Diese Texte erkunden weibliche Macht aus der Perspektive innerer Führung. Sie entstehen aus Erfahrung, Verkörperung und der Entscheidung, Autorität von innen heraus zu leben.
Ganz bleiben, während wir gesehen werden
Über Selbstführung, Sichtbarkeit und weibliche Macht.
I. Die verborgenen Kosten des Kleinbleibens
Ich erinnere mich noch gut an die Stille in meinem Hotelzimmer in Gifu, Japan. Es war 1997. Kein WhatsApp. Keine sozialen Medien. Keine schnellen Möglichkeiten, über Kontinente hinweg Unterstützung zu erreichen. Nur ein Festnetztelefon mit Verzögerung auf der internationalen Leitung – und das volle Gewicht einer neuen Führungsrolle auf meinen Schultern.
Ich war eine von nur zwei Frauen in einer Regional-Direktor-Position für eine große internationale Hotelkette für den asiatisch-pazifischen Raum. Eine weiße Frau. Allein in Boardrooms. Dieses Mal in Japan. Allein in Hotelsuiten. Allein in Kulturen, in denen Autorität völlig anders aussehen sollte als ich.
Und während der Titel auf dem Papier machtvoll wirkte, fühlte sich die Erfahrung alles andere als kraftvoll an.
Es gab keine Landkarte für das, was ich navigierte: Hotels zu auditieren, die mich von vornherein nicht sehen wollten – es fühlte sich an, als wäre ich das Finanzamt auf Besuch. Die kulturellen Minenfelder zu managen, als Außenseiterin wahrgenommen zu werden. Und die unausgesprochene Last zu tragen, nicht nur mich selbst zu repräsentieren, sondern alle Frauen in Führung.
Jede Entscheidung war aufgeladen. Jede Begegnung trug die stille Frage in sich: Gehört sie hierher?
Heute sehe ich klar, wie viel Energie damals darin floss, mein Wissen kleiner zu machen, meine Sprache weicher, meine Kompetenz sichtbar zu machen, ohne bedrohlich zu wirken. Nicht, weil mir Vision, Stärke oder Fähigkeit gefehlt hätten – sondern weil ich, wie so viele Frauen, gelernt hatte, mich innerhalb der Grenzen zu bewegen, die den Komfort anderer nicht störten.
Mein Vorgesetzter wies mich an, darauf zu achten, dass die General Manager der Hotels „nicht ihr Gesicht verlieren“. Diplomatisch zu sein. Nicht zu direkt. Nicht schwierig. Nicht zu meinungsstark – weil mein Ruf mir bereits vorausgeeilt war.
Und hier liegt der wahre Preis dieses Zurückdrehens:
Wir bringen unsere mutigere Wahrheit zum Schweigen. Wir schleifen unsere Kanten ab. Wir redigieren unsere Präsenz.
Wir erzählen uns, dass wir vielleicht noch ein wenig mehr Erfahrung brauchen, bevor wir einfordern, was wir wirklich wollen. Dass wir vielleicht warten sollten, bis wir eingeladen werden. Dass es vielleicht sicherer ist, unterschätzt zu werden, als vollständig gesehen zu werden. Dass – vielleicht – irgendwann etwas Magisches geschieht und wir erkannt werden für das, was wir wirklich sind.
Das sind die unsichtbaren Kosten des Kleinbleibens. Sie betreffen nicht nur unsere Karrieren – sie greifen auf unsere Körper über, auf unser Nervensystem, unsere Freude, unsere Beziehungen. Sie fragmentieren unser Selbstgefühl und lehren uns, Sicherheit darin zu suchen, weniger zu sein.
Doch das habe ich gelernt:
Kein System, keine Branche, keine Welt wird dir jemals die volle Erlaubnis geben, machtvoll zu sein – besonders nicht als Frau. Diese Erlaubnis kann nur von innen kommen.
Und genau dort beginnt die eigentliche Verschiebung.
