sinn ergibt bzw. ergeben soll. Und du kannst endlos darüber reden und denken und philosophieren, es bringt dich trotz allem keinen Millimeter vom Fleck.

GOTT ist ALLES WAS IST, das ALL THAT IS. Punkt. Ende. Also auch all das Negative, die Schatten und das Licht. Aber dann gibts natürlich die Philosophie von „es gibt keinen Gott, keinen Creator“, wie die Buddhisten sagen, da gibts nur „Alle sind Eins“, Nichts, Leere. Aber auch in diesem Konzept kann ich „Das Böse“ nicht an jemand ausserhalb von mir abgeben, denn wir sind ja Eins, also auch das Böse ist Eins mit Uns ..

Also, einfach loslassen Leute, all die Schatten verduften von ganz alleine, Gott wird’s schon richten .. ach wie schön .. LOL ?

Und zuletzt kommt noch Freie Wahl: „Wir kreieren, auf was wir fokussieren“:

Was wir wählen, wird unsere Realität ..

Korrekt. Aber wer oder was in mir wählt?

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Jeder der ein bisschen MentalTraining hinter sich hat, kann dir das sagen und die Essenz davon stimmt auch, ABER das Blöde ist nur, wer oder was in mir hat den Fokus? Das mentale Verstehen dieses Konzeptes alleine hilft leider meist nicht die Bohne. Denn beim Umsetzen wird ganz schnell klar, dass die darunter liegenden Glaubensmuster, Überzeugungen und Inneren Personen nicht immer mit dem neuen mentalen Konzept konform gehen, manchmal in unterschiedliche Richtungen drängen oder unterschiedlicher Meinung sein können, und totales Chaos entsteht.
Aber es ist ein Anfang, sicher besser als ständig Gedanken zu wälzen, die unproduktiv sind.

Wir werden heutzutage buchstäblich überschwemmt von spirituellen Konzepten, Ideen, Wahrheiten, Visionen, Halbwahrheiten, Lügen und all dem anderen Salat. Dazu gibt es psychologische Rohkost vom Feinsten, bis das Ganze total unverdaulich geworden ist. Es wird endlos buddhistisches Gedankengut zitiert, (aber die meisten Zitierenden haben keine Ahnung über Buddhismus), Advaita/Non-Duality** Konzepte à la Tolle sind extrem „in“ und weit verbreitet. Und dann haben wir natürlich noch Einen Kurs in Wundern, The Secret, Tantra, Wünschen/Bestellen vom Universum undsoweiterundsofort ..

All diese riesigen Konzepte und Modelle werden schnell konsumiert, neu aufgelegt, wiederholt, zitiert und dem nichtsahnenden Nächsten schön garniert serviert. Nur der Teller quillt meist über und ist in Wirklichkeit sehr unappetitlich, da sich das gesamte Buffet den kleinen Teller teilen muss.

Fazit
: Da ratet also eine Person einer anderen Person, die vielleicht um Hilfe sucht, zur Dissoziation, welches natürlich sehr effektiv sein kann, zumindest für eine Zeit. Und das mit absoluter Überzeugung. Wie geht der Spruch vom Blinden, der den Gelähmten führt? Oder so was in der Richtung ..

Die nackte Wahrheit ist, NICHTS von diesen Sprüchen und Weisheiten heilt deine Wunden, hilft deinem kleinen (inneren) Kind aus dem Eck, wo es sich seit Jahrzehnten verkrochen hat, trocknet deine Tränen und hilft dir durchs tägliche Leben. Warum also stur damit weitermachen?

Ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe mich selber lange mit all diesen Themen herum gequält.

Ein kleiner Ausflug in meine Vergangenheit

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Indonesien in den 80ern, Anfang 90er:
Meine (langjährige und noch immer beste) Freundin lebte damals in Bali, ich in Jakarta. Wir beide gehen diesen spirituellen Weg zusammen, seit Tag Eins unseres Wiedertreffens hier auf Erden. Zwei Frauen, meine SeelenSchwester und ich, in denen sich die Erkundung und Entwicklung des Selbst beschleunigt und es zugleich transzendiert und Platz macht für eine neue, komplexere und tiefere Einheit. Wir unterstützen und befruchten uns gegenseitig. Wir sind der „check in balance“ für die Andere, damit keine zu weit vom Weg abweicht und sich verirrt. Super System und funktioniert immer noch einwandfrei. Für diese ungewöhnliche SeelenFreundschaft und Begleitung bin ich Ewig und Immer voller Dankbarkeit.
So, eines schönen Tages eröffnete meine Freundin mir, dass sie überlegt, Raja Yoga beizutreten und im Zölibat zu leben. Hilfe! Das war etwas, wo ich mir gänzlich sicher war, diese Strasse geh ich nicht runter .. LOL, aber natürlich habe ich dann auch darüber nachgedacht. Viel Kopfweh, Bauchweh, alles weh ..?
Dann fuhren wir nach Singapur zum Indischen Handleser, der mir eröffnete, dass ich diese starke Energie hätte und lernen müsse, sie zu kontrollieren bzw. damit zu arbeiten, ansonsten würde sie sich gegen mich wenden .. Hah, Huch, what the hell .. ach ja, und meditieren müsse ich auch lernen .. Ich wollte damals aber NUR Hotelmanager sein, na ja, zumindest Manager mit etwas Bewusstsein und viel theoretischer Metaphysik .. OMG ..

Wir wurden zumindest Vegetarier und ich versuchte, meditieren zu lernen. Dafür musste ich mir einen speziellen Platz im Schlafzimmer kreieren (laut meiner Freundin) und nur ich durfte da sitzen. Machte ich auch, kaufte weiße Seide für über US$ 1000,- für ein Baldachin, damit ich auch die „richtige Energie“ hatte .. ?, nur das Meditieren wollte einfach nicht klappen. Die Gedanken liefen endlos .. Zumindest bekam ich ab und zu ein paar gute Lösungen für meine Arbeitsthemen! Aber das verflixte Meditieren … Also kaufte ich Kristalle, Tarotkarten und all den Schnick Schnack. Half auch nicht viel, also mehr Bücher, mehr Reden und Denken und Konzepte wälzen und einen Trip ins Raja Yoga Zentrum in Jakarta, wo uns eine Deutsche Frau im wallendem weißen Gewand und Jesus Sandalen empfing. Also eine Runde Meditation im Zentrum. Es war heiß, unbequem und die Gedanken stoppten trotz allem nicht. Letztendlich waren wir heilfroh, als wir wieder gehen konnten.

Was haben wir nicht alles veranstaltet .. Und damals gabs im Vergleich zu heute fast nichts auf dem Eso-Markt, zumindest nicht in Indonesien. Ich glaube, ich wäre Bankrott gegangen, wenn ich im Westen und erst später aufgewacht wäre.

Ich war auch für das erste „Channeling“ meiner Freundin verantwortlich: sie musste mir mitteilen, dass ich Rauchen aufzuhören hatte! Hah!!! Es war echt komisch, aber nicht am nächsten Tag. Ich habe damals auch wirklich aufgehört und das bei einem Konsum von 2 Schachteln Marlboro jeden Tag (oder mehr) für ca. 15 Jahre ?.

Australien Mitte der 90er:
Da kam ich mit dem Kurs in Wundern in Berührung. Was hab ich mich damit geplagt und geärgert und schließlich das Buch an die Wand geworfen. Absolut nicht meines. Zu viele alte Ideologien (für mich) und ich hab’s nicht so mit der „Jesus-Sprache“, aber viele Menschen lieben dieses Buch und diese Ideologie.

Aber dann entdeckte ich ganz tolle, glitzernde NEUE Konzepte wie “evolutionary enlightenment” (Evolutionäre Erleuchtung) nach Andrew Cohen, Ken Wilber und Craig Hamilton. Das ist ja mal was tolles, dachte ich, und habe mich dann auch viele Jahre damit beschäftigt. Am Ende aber auch eine dead end road – für mich ..

Ich erinnere mich noch an einen Artikel im „EnlightenNext“ Magazine, wo Cohen darüber referierte, „dass nicht genügend Frauen sich ernsthaft mit dem Thema Enlightenment beschäftigen würden .. wir wären nur „Followers von Gurus “ .. und ich dachte „jetzt erst recht“ .. well, what a waste of time it was!
Übrigens: Andrew Cohen, dieser so erleuchtete Mann, der kein Ich mehr hatte und dessen Ego komplett aufgelöst war, hat sich jetzt offiziell bei seinen Followern und Spirituellen Gemeinschaft über seine diktatorische Art öffentlich entschuldigt und ist von seiner Position als „Guru“ zurück getreten. Kein Ego mehr, aha ..

Während meiner AustralienZeit kam auch besagte Freundin auf Besuch und wir flogen nach Ayers Rock, Uluru war das Ziel. Das war wirklich einer der heiligsten Plätze, die ich auf dieser Erde je besucht habe (und ich war auf vielen). Auf diesem „walk about“ (wie die Aborigines sagen) um den Berg herum, eröffnete sie mir, dass ich aufhören müsse, all diese Energien zu channeln. Das war noch die Zeit, wo ich die Energien diverser Engel, Aufgestiegene Meister, Götter und Göttinnen durch mich hindurchjagte und partout mit dem halben Universum kommunizieren wollte. Neben meiner „normalen“ Arbeit, und wann immer ich in Australien war (in der Zwischenzeit wurde ich Regional Director Asia Pacific und war für die Rooms Division Abteilungen, sowie alle Neueröffnungen in 30 Hotels in Asien und Australien zuständig) und meine spärliche Zeit es erlaubte, arbeitete ich mit kleinen Gruppen in meinen spirituellen Workshops und begann, wieder private healing sessions zu geben. Dafür brauchte ich mein Channeling, denn ich arbeite immer „live“.

Wir gingen also um den Berg herum, waren beide schon halb in Trance und dann kam so ein Hammer! Ich war von ihrer „Nachricht“ aber so gar nicht entzückt, konnte aber ihr Argument, dass meine Energien dadurch nur verwischt und unklar werden (sie sagte sogar verbogen), nicht entkräften. Als Zugabe meinte sie dann noch, dass es nicht meine Aufgabe wäre, als universelles Sprachrohr zu dienen ..
Ich war echt am Boden zerstört und fand das überhaupt nicht lustig, war sehr sauer mit dem Universum! Aber ich wusste immer, wenn ich Wahrheit höre, muss ich handeln, auch wenn’s mir gerade nicht in den Kram passt. Und meine Freundin war zur damaligen Zeit schon sehr klar und ist (immer noch) ein ausgezeichneter Channel.

Also habe ich mich schweren Herzens durchgerungen, aufzuhören „das Universum zu channeln“. Es war an der Zeit, mich sukzessive auf mich selber einzulassen, alle Stützen loszulassen. Ich wusste das, aber es auch zu tun, well, das war wiederum eine andere Geschichte. (Ha, erwischt! Ich hab auch was losgelassen, I am ever sooo good ?) Herauszufinden, was ICH zu sagen hatte bzw. mich auf mein Inneres Wissen, mein Höheres Selbst zu verlassen, wurde ein langer, dorniger, manchmal schwerer Weg. Viele Umwege und Unsicherheiten, mit abwechselnd total klaren Momenten und vielen Inspirationen .. und all das neben einer anstrengenden und anspruchsvollen Karriere.

Weiter ging’s über Ägypten nach England, Ende 90er, Anfang 2000

Da fing die „Im Jetzt Sein“ Phase an. Non-Duality hat immer wieder gewinkt und gelockt. „No Ego“ war aber so was von „in“. Wir waren uns ganz sicher, nichts mehr zu wollen, zu sein oder zu haben. Auf gings zu Byron Katie and The Work. Eine super Technik, wer so etwas mag (aber halt auch jemand, die kein Ego mehr hat ..).

Die traurige Realität allerdings war, dass der Kampf mit dem ICH (dem loswerden davon, genauer gesagt) immer mehr zur Last wurde. Mein Leben verlor total an Farbe, Lust, Sinn und Zweck. Alles verschwand unter dieser grauen Sauce genannt Egoloser Zustand. Was hab ich mich damit herum gequält!

Irgendwann in 2003 oder 2004, als ich schon in London lebte, traf ich auf John de Ruiter, der bekannte Kanadische Philosoph und Lehrer.

John’s teaching is about integration. While some may dismiss the material world as illusory or profound reality as elusive, John holds that both are real and relevant. There is an order of meaning, however, determined by core-splitting honesty and knowing. Life’s experience belongs to knowing and, by knowing, depths of inner meaning are manifested on the surface. Kindness, integrity and love matter.

John’s Lehre ist über das Thema Integration. Während manche die materielle Welt als illusorisch abtun oder tiefe Wirklichkeit als schwer fassbar, sind für ihn beide real und relevant. Es gibt eine Reihenfolge, bestimmt durch core-splitting Ehrlichkeit und Wissen. Lebenserfahrung gehört zum Wissen, und durch dieses Wissen, manifestiert sich tiefe innere Bedeutung an der Oberfläche. Freundlichkeit, Integrität und Liebe sind von Bedeutung.
Übersetzung: Renate

John de Ruiter lehrt und vermittelt meiner Meinung nach einen etwas lebbareren Ansatz in Non-Duality und mir hat es damals geholfen, etwas Klarheit in dieses Dickicht von Konzepten, Theorien, Wissen und Methoden von Anderen und meinem eigenen inneren Wissen, zu bringen. Ich werde nie vergessen, wie wohltuend es war, in diesem Raum mit fast 800 Menschen zu sitzen und plötzlich diese tiefe innere Stille in mir wahrzunehmen. Wir saßen über eine Stunde lang in Silence und danach wurde ganz viel klar in mir, vor allem, dass ich endlich aufhören musste, mich ausserhalb von mir selber zu orientieren und all diese Straßen runter zu gehen, die nicht die Richtigen für mich waren und sind.

Die endgültige Klarheit und Bestätigung meiner eigenen Erfahrung zu diesem Thema kam dann via Daniel S Barron und seinen Büchern Erherzung und Es gibt keine negativen Emotionen. Auch Barron ist eine sehr umstrittene Figur im Bewusstseinsmarkt, mit vielen Kritikern. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber das meiste, das ich von ihm gelesen habe, hat zutiefst mit mir und meiner Erfahrung räsoniert. Er hat mit seinem ungemein klaren Geist das ganze Advaita-Zen-Non-Duality Thema, also die östliche Spiritualität, elegant und mit chirurgischer Präzision in seine Einzelteile zerlegt und logisch erklärt, WARUM das Ganze nicht funktionieren kann, und so zumindest für mich nachvollziehbar erklärt.

Österreich März 2008:
zurück zu den Wurzeln ? und nach 30 Jahren kam das Ende meiner Hotel Karriere und der Beginn meiner wirklichen „Berufung“. In 2009 wurde meine eigene „Methode“, die wir CoReOn nennen, ins Leben gerufen. CoReOn verspricht keine schnellen Lösungen. Es ist ein weit angelegter Übungsweg zur inneren Klärung und spirituellen Entwicklung. Es ist ein umfassender Weg, der allen Aspekten unserer komplexen und vielschichtigen Natur gerecht werden kann. Es ist ein Weg und eine Methode, die noch am reifen ist, deren Zeit erst jetzt gekommen ist und über die ich sicher noch öfters berichten werde.

Da bin ich wieder :-)

Da bin ich wieder ?

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Non-Duality ist die indische Tradition des Non-Dualismus (Advaita). Praxis der Kontinuität der Nicht-Dualität von Leerheit und Form, von Reinheit und Unreinheit. Nicht-Dualität ist das Wesentliche im Mahayana-Buddhismus.

Quellen:
http://whatenlightenment.blogspot.co.at/2013/06/andrew-cohen-and-fall-of-guru-in-age-of_21.html
http://www.mystica.tv/spirit-humor-jed-mckenna-trifft-andrew-cohen-ulrich-nitzschke/

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Literatur:
Daniel S Barron, „Erherzung“ und „Es Gibt Keine Negativen Emotionen“

Bildquellen: Shutterstock

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Alles Raus was keine Miete bezahlt

Alles Raus was keine Miete bezahlt

Wieder ein sehr tief berührender Artikel von Steven zum Thema Selbstfindung, Geburtstraumen usw.; es zeigt so klar welch ungaubliche Hindernisse Menschen doch fähig sind zu überwinden und am Ende immer noch Gutes in einem Selbst und im Leben finden. Sehr encouraging für alle, genau da weiterzumachen wo man sich gerade befindet, und endlich mit der wahnsinnigen Idee aufzuhören an diesem Punkt in unserer Evolution noch zu glauben, Entwicklung würde je aufhören – oder wir würden je an ihrem Ende ankommen.

geschrieben von Steven Black:

Hallo Leute,

Ein wichtiger Grund, daß diese ganzen Kindheits –und Geburtstraumen für mich schlüssig und fundiert sind, liegt natürlich in meinen persönlichen Erfahrungen. Und eigentlich will ich darüber nun wirklich nichts schreiben, doch ich hab so das Gefühl, daß dies eine sehr gesunde Sache für mich ist und euch kann es einen Einblick bieten, um den Kontext besser zu verstehen.

Nun denn, wollen wir nicht lange um den “heißen Brei” schleichen – als meine Mutter mit mir schwanger war und zur Entbindung ins Krankenhaus eingeliefert wurde, übrigens eine an und für sich problemlose Schwangerschaft, aber, dummerweise gab es ausgerechnet zu jener Zeit in der Säuglingsstation einen Typhusausbruch. Und wie das halt beim medizinischen Establishment so gehandhabt wurde, beschlossen sie gleich als “Sofortmaßnahme” die QUARANTÄNE für ALLE Babys, nicht nur die an Typhus erkrankt waren. Und ich hatte gar nichts, aber kam halt zum “Kusshand” damit ..

Was real bedeutete, daß ich meiner Mutter “rapido” weggenommen und abgesondert wurde, für gleich ganze geschlagene 3 Monate.

Wollen wir mal kurz gucken, was das für Auswirkungen haben kann:

Das Baby mit drei Monaten. Kein Säugling mehr!

“Dein Baby interessiert sich für alles, was rundherum geschieht. Es kann nun bereits mehr als 2,5 Meter weit sehen und beobachtet Gesichter und Gegenstände genau.
Es unterscheidet Farben: Es sieht zunächst rot, dann grün und blau und schließlich gelb. Sein Gehör entwickelt sich: Es reagiert auf unerwartete Geräusche und bewegt den Kopf. Sein Rücken ist schon stärker, jedoch noch nicht ausreichend, um ohne Stütze sitzen zu können.”

Was im Klartext heißt, es kriegt alles mit! Na super, so, keine Bruststillung, keine Mutterberührungen, keine Liebe, ultrahocherhitzte Kunstmilch von fremden Frauen gefüttert, irgendwelche komischen Typen im weißen Kittel, die mit kalten Instrumenten an dir rumbasteln und NULL, Niente, kein KONTAKT mit den Eltern! Und ich versichere euch, ich HABE alles mitbekommen – ich komme gleich noch drauf zurück ..

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                                                                                   Quelle:->

Meine Eltern hats nicht weniger mitgenommen, sie standen täglich an der Klinikpforte, wurden abgewiesen und schmissen mit Sachen vor Wut aufs Personal .. hat man mir halt später so erzählt, aber das glaub ich auch. Ich meine, stellt euch mal vor, man nimmt euch euer Kind weg, obwohl absolut klar ist, daß es keinen Typhus hatte!  Da flippt man sicher vor lauter Freude ..

Okay, will das jetzt echt nicht theatralisieren, andere Kinder wurden gleich für ganz weggegeben, mussten ins Waisenhaus, etc. DAS sind jedoch ALLES heavy Erlebnisse, die dir was verpassen fürs Leben. Grade die ersten 3 Monate sind ja nun unglaublich wichtig für die EMOTIONALE Entwicklung.  

Das nächste, wieder nicht lustige Erlebnis, kam im Alter von etwa 1, 5 Jahren. Meine Eltern ließen sich scheiden, meine Mutter war gezwungen eine Arbeit anzunehmen und gab mich für ca. 1 Jahr zu einer “Stiefoma”. Ich kann meiner Mutter dafür keinen Vorwurf machen, so war das damals halt, sie hat rund um die Uhr alle möglichen Jobs gemacht, um relativ “unabhängig” sein zu können. Ja, Shit Happens,  I’m Not Amused, aber solche Dinger liefen auch bei vielen anderen.

Für das Kind ist das aber nichts anderes wie VERRAT, es fühlt sich ungeliebt und verstoßen, ungeachtet diverser realer Lebensanforderungen, die an die Mutter gestellt wurden. Denn ein Kind, daß will eigentlich nur eines, es verlangt nach LIEBE!

Es fühlt sich Orientierungslos, verwirrt und weiß absolut nicht, wie ihm geschieht.

Was soll ich sagen, in einer meiner Sitzungen wurde ich mit dem Anblick dieses Babys, also meinem frühen Ich konfrontiert, wie es in der Säuglingsstation alleine ist, nach Leibeskräften nach seiner Mutter schreit und sich vor allerlei MONSTERN fürchtet, die es sieht. Ich will das nicht diskutieren, ob sie nun wirklich real waren, oder der Phantasie eines Kleinkindes entsprangen, das sich einfach nur fürchtet, weils Mutterseelenalleine ist. Aber ich kann mir ohne weiteres vorstellen, daß Kleinkinder hellsichtig sind und ätherische Dinge wahrnehmen.

Anyway, aber ihr glaubt echt nicht, was diese Heilerperson alles aus mir rausgeholt hat! 

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Fatale Selbstläufer

Fatale Selbstläufer

Eine der vielen Baustellen die wir (noch) haben ist die vollkommene Unterschätzung der Wichtigkeit unseres Emotionalkörpers und das Erkennen unserer wirklichen Egostruktur, obwohl endlos viel darüber schon geschrieben wurde. Weder in der Welt der Psychotherapie, noch in den spirituell-, metayphysisch angelegten Kreisen wird der Vorrang des emotionalen Körpers vor dem mentalen und dem physischen erkannt und dementsprechend gehandelt. Viele Therapeuten und Praktizierende haben nicht wirklich eine Ahnung wie der emotionale Körper aufgebaut ist, auch wenn sie mit tiefen Emotionen arbeiten, denn das entscheidende Element für das erlangen emotionaler und spiritueller Reife ist immer die Heilung aller unserer Ängste und unserem tief fragmentierten Herzen.

Steven geht in seinem sehr mutigen Artikel hier ein paar der hartnäckigsten Gedankenmuster und Überzeugungen die viele „auf dem Weg haben“ auf den Grund. Er getraut sich einige der „holy cows“ der Eso-Szene tiefer auszuleuchten und schwierige Konzepte, wie „bedingungslose Liebe“, näher unter die Lupe zu nehmen.


geschrieben von Steven Black:

Ah, was für ein wunderbares Wetter, die Sonne grüßt uns freundlich und wünscht uns nur das allerbeste. Ein Tag, wie geschaffen dafür, Vorbilder und Überzeugungen zu TÖTEN, die mir nicht mehr dienen. Auf geht’s ..

image<-Quelle:

Wir leben in einer Welt und einer Zeit Epoche, die uns umzingelt hat mit Desinformationen und offensiver Mindcontroll. Grade jetzt versuchen die “Hüter von Moral und Anstand”, alles mögliche Giftzeugs in die Köpfe der Menschen zu platzieren, weil sie ANGST haben vor Menschen, die innerlich frei sind und ihrem Herzen folgen wollen. Daher ist die Waffe der Verwirrung und Desorientierung gezückt und wird täglich neu geladen und abgefeuert.

Wie jeder von uns, die wir schlechten Geschmack lieben, habe ich, im Glauben das richtige und wertvolle zu tun,  die eine oder andere falsche Überzeugung und Glaubenssätze inhaliert, die letztlich NICHT wirklich gesund und gut für mich sind. Aber da musst du erst mal draufkommen, dahinter steigen, was denn der Hintergrundsound dazu ist. Und nicht daß ich mich beschweren möchte, dadurch lernt man dafür- irgendwann, daß man niemandes Theorie zu 100% abkaufen sollte.

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