Das Geburtstrauma

Das Geburtstrauma

Der Verlauf unserer Geburt – der Übergang von der vorgeburtlichen Existenz zum postnatalen Leben – ist von zentraler Bedeutung für jede Phase unserer körperlichen und psychischen Entwicklung.

Therapeutische Erfahrung zeigt, dass die Geburt uns ganzheitlich prägt. Kognitive und sprachliche Möglichkeiten diese Erfahrung zu verarbeiten werden erst später erworben. Das Trauma der Geburt berührt unmittelbar unseren Kern und formt unsere zentralen psychosomatischen Strukturen. Ein Zugang zu dieser Erfahrung ist über Körperarbeit möglich.

Das Trauma der Geburt

Die Vorstellung, dass die Geburt ein traumatisches Erlebnis für ein Baby sein kann geht auf Sigmund Freud zurück. Seine zunächst somatischen Beobachtungen an Patienten ließen ihn vom sogenannten Geburtstrauma sprechen. Später sahen er und sein Schüler Otto Rank in der Austreibungsphase und der Trennung von der Mutter die eigentliche Traumatisierung. Dieses für jedes Kind mehr oder weniger traumatische Erlebnis betrachteten sie als Wurzel aller späteren Angstgefühle, sie vermuteten hier auch den Ursprung religiöser Vorstellungen.

Freuds Bereitschaft, die Bedeutung solch früher Erfahrungen als bedeutenden Faktor für die psychische Entwicklung jedes Menschen in Betracht zu ziehen endete mit der Veröffentlichung von Otto Ranks Buch “Das Trauma der Geburt und seine Bedeutung für die Psychoanalyse” (1924). Ranks Theorien verlangten in der Konsequenz nicht weniger als eine vollständige Neuformulierung grundlegender psychoanalytischer Konzepte.
Freuds repressive Haltung diesen Konzepten gegenüber hat seither Psychoanalytiker und Psychotherapeuten aller Schulen geprägt. Und so ist die tiefenpsychosomatische Bedeutung der Geburt in der Schulpsychologie und vor allem in der Psychoanalyse bis heute umstritten.

Geburtsdiagnostik – die tiefenpsychosomatische Bedeutung der Geburt

Die Arbeiten der modernen Prä- und Perinatalpsychologie und Medizin belegen immer klarer, dass der Verlauf unserer Geburt, der Übergang von der vorgeburtlichen Existenz zum postnatalen Leben, von zentraler Bedeutung für jede Phase unserer späteren Entwicklung ist. Das Trauma der Geburt berührt unmittelbar unseren Kern und formt unsere zentralen psychosomatischen Strukturen. Ein Zugang zu dieser Erfahrung ist über Körperarbeit möglich.

In meiner Arbeit mit meinen Klienten erlebe immer wieder wie unglaublich wichtig es ist sich mit der Pränatalen Periode (wenn wir uns im Mutterleib befinden), der eigentlichen Geburt und der Perinatalen Zeit (nach der Geburt) zu befassen und sie genau auszuleuchten um wirklich an unsere Codes und Programmierungen heranzukommen, sie aufzulösen und im Allgemeinen einfach psychisch gesünder zu werden. Basierend auf der bahnbrechenden Arbeit von Dr. Terence Dowling haben wir eine Technik und Methode entwickelt die eine Reinszenierung der eigenen Geburt (inkl. Schwangerschaft) ermöglicht. Durch diese Unterstützung kann die emotionale Bedeutung der Geburt wahrgenommen und ein Bewusstwerden der eigenen tiefenpsychosamtischen Struktur ermöglicht werden. Dies schafft Raum neue Lösungsstrategien auszuprobieren anstatt die eigene Geburtsdynamik unbewusst in jedem Lebensprozess zu wiederholen.

Wichtig ist, dass es sich hierbei nicht um ein einmaliges Bewusstwerden handelt. Unsere Methoden der Verarbeitung der Geburt ist eine immer wieder erneuernde Öffnung des Menschen, die ihn befähigt, wirklich im Leben zu stehen, anstatt in der Enge einer unbewussten Geburtsdynamik gefangen zu bleiben.

geburt

Ein Artikel zum Thema „Geburt“ und deren weiterer Auswirkung auf unser Leben – von Dr.Terence Dowling:

„Der Gedanke, daß das Geburtstrauma von fundamentaler Wichtigkeit für die psychische Entwicklung eines Menschen sei, ist nicht neu in der Psychologie. Otto RANK war der erste, der dies in seinem Buch »Das Trauma der Geburt und seine Bedeutung für die
Psychoanalyse« (1924) (1) systematisch erläuterte, und seine Einsicht in die Wichtigkeit des Geburtserlebens ließ ihn den Versuch einer kompletten Neuformulierung der bisherigen psychoanalytischen Theorie und Praxis unternehmen; von FREUD zunächst ebenfalls propagiert und autoritär verteidigt.

RANK behauptete, daß jeder Mensch bei seiner Geburt das größte Trauma seines Lebens überhaupt erleide und ein Leben lang versuche, dies auf jedmögliche Art zu überwinden, stets mit der unbewußten Sehnsucht, in den Mutterleib zurückzukehren. Das Geburts-trauma war so wesentlich für ihn, daß er glaubte, daß nicht nur Ängste, sondern sogar die gesamte psychische Entwicklung eines Individuums auf das bei der Geburt erlittene Trauma zurückgeführt werden können.

RANK zog insbesondere die Möglichkeit in Betracht, daß der Heilungsprozeß, den er bei seinen Patienten beobachtete, durch Geburtssymbole in ihren Träumen und Phantasien dargestellt wurde , und daß die Übertragung ein Wiedererleben der frühesten Fixation des Kindes an die Mutter sei. Das Ende der Therapie, die Lösung des Patienten vom Therapeuten, symbolisierte für ihn die Trennung des Patienten von der Mutter bei der Geburt, d.h. erfolgreiche Therapie durch Abreaktion des Geburtstraumas.

RANKs Buch war Sigmund FREUD gewidmet und erhob den Anspruch, als Gesamtergebnis der von Rank angewandten psychoanalytischen Methode FREUDs in der Patientenbehandlung eine legitime und wichtige Entwicklung in der Psychoanalyse zu sein. Auch FREUD selbst hatte sich seinerzeit dahingehend geäußert, daß die Angst des Kindes während des Geburtsprozesses der Grundtyp für alle späteren Ängste sei, indem er konstatierte: »Der Geburtsakt ist übrigens das erste Angsterlebnis und somit die Quelle und das Vorbild des Angstaffektes« (2).

Auch wird berichtet, das FREUD die Möglichkeit in Erwägung zog, daß ein durch Kaiserschnitt zur Welt gekommenes Kind unterschiedliche Angst-Skripte besäße (3).
Wie dem auch sei, in jedem Fall war RANKs Buch eine Überraschung für orthodoxe Psychoanalytiker. Man war sich klar, daß seine Theorie der Ruf nach einer Reformulierung von Grundkonzeptionen war wie zum Beispiel des Lustprinzips, aus dem der Wunsch wurde, in den Mutterleib zurückzukehren.

Die Theorien RANKs lieferten darüber hinaus eine neue Hermeneutik für die Interpretation von Träumen und universeller Symbolik sowie neues Verständnis hinsichtlich normalen und abnormen Sexualverhaltens, Neurosen, Psychosen sowie des kulturellen Lebens in seiner Gesamtheit. Auch wird berichtet, daß Analytiker rasch Geburtstraumen bei ihren Patienten nach Erscheinen von RANKs Buch entdeckten (4).

FREUD schien zunächst durch RANKs Erkenntnisse tief beeindruckt, fühlte sich jedoch auch angegriffen. Es wird berichtet, daß er sich weigerte, mehr als nur das erste Kapitel von RANKs Buch zu lesen; gab es statt dessen seinen Patienten und fragte sie, was sie davon hielten (5). Er zögerte lange, ein Urteil abzugeben. Nach einigen Monaten schließlich wies er RANKs Theorien entschieden zurück und wandte sich gänzlich von ihnen ab, und schnell hörten auch seine Anhänger auf, Geburtstraumen bei ihren
Patienten zu entdecken (6). Später propagierte FREUD klar und deutlich, daß psychisches Leben erst nach der Geburt beginne, und schrieb: “Die Gefahr der Geburt hat noch keinen psychischen Inhalt“ (7, S. 165), und „ . . . die Geburt wird subjektiv nicht als Trennung von der Mutter erlebt, da diese als Objekt dem durchaus narzißtischen Fötus
völlig unbekannt ist“ (8, S. 161). Wissenschaftliche Begründungen oder psychoanalytische Beobachtungen, die FREUD in seiner autoritären Beurteilung des fetaten Erlebens unterstützt haben könnten, sind nirgendwo von ihm aufgeführt, und man muß hier nach anderen Gründen suchen, weshalb er zu diesem Ergebnis kam“.

Literatur
1. Rank, O., Das Trauma der Geburt und seine Bedeutung für die Psychoanalyse (1924).
2. Freud, S.., Die Traumdeutung (1900), S. 391.
3. This story is reported by D. W. Winnicott, Collected Papers: Through Pediatrics to Psycho-Analysis (1958), S. 175.
4. Glover, E., The Therapeutic Effect of Inexact Interpretations: A Contribution to the Theory of Suggestion, in Int. Journal of Psychoanalysis , XII (1931), S. 397.
5. Taft, J. : Otto Rank, S. 92.
6. Glover, E., op. Cit.
7. Freud, S., Hemmung, Symptom und Angst. GW XIV, S. 165.
8. Freud, S., op. Cit., S. 161.

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Centre

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Herzlichst, Renate

Hast Du Teile Deines Selbst verloren?

Hast Du Teile Deines Selbst verloren?

“To thine own self be true.” – Shakespeare

Es ist so einfach sich selbst zu verlieren während wir immer schneller dahin rasen auf den Autobahnen des täglichen Lebens.

Hast du dich jemals so gefühlt? Vielen Menschen geht es so.

Vielleicht hast du ein geliebtes Hobby aufgegeben müssen? Manchmal zwingen uns unsere Lebensumstände und Verantwortungen all das aufzugeben was uns wichtig war und ist. Und dann kann es Jahre dauern bis wir uns wieder damit beschäftigen können, oder auch wollen.

Vielleicht warst du eines der vielen ungeliebten, ungewollten, unverstandenen und unterdrückten Kinder. Höchstwahrscheinlich hast du sehr früh und sehr schnell gelernt wie man nicht alles von sich preisgibt, wie man sich zurückhält, wie man überlebt indem man eben nicht spezielle Qualitäten und Talente wie neugieriges Erforschen, Freundlichkeit, Spontanität und Selbstbewusstsein zeigt. Wenn das kleine Kind nicht gewürdigt wird, nicht gesehen wird in diesem speziellen Moment, wenn es nicht genügend Momente von echter Aufmerksamkeit gibt, dann fangen wir an uns zu spalten, separieren und zu verstecken und letztendlich geht dadurch viel von uns einfach „verloren“ in den inneren Welten des Seins.

Oder bist du eines Tages einfach aufgewacht und wusstest nicht mehr wer du bist? Du fühlst dich leer. Du magst dich selber nicht mehr. Du möchtest einfach davonlaufen. Du möchtest dein wahres Selbst zurück, aber wer oder was ist das denn ohnehin?

Es können natürlich auch ganz große Stücke deines Selbst – sogar der gesamten Seele – ausgelöst durch einen heftigen Schock, Trauma oder Verlust, total überwältigt und verängstigt sein.

Warum male ich dieses Szenario? Weil ich weiß wie es sich anfühlt. Ich habe über die Jahre hinweg viele Teile von mir selber verloren.

Was immer du verloren hast, du kannst es zurückbekommen

Aber ich habe auch Aspekte des Kindes gefunden, die sehr wohl voller Freude und Übermut waren. Und ich fragte mich: was ist mit diesem Kind passiert? Was ist mit der Freude und dem Übermut passiert? Was ist mit meinem kleinen Mädchen passiert? Wer bin ich wirklich?

Trauma hat auch mein Leben aufs Tiefste verändert. Nicht nur ein Trauma, sondern einige. Auch ich bin ein Überlebenskünstler. Ich hatte schnell gelernt, was wichtig war, um zu überleben. Und wurde sehr tüchtig, ordentlich, eine ausgezeichnete Managerin. Über viele Jahre hinweg. Und während der ganzen Zeit hatte ich keine Ahnung, dass ich viele Teile meiner Selbst auf diesem Weg nach und nach verlor. Bis zu diesem speziellen Tag in Indonesien, als ich wieder anfing mich zu fragen „Wer bin ich?“ Und dieser umfangreiche Prozess der „Selbstfindung“ und Heilung, den ich in den Achtzigern begann, geht bis heute weiter.

Ja, auch ich habe viele Teile meiner Selbst verloren, aber jetzt hole ich sie mir alle zurück. Ich hole mir meine Freude am Leben, meinen Übermut, meine Ausgelassenheit, Selbstsicherheit, Power und meine Würde wieder zu mir zurück. Alle Teile und Aspekte, die ich im Laufe der Zeit verloren habe.
Was auch immer du verloren hast, du kannst es dir zurückholen.

Vier wesentliche Schritte sich wieder zu entdecken

Die eigene Geschichte kann natürlich nicht mehr ungeschehen gemacht werden. Aber wir können uns wieder selber finden. Wir können uns wieder alle vermeintlich verlorenen Talente und Qualitäten zurückholen. Auch die verlorenen Seelenanteile und Energien. Es ist NIE zu spät.

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Hier sind die 4 wesentlichen Schritte, die jedem helfen können, sich wiederzufinden.

1. Anerkennung des Verlustes
Gehst du einfach mechanisch durch dein Leben, deinen Alltag? Das ist die Essenz des sich verloren fühlen. Hektik und beschäftigt sein tüncht über den Schmerz der Leere und des Verlustes. Aber eines Tages tröpfelt ein bisschen „Gnade aus den spirituellen Welten“ herein. Ein winziges Licht erhellt ein Stück Dunkelheit.

Wenn das passiert, zögere nicht einen Moment! Greif nach den Gnadentropfen, bleib im Licht, auch wenn es nur ein paar winzige Strahlen sind und wage zu fragen: „Habe ich mich verloren?“ Es kann sein dass die Antwort sofort kommt, oder vielleicht tanzt sie noch etwas in den tiefsten Gehirnwindungen herum, bis sie eines Tages als Klarheit am Morgenhimmel erscheint.

2. Finde heraus, welche Teile verloren gingen
Was vermisst du? Hast du das Gefühl du bist überhaupt verloren? Oder vermisst du einfach Teile und Aspekte von dir? Versuche ein paar der Methoden im Teil 4 – z.B. Schreiben, Dialog oder Malen, um an die Wahrheit zu kommen.

Fragen zum Reflektieren:

  • Wer bin ich? Und ist das wer ich wirklich sein will?
  • Was vermisse ich?
  • Welche Teile vermisse ich?
  • Nach was sehne ich mich?
  • Was waren meine Träume als Kind, als Teenager, als junge/r Erwachsene/r
  • Was war meine Leidenschaft als Kind, als Teenager, als junge/r Erwachsene/r
  • Wie möchte ich, dass mein Leben ausschaut? Heute? In fünf Jahren? Wenn ich sterbe?
  • Was ist mir wichtig?
  • Was schätze ich am meisten?
  • Was bringt mir Freude, Zufriedenheit, einen Sinn für Errungenschaft

3. Schau dir an, wie du vom Weg abgekommen bist
Es gibt so viele Wege, wie man sich selber verlieren kann. Durch die Stimme des Inneren Tyrannen und durch die Umstände des täglichen Lebens, die uns jederzeit erreichen können. Jeder von uns kann ganz schnell den Boden unter den Füßen verlieren durch die zahllosen Anforderungen, Erwartungen und die vorrangigen Verbindlichkeiten, die unser Leben anscheinend endlos bestimmen.

Für viele Menschen verschwindet ihr wirkliches Selbst ganz einfach, Stück-für-Stück, Minute-bei-Minute, Tag-für-Tag, ohne dass sie es überhaupt bemerken.

Nimm dir jetzt etwas Zeit, um einmal genauer hinzusehen wie du deinen Weg verloren hast.

Hier sind ein paar der gängigsten Faktoren die dazu führen können:

  • ein Ereignis
  • eine Beziehung
  • Unzufriedenheit im Job
  • Familienmitglieder
  • Kinder
  • Heirat
  • Freunde
  • Starke Emotionen wie Sorgen, Angst, Wut/Zorn, Sehnsüchte, Fixierungen, Depressionen
  • Lebensveränderungen und Verluste
  • Umzug (neuer Lebensraum)
  • ein Unfall
  • Krankheit oder Operation
  • sich zu viel auf andere fokussieren
  • sich zu viel um andere kümmern
  • ein großes Projekt
  • Kindheitserfahrungen
  • Trauma
  • Kampferfahrungen (Militär, Polizei)
  • Verluste
  • immer ein glückliches Gesicht zeigen müßen
  • eine Lüge leben
  • in einer Rolle steckengeblieben

Wenn du erkennen kannst welche(s) deiner Themen dich am meisten behindern, hilft  es dir zu verstehen, wo du am angreifbarsten und schwächsten bist. Das wiederum hilft dir zu erkennen, wo am besten du Veränderungen in deinem Leben machen kannst, damit du wieder ganz wirst und dich weiterentwickelst.

Diese kleine Übung ist nicht dazu gedacht andere schlecht zu machen, ihnen Vorwürfe zu machen, oder äußere Umstände dafür verantwortlich zu machen. Du wirst niemals ganz und glücklich sein, solange du an der Vergangenheit festhältst – aber das wissen die meisten von euch natürlich schon lange. Auch wenn es sehr schlimm wahr, so schlimm, dass du das Geschehene in diesem Moment nicht verzeihen kannst, du kannst beginnen, den Teil (die Teile) in dir, der da immer noch feststeckt in dieser Zeit und diesem Raum, nach Hause zu holen, Stück für Stück. Erst dann kann so etwas Großes wie Verzeihen überhaupt in Erwägung gezogen werden, denn es geht nicht, wenn man sich dazu genötigt fühlt aus „Gutmensch“ Motivation heraus zu denken, man müsse ALLES verzeihen. Und dann mach weiter dabei all deine Teile zu finden, und dein Leben neu zu gestalten.

4. Verlange dein verlorenes Selbst zurück
Manchmal hilft es schon, sich einfach wieder mit etwas zu beschäftigen das in der Vergangenheit Spaß gemacht hat, wie z.B. ein Hobby.

Aber für die meisten von uns ist der Prozess des sich Wiederfindens ein langer. Man muss sich erst wieder an die verlorenen Aspekte erinnern können, um sie sich zurückzuholen; sie müßen zuerst gefunden, dann angenommen und genährt werden, damit sie sich wohl fühlen, wachsen und integriert werden können. Alle Methoden, welche die rechte Gehirnhälfte engagieren, sind sehr gut für dafür geeignet.

Hier sind ein paar Methoden, die du vielleicht ausprobieren möchtest. Aber erinnere dich bitte daran, dass du mit allen Methoden einen sogenannten „Trauma Flash Back“ kreieren kannst; d.h. es könnten Erinnerungen, oder Teilerinnerungen des Traumas, an die Oberfläche kommen. Bei ernsthaftem Trauma in der Vergangenheit, ist therapeutische Begleitung sicher die am geeignetsten Methode, diese Aspekte zurückzuholen und zu integrieren.

  • Schreibe ein regelmäßiges Journal
  • Werde kreativ wie Malen, Collagen, Zeichnen oder Töpfern
  • Verwendung von Farbe im Wohnbereich und Kleidung
  • Finde heraus was dir im Moment wirklich richtig Spaß macht; einmal am Tag etwas machen, das Spaß macht.
  • Beschließe einfach dass du jetzt bereit bist, dich wirklich selbst so anzunehmen und zu lieben so wie du jetzt bist; beginne heute damit.
  • Verwende ein „Machtwort“. Finde ein einziges Wort oder kurze Phrase die ausdrückt, was du jetzt in dir oder in diesem Jahr erreichen möchtest.
  • Setze dir ein Ziel – z.B. einen neuen Job finden, wenn der bisherige nicht mehr passt – und mache einen Plan, wie du das zu erreichen gedenkst.
  • Kreiere ein neue, tägliche Angewohnheit, die einen wiedergefundenen Aspekt von dir nährt und unterstützt.
  • Arbeite mit einem Psycho-Therapeuten, Energetiker oder Lebensberater
  • Verwende Symbole und Krafttiere

Finde dich wieder nach Schock und Trauma
Bei Trauma ist immer mit dem Verlust eines oder mehrerer Aspekte des Selbst, zu rechnen. Es gibt schon genügend wissenschaftliche Untersuchungen, welche die somatische Wirkung und Neurophysiologie von traumatischem Stress erforschten. Heutzutage gibt es exzellente neue Methoden von und mit kompetenten Therapeuten, die sich auf Traumaheilung spezialisiert haben. Bis vor kurzem galten diese Arten von Trauma als schwer zu bewältigende Zustände. Dabei helfen auch Techniken wie Atemarbeit, Meditation, Metaphorik, Biofeedback, energetische Auflösungsarbeiten, Hypnose, NLP (Neuro-Linguistic Programming), Information Processing Techniques  (EMDR, EFT, TFT, TAT), kognitive Verhaltenstherapie, CoReOn® Energetik usw.

Du musst dich nicht jahrelang als Opfer fühlen und versuchen, alleine damit zurecht zu kommen. Jedes Trauma kann geheilt werden.

Die uralten medizinischen Traditionen der Chinesen, Inder und Indianer schöpfen auch aus einer Fülle von Möglichkeiten zur Linderung und Heilung von Traumata. Die chinesische Medizin ist fest davon überzeugt, dass bei heftigem Schock die Seele sich aus dem Körper entfernt. Vielleicht stehst du dem etwas skeptisch gegenüber, aber erinnere dich, dass sie auf eine jahrtausende alte Erfahrung zurückgreifen können. Unsere sogenannte moderne Medizin ist erst ungefähr hundert Jahr alt.

In seinem Buch, Healing with Form, Energy, and Light,  Tenzin Wangyal Rinpoche erklärt,“…in vielen schamanischen Traditionen gibt es den „Seelenverlust“. Obgleich es ein Ungleichgewicht der Elemente ist, ist dieses Ungleichgewicht größer, als man im täglichen Leben erleidet. Es ist eine Frage des Ausmaßes. Seelenverlust ist ein sehr tiefgreifender Verlust von elementaren Qualitäten. Es ist eine Kondition die normalerweise, aber nicht immer, durch traumatische externe Situationen und Wesen ausgelöst wird und so zu einem extrem gestörten Gleichgewicht führt.“

Die Elemente sind Erde, Feuer, Wasser, Luft und Äther in dieser Tradition. Diese Elemente bilden ihren Lehren nach den Grundstein für alles Sein und alle Prozesse.

Weiteres sagt er: “ Der gleiche innere Schaden kann ausgelöst werden durch den Verlust eines Kindes, Vergewaltigung, Brutalitäten, Krieg, Autounfall oder den Verlust des Heimes oder der Heimat – all die Katastrophen und das Elend, welches Menschen befallen kann. Der Schock überwältigt die Seele mit Angst, Verlust, oder einer anderen heftigen Emotion und das Resultat davon sind der Verlust aller positiven Qualitäten, der Verlust von Lebenskraft und Vitalität, der Verlust von Freude und Mitgefühl. Es kann auch zu physischer Gebrechlichkeit und dem Verlust von Sinneswahrnehmungen führen.“

Auch in diesen uralten Traditionen braucht es viel Zeit, Geduld und den richtigen Meister, um alle Rituale und Techniken zur Heilung zu erlernen. Genau wie bei Ärzten gibt es viele unterschiedliche Qualitäten von Schamanen und alternativen Heilern. Schau dich gut um, informiere dich und höre auf dein inneres Gefühl. Wenn du ein „ungutes Gefühl“ hast, schau/fühle genau hin ob es einfach dein Wiederstand ist, oder eine Innere Stimme, die dich vor der Person warnt. Aber wenn du jemanden vertrauenswürdigen gefunden hast, bleib dabei. Vor allem bei Traumaheilung bedarf es viel Geduld, Liebe und auch manchmal eine Dosis von tough love (robuster Liebe), um Erfolge zu erzielen. Ein ständiges wechseln von Therapeuten und Beratern bringt gar nichts. Das ewige jagen nach der neuesten Therapie auch nicht. Trauma wird nicht mit „2 Fingertechniken“ oder sonstigen ähnlichen instant healing technologies erlöst und geheilt werden. Das verletzte, verstörte, verlorene Innere Kind braucht einen sicheren Raum, damit Vertrauen wachsen kann. Und das geschieht fast nie sofort.

Inneres Kind

Literatur: Alexander Korittko / Karl Heinz Pleyer –  Traumatischer Stress in der Familie

Bildquelle: Shutterstock

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