II. Selbstvertrauen ist nicht die Lösung
Frauen wird oft gesagt, das Problem sei mangelndes Selbstvertrauen.
Dass sich das Spielfeld schon irgendwie ausgleichen würde, wenn Frauen einfach lauter sprächen, sich stärker einbrächten, deutlicher forderten.
Doch ich habe genug hochleistende Frauen begleitet, um zu wissen: Es ist nicht fehlendes Selbstvertrauen, das sie zurückhält.
Es ist der internalisierte Preis von Sichtbarkeit.
Von Macht.
Vom Verlassen der kulturell akzeptierten Linien.
Die eigentliche Barriere ist nicht Selbstzweifel – sondern das sehr reale Wissen darum, was Macht auslösen kann.
Denn für Frauen führt es nicht automatisch zu Anerkennung, wenn sie sich voll zeigen. Es kann Widerstand auslösen. Bewertung. Isolation. Wir wissen das nicht nur intellektuell – wir spüren es körperlich.
Von Vorstandsetagen bis Klassenzimmern werden Frauen, die mehr wollen – oder auch nur so wirken –, oft mit Skepsis statt mit Unterstützung konfrontiert. Manchmal sogar von anderen Frauen.
In diesem Kontext wird Selbstvertrauen zu einem brüchigen Schutzschild. Es reicht nicht aus, um die tieferen Skripte zu überschreiben, die wir geerbt haben:
„Sei nicht zu viel.“ „Sei nicht zu laut.“ „Mach es anderen nicht unbequem.“
Das sind keine Mindset-Themen. Das sind Überlebensstrategien.
Was ist also die wirkliche Lösung?
Nicht lauter zu werden. Sondern verwurzelter.
Es geht darum, eine Form von Selbstführung zu kultivieren, die so stark, so zentriert, so verkörpert ist, dass wir nicht mehr gemocht werden müssen, um unserer Wahrheit treu zu bleiben.
Selbstführung bedeutet:
Wir lagern unseren Wert nicht mehr aus. Wir bitten nicht mehr um Erlaubnis. Wir passen uns nicht länger Räumen an, die nie für unsere Präsenz entworfen wurden. Und wir beginnen zu führen – nicht aus geliehener Autorität, sondern aus der Klarheit dessen, wer wir sind und wofür wir stehen.
Das ist der neue Machtcode. Kein Upgrade. Eine Notwendigkeit.
III. Das Unbehagen der Sichtbarkeit
Gesehen zu werden ist das eine. Sich sehen zu lassen etwas anderes.
Sichtbarkeit klingt in der Theorie empowernd. Doch für viele Frauen aktiviert sie uralte Ängste: bewertet, abgelehnt, missverstanden zu werden – oder schlimmer noch, bestraft, weil man zu viel ist.
Diese Angst ist nicht eingebildet. Sie ist im kollektiven weiblichen Gedächtnis verankert. Frauen, die zu viel Raum, zu viel Stimme, zu viel Macht eingenommen haben, haben historisch einen hohen Preis bezahlt.
Und diese Erinnerung lebt noch immer in unseren Körpern.
Deshalb kann Sichtbarkeit sich körperlich bedrohlich anfühlen. Das Nervensystem registriert sie als Exposition. Risiko. Verletzlichkeit.
Und dennoch gilt:
Sichtbarkeit ist der Preis von Wirksamkeit.
Man kann nicht aus dem Schatten heraus Einfluss nehmen. Man kann nicht hinter dem Vorhang führen. Man kann sein volles Potenzial nicht leben, während man Teile von sich versteckt.
Das ist das Paradox von Macht: Um vollständig ausgedrückt zu leben, müssen wir die Fähigkeit entwickeln, mit Unbehagen zu sitzen.
Mit dem Unbehagen, missverstanden zu werden. Mit dem Unbehagen, zu viel zu sein. Mit dem Unbehagen, zu wissen, dass unsere Wahrheit das Narrativ anderer stören kann.
Und dann ist da noch der Druck rund um Erscheinung:
Bin ich schön genug? Schlank genug? Gepflegt genug? Die richtigen Kleider, Schuhe, das richtige Make-up?
Irgendwann wurde Macht mit Präsentation verknüpft. Von klein auf lernen wir – explizit oder implizit –, dass Schönheit eine Währung ist. Keine Schönheit, keine Macht. So lautet die unausgesprochene Regel.
Ich erinnere mich an ein Bewerbungsgespräch für eine Führungsposition – nicht einmal die Top-Position, sondern die zweite Ebene. Ich war aufgrund einer medizinischen Ursache leicht übergewichtig. Ein Interviewer sah mich an und fragte:
„Wie glauben Sie, ein ganzes Unternehmen führen zu können, wenn Sie nicht einmal Ihren eigenen Körper im Griff haben?“
Es war brutal. Erniedrigend. Ich wollte nicht nur verschwinden – ich wollte ausgelöscht werden.
Das tragen viele Frauen in sich:
Die Scham, in einem Körper sichtbar zu sein, der nicht normiert ist. Die Trauer darüber, dass Brillanz von äußeren Zuschreibungen überschattet wird. Die Erschöpfung, sich ständig übersetzen zu müssen, um akzeptabler zu wirken.
Doch das weiß ich heute:
Die Frauen, die die Welt verändern, sind nicht jene, die auf Nummer sicher gehen. Es sind jene, die im Feuer der Sichtbarkeit stehen – nicht weil es leicht ist, sondern weil es wahr ist.
IV. Selbstführung – der feminine Weg
Wahre Selbstführung bedeutet nicht, sich zu reparieren. Sie bedeutet, sich zu erinnern, wer man war, bevor die Welt einen zum Schrumpfen brachte.
Sie hat nichts mit härterem Streben zu tun. Sondern mit tieferem Zurückkehren – zur Essenz, zum eigenen Rhythmus, zur Wahrheit.
Der feminine Weg des Führens imitiert keine patriarchalen Modelle mit sanfterem Ton. Er definiert das gesamte Feld neu.
Er stellt Präsenz über Performance, Intuition über Dominanz, Resonanz über Lautstärke.
Feminine Selbstführung ist nicht performativ. Sie ist verkörpert.
Es ist die stille Kraft, zu wissen, wer man ist – und sich nicht mehr zu verraten, selbst wenn Anpassung leichter wäre.
Sie hält Widerspruch aus:
– Ambitioniert und empathisch. – Visionär und verletzlich. – Strategisch und weich.
Das ist keine Schwäche. Das ist Bandbreite.
In meiner Arbeit mit Frauen auf Führungsebene erlebe ich den Moment, in dem eine Frau ihre Souveränität zurückholt. Es ist, als würde sich etwas lange Zurückgehaltenes wieder aufrichten – und von da an den Raum bestimmen.
Eine veränderte Haltung. Ein Atemzug. Die Weigerung, sich für Klarheit zu entschuldigen.
Das ist die Kraft, die ich mit Frauen entwickle – und gehe:
– Visionen ohne Entschuldigung halten – Wünsche ohne Scham aussprechen – Bitten, ohne zu schrumpfen – Preise nennen, ohne Schuldgefühl – Macht halten, ohne Selbstzensur
Es geht nicht darum, jemand anderes zu werden. Es geht darum, zur ungefiltertsten Version deiner selbst zurückzukehren – und von dort zu führen.
Und das ist in dieser Zeit nicht nur revolutionär.
Es ist essenziell.
V. Macht in Echtzeit neu definieren
Wenn sich feminine Führung entwickelt, muss sich auch unser Machtbegriff verändern.
Zu lange wurde Macht in maskulinen, extraktiven Kategorien definiert:
Kontrolle, Dominanz, Unverletzbarkeit. Dieses Modell ist brüchig. Es fordert Opfer ohne Gegenseitigkeit. Es extrahiert Gehorsam statt Zugehörigkeit zu kultivieren.
Frauen sind aufgerufen, ein neues Modell zu gestalten: Verwurzelt in Verbindung, Klarheit und bewusster Wahl.
Feminine Macht bedeutet nicht, weniger mächtig zu sein – sondern auf eine Weise machtvoll zu wirken, die den Raum transformiert, statt ihn zu erobern.
Diese Art von Macht:
– hört zu, bevor sie spricht – handelt aus Ausrichtung, nicht aus Dringlichkeit – setzt Grenzen, die allen dienen – nicht nur dem System – ehrt Intuition ebenso wie Intellekt.
Es geht nicht darum, gemocht zu werden – sondern aus innerer Autorität zu handeln. Nicht darum, gefürchtet zu werden – sondern präsent. Nicht darum, den Tisch zu besitzen – sondern den Raum neu zu gestalten.
So sieht Stärke heute aus:
Nicht, wie viel man unterdrücken oder aushalten kann – sondern wie vollständig man führen kann, ohne sich selbst zu verlassen.
Wir hören auf, Glaubwürdigkeit zu jagen. Wir verankern uns in unserer eigenen Autorität.
Wir nehmen Raum ein – nicht, um etwas zu beweisen, sondern um eine Wahrheit zu verkörpern.
Wir warten nicht länger darauf, dass Systeme sich ändern – wir ändern, wie wir erscheinen.
Wir werden zur Verschiebung. In Echtzeit. In realen Räumen. In realer Führung.
VI. Die Praxis
Diese Art von Macht wird nicht geschenkt. Sie wächst.
Und wie alles, was wächst, braucht sie bestimmte Bedingungen:
Sicherheit. Nahrung. Raum. Aufmerksamkeit.
Selbstführung beginnt, wenn wir aufhören zu performen – und anfangen zu hören. Nach innen. Nicht nach außen.
Das sind die Praktiken, die ich vermittle:
– Benenne das innere Skript. Welche Stimme hält dich klein? Woher stammt sie? – Verankere deine Wahrheit. Was ist wahr über dich, jenseits von Rollen und Titeln? – Erweitere deine Kapazität für Sichtbarkeit. Übe, gesehen zu werden. Beobachte dein Nervensystem. – Sprich das Unsagbare. Flüstere es. Schreibe es. Sage es. Das bricht den Bann. – Investiere in machtbefürwortende Räume. Menschen, die die Frau sehen, die du wirst. – Praktiziere radikale Selbstachtung. Ruhe. Sage Nein. Ehre deine Loyalität dir selbst gegenüber.
Das sind keine Hacks. Das sind konsequente Akte der Selbstführung.
Mit der Zeit verändern sie deine Beziehung zu Macht – von etwas, das gespielt wird, zu etwas, das verkörpert ist.
Denn echte Führung beginnt nicht im Boardroom.
Sie beginnt im Spiegel.
VII. Die kulturelle Welle
Wenn eine Frau aufsteht, hebt sie andere mit.
Jedes Mal, wenn du:
– sagst, was du meinst – ohne es abzuschwächen – eine Grenze setzt – und sie mit Würde hältst – deinen Wert einforderst – ohne Entschuldigung – dich sehen lässt – selbst zitternd
veränderst du Kultur.
Denn Kultur verändert sich nicht nur durch Systeme. Sie verändert sich durch Verkörperung.
Das ist die Arbeit, um die es geht. Nicht nur für dich – sondern für jene, die vor dir waren. Und für jene, die nach dir kommen.
Indem wir Frauen neu definieren, wie sich Macht anfühlt – mit Präsenz, mit Stimme, mit Wahrheit – erschaffen wir eine Welt, in der Macht keine Verzerrung mehr verlangt, sondern Ganzheit einlädt.
Und diese Welle beginnt mit einer einzigen Entscheidung:
Dich selbst zu führen – vollständig, entschieden und ohne Entschuldigung.
Von dort aus verändert sich alles.
🌳 Feminine Power & Leadership – 02 Wenn dieser Text etwas in dir berührt oder in Bewegung bringt, bist du eingeladen, diesen Raum weiter zu betreten — einen Raum für weibliche Macht, Transformation und innere Führung.
Weitere Texte aus diesem Feld findest du in der Kategorie Female Power & Transformation sowie in den Orchard Letters.
Eine vertiefende Auseinandersetzung mit diesen Themen bietet mein kostenfreies E-Book Unapologetic Power.
Über die Autorin
30 Jahre internationale Führungserfahrung — davon 20 Jahre in leitenden Corporate-Positionen — sowie 15 Jahre Begleitung von Frauen in hohen Verantwortungsräumen.
Renate Hechenberger öffnet Räume, in denen innere Architektur sichtbar wird — eine Architektur, die Frauen in ihrer weiblichen Kraft verankert.
Diese Texte erkunden weibliche Macht aus der Perspektive innerer Führung. Sie entstehen aus Erfahrung, Verkörperung und der Entscheidung, Autorität von innen heraus zu leben.
Warum weibliche Macht nicht angepasst werden muss – sondern erinnert werden will.
Eine Vision taucht auf – klar und unüberhörbar: Die weibliche Kraft kehrt zurück. Nicht als Rolle. Nicht als Reaktion. Sondern als Ursprung. Sie setzt sich wieder auf ihren Thron. Nicht, um zu herrschen – sondern um das Gleichgewicht zurückzubringen.
Die neue Frau ist nicht neu. Sie ist uralt. Und wach.
Der Preis der Anpassung
Viele Frauen sind den Weg der Männer gegangen – auch ich. Karriere gemacht. Leistungen erbracht. Durchgehalten. Doch wir mussten dafür einen Teil unserer Essenz zurücklassen: die Verbindung zu unserem natürlichen Rhythmus, zu unserer Intuition, zu unserer unerschütterlichen Würde. Die männliche Welt liebt das Sichtbare, das Zählbare, das Lautstarke. Doch die wahre Macht der Frau wirkt anders.
Sie wirkt im Verborgenen. Im Emotionalen. Im Zwischenraum. Sie wirkt nicht linear – sondern zyklisch. Nicht nach oben – sondern nach innen.
Die unterschätzte Macht
Die emotionale Dimension – so lange verlacht – ist die größte unerkannte Führungsqualität unserer Zeit. Wer emotionale Wahrheit halten kann, wird nicht manipulierbar. Wer verbunden bleibt, auch wenn es unbequem wird, bringt Klarheit dorthin, wo andere ausweichen. Das ist weibliche Macht: still, kompromisslos, unaufhaltsam.
Die Wunde unter Frauen
Was uns noch aufhält, sind nicht nur die Systeme – sondern wir selbst. Unsere Fragmentierung. Unser Misstrauen gegeneinander. Unsere Unfähigkeit, Formation zu halten. Frauen, die sich vergleichen, statt sich zu verbinden. Frauen, die einander beurteilen, statt einander zu erinnern. Doch wir sind mehr als das. Wir waren es schon immer. Wir müssen es nur wieder zulassen.
Eine neue Kultur der Verbundenheit
Ich habe gelernt – manchmal auf die harte Tour: Zusammenarbeit unter Frauen ist keine Selbstverständlichkeit. Mentoring, Rückhalt, echtes Mittragen – das war oft die Ausnahme, nicht die Regel. Doch genau das braucht es jetzt: Eine neue Allianz. Kein Konkurrenzfeld. Eine Kultur, in der wir einander nicht mehr verbessern wollen – sondern bestärken. Und ja: Auch, wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Auch, wenn’s unbequem wird.
Kein Applaus. Kein Warten mehr.
Wir müssen nicht mehr auf die Männer warten. Nicht auf die Erlaubnis. Nicht auf Gleichstellungspapiere. Wir sind über 50 % dieser Welt – und bereit, unsere Stimme zu erheben. Diese Stimme sagt nicht: Wir wollen dasselbe wie ihr. Sie sagt: Wir wissen, was fehlt – und wir bringen es ein.
Diese Welt verändert sich. Und sie wird sich nicht ohne uns verändern. Nicht ohne unsere Tiefe. Unsere Intelligenz. Unsere Bereitschaft, neue Wege zu gehen
Die Einladung
Wenn du das hier liest – und etwas in dir vibriert: Dann gehörst du zu denen, die nicht nur „mehr“ vom Alten wollen. Sondern anders. Tiefer. Echter. Dann frag dich nicht länger, was du darfst. Sondern, was du weißt.
Steh auf. Sprich aus. Halte Formation. Die Zeit der neuen Frau ist nicht irgendwann. Sie ist jetzt.
🌳 Feminine Power & Leadership – 01 Wenn dieser Text etwas in dir berührt oder in Bewegung bringt, bist du eingeladen, diesen Raum weiter zu betreten — einen Raum für weibliche Macht, Transformation und innere Führung.
Weitere Texte aus diesem Feld findest du in der Kategorie Female Power & Transformation sowie in den Orchard Letters.
Eine vertiefende Auseinandersetzung mit diesen Themen bietet mein kostenfreies E-Book Unapologetic Power.
Über die Autorin
30 Jahre internationale Führungserfahrung — davon 20 Jahre in leitenden Corporate-Positionen — sowie 15 Jahre Begleitung von Frauen in hohen Verantwortungsräumen.
Renate Hechenberger öffnet Räume, in denen innere Architektur sichtbar wird — eine Architektur, die Frauen in ihrer weiblichen Kraft verankert.
Ein früher Text über eigene und kollektive Glaubenssätze zu hinterfragen und ob sie ein Update brauchen. Er bleibt hier bewusst sichtbar – als Teil des Weges, aus dem meine heutige Ausrichtung entstanden ist.
Unsere Glaubenssätze sind Autopilot-Programme, die in unserem Unterbewusstsein ablaufen und das Verhalten im Alltag steuern. Wir schwimmen in einem Meer von Glaubenssätzen und treffen im Alltag täglich auf Neue. Wir übernehmen sie, wenn sie uns nützlich erscheinen oder weil die anderen es auch tun. Doch eigentlich besitzen nicht wir die Glaubenssätze, sondern die Glaubenssätze besitzen uns. Und bewusst übernehmen wir auch Glaubenssätze, die uns schaden, weil wir verlernt haben, die Regeln, Gedanken, Sätze und Dinge zu hinterfragen. Es existieren auf der Welt mehrere Milliarden Glaubenssätze. Du hast dich für einige davon entschieden. Warum genau diese? War diese Entscheidung bewusst? Nutzen sie dir? Der gleiche Glaubenssatz kann für eine Person nützlich sein, für eine andere überhaupt nicht. Manche Glaubenssätze haben ein Verfallsdatum und brauchen ein Update.
Die Glaubenssätze entstehen vor allem im Kindheitsalter. In diesem Alter stellen wir noch alles infrage. Wenn man anfängt, die Regeln und Glaubenssätze immer mehr zu hinterfragen, bekommt man jedoch oft folgende Antwort: „Weil man das so macht, oder ‚Weil das so ist, oder „Weil sich das so gehört‘. Keine befriedigende Antwort für ein neugieriges junges Wesen. Dadurch lernen wir, die Regeln und Glaubenssätze nicht mehr zu hinterfragen und einfach anzunehmen. Viele Regeln und Werte sind natürlich sinnvoll und nützlich, doch irgendwann hört man auf, zu unterscheiden, was man bewusst wählt und was nicht. So übernehmen wir einfach alles, weil es sich so gehört und weil man das so tut.
Wir treffen auf sehr viele Quellen der Glaubenssätze in Form von autoritären Personen wie: Familienmitglieder, Lehrer, Professoren, Vorgesetzte, Freunde, aber auch von Filmen und sogar von Werbespots. Der angebotene Imitationstrieb ist für die Übernahme fremder Glaubenssätze zuständig. Jedes Lebewesen auf dieser Welt lernt am schnellsten durch das Imitieren seiner Eltern oder Vorbilder. In den ersten Jahren brauchen wir diesen Imitationstrieb, um laufen und sprechen zu lernen. Wenn wir erwachsen werden, leben wir weiterhin unseren Eltern oder Bezugspersonen nach. Deshalb ist es so wichtig, eigene Glaubenssätze immer wieder zu prüfen, zu filtern und durch neue und vor allem positive zu ersetzen. Weitere fremde Glaubenssätze, die wir in unser Unterbewusstsein übernehmen, sind die kollektiven Glaubenssätze. Ein kollektiver Glaubenssatz war früher zum Beispiel: Die Erde sei eine Scheibe. Viele Glaubenssätze übernehmen wir, ohne nachzudenken oder zu prüfen, ob sie der Wahrheit entsprechen. Dabei können sie uns auf ungute Weise in unserer Entwicklung oder Vorstellung blockieren. Manchmal übernehmen wir die Glaubenssätze, um einfach dazuzugehören. Dafür ist unser Überlebensinstinkt verantwortlich. Denn damals war es wichtig, zu einer Gruppe dazuzugehören, um überleben zu können. In der Tat funktioniert unser Gehirn immer noch wie in der Steinzeit und hat sich nicht so schnell an die heutige Zeit anpassen können.
Reflektiere, welche der folgenden Glaubenssätze und Redewendungen du immer wieder verwendest, weil du sie als richtig einstufst.
Glaubenssätze
Die Welt ist kein sicherer Ort.
Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ohne Fleiß, kein Preis.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Etwas stimmt nicht mit mir. Das kann ich nicht.
Andere haben es besser als ich. Andere sind besser als ich. Aus mir wird eh nichts.
Andere werden immer bevorzugt.
Dafür bin ich zu alt.
Das begreife ich nie. Das werde ich nie lernen.
Das hat bei mir noch nie geklappt.
Das ist viel zu viel für mich.
Das ist zu schwierig.
Das kenne ich schon, das bringt mir nichts.
Das Leben ist so hart / schwierig.
Das Leben wird immer ein Kampf sein / Im Leben muss man sich durchbeißen.
Die anderen denken schlecht über mich.
Die Politiker, die Wirtschaft, die Eltern sind schuld.
Für mich interessiert sich doch ohnehin niemand.
Geld fällt nicht vom Himmel, man muss hart dafür arbeiten.
Geld macht unglücklich. Geld verdirbt den Charakter. Geld wird meine Probleme lösen.
Ich bin ein schwerer Fall.
Ich bin fehl am Platz.
Ich bin einsam / meine Beziehungen halten nicht lange.
Ich bin nicht gut genug. Ich bin nicht liebenswert. Ich bin nicht lebensfähig.
Ich bin nicht mutig genug.
Nur er/sie allein kann mich glücklich machen.
Ich brauche eine Beziehung, um glücklich zu sein.
Ich gehöre einfach nicht dazu.
Ich gewinne nie etwas. Ich habe einfach kein Glück.
Ich glaube nicht, dass mir so etwas helfen kann.
Ich habe zu wenig Zeit und zu wenig Energie.
Ich habe zwei linke Hände.
Ich habe es nicht verdient. Mir steht es nicht zu.
Ich habe nicht genug. Ich kann mir das nicht leisten.
Ich kann mich nicht entscheiden. Ich kann nicht Nein sagen.
Ich enttäusche alle, mache immer alles falsch.
Ich muss alles unter Kontrolle haben.
Ich muss mich unterordnen.
Ich treffe nie die richtigen Leute. Es war schon immer so.
Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich weiß nicht, was ich will.
Ich werde immer kämpfen müssen.
Ich werde immer versagen.
Wer hoch hinaus will, fällt tief.
Ich werde mich nie ändern.
Positive Glaubenssätze
Ich bin stets in Sicherheit.
Wachstum und Entwicklung machen mir Freude und Spaß.
Ich habe Spaß bei meiner Tätigkeit.
Ich erreiche viel mit wenig Aufwand.
Alles, was ich anfasse, verwandelt sich in Gold.
Das Leben ist ein Ponyhof / ein Wunschkonzert.
Ich bin einzigartig, so wie ich bin.
Ich darf und ich kann alles, was ich möchte.
Das Leben ist wunderbar.
Ich bin jeden Tag erfolgreicher und besser als gestern.
Ich bekomme alles, was mir zusteht.
Ich lerne mit Leichtigkeit.
Das Wissen und die Umsetzung bringe mir Freude.
Bei mir klappt alles, was ich mir vornehme.
Das mache ich mit links.
Das kenne ich schon, nun wende ich es auch an.
Das Leben ist voll mit tollen Überraschungen. Das Leben fühlt sich jeden Tag besser an.
Was andere über mich denken, interessiert mich nicht. Ich finde mich toll.
Es ist wie es ist, alles passiert zu meinem Besten.
Ich bin interessant und einzigartig.
Ich darf viel Geld haben und meine Arbeit bereitet mir Freude.
Ich bin glücklich, egal, wie viel ich besitze.
Ich finde für alles eine Lösung.
Ich bin immer am richtigen Ort zur richtigen Zeit.
Ich fühle mich vollkommen, alleine oder mit anderen Menschen.
Ich bin gut genug.
Ich bin liebenswert.
Ich bin lebensfähig.
Ich allein kann mich glücklich machen.
Ich habe bereits alles, um glücklich zu sein.
Ich gehöre dazu / ich kann höflich Nein sagen, wenn notwendig.
Ich gewinne immer / ich habe einfach ständig Glück.
Ich habe es selbst in der Hand, was mir hilft.
Ich habe so viel Zeit und so viel Energie. I
Ich habe viele Talente und lebe sie aus.
Ich habe das Beste verdient.
Mir steht alles zu. Ich habe mehr als genug. Ich kann mir alles leisten.
Ich treffe die richtigen Entscheidungen.
Ich erreiche alle meine Ziele.
Ich mache intuitiv alles richtig.
Ich kann anderen Menschen vertrauen.
Ich arbeite gerne mit anderen zusammen.
Ich treffe immer die richtigen Leute.
Ich bestimme, wie die Dinge sich entwickeln.
Ich weiß ganz genau, was ich will.
Ich habe viel Freude in allem, was ich tue.
Ich ziehe Erfolg an.
Ich stoße meine Entwicklung und Veränderung bewusst und mit Freude an.
Glaubenssätze können positiv oder negativ sein, sie bilden immer die Wurzel unserer Ergebnisse. Wenn wir mit den bisherigen Resultaten nicht zufrieden sind, reicht es nicht aus, nur an den Ergebnissen oder den Handlungen zu arbeiten. Für einen langfristigen und dauerhaften Erfolg bilden neue Glaubenssätze die Grundlage und die Quelle für neue Resultate.
Du hast nun die Aufgabe, deine Glaubenssätze und die automatisierten Programme zu erforschen – zu entdecken. Nimm dir dafür Zeit, um deine Gedanken zu beobachten, sie zu sammeln und aufzuschreiben. Teile ein Blatt Papier in drei Spalten und notiere zuerst alle deine Gedanken, die wie Glaubenssätze klingen, vor allem diejenigen, die negativ sind. Dazu gehören auch mentale Muster wie Aberglaube, dem du immer wieder begegnest, zum Beispiel: Die schwarze Katze bringt Unglück. Schreibe auch Sprichwörter und Sätze auf, die du immer wieder in deiner Umgebung hörst oder dir selbst denkst, wie Geld böse ist. Es gibt keinen Aufzug zum Erfolg. Man muss die Treppe nehmen. Wer schön sein will, muss leiden oder auch die Klassiker wie das Leben ist kein Ponyhof.Früher war allesbesser. Und und und … Hier gibt es keine Grenzen, je mehr du findest, desto mehr kannst du verändern. Du solltest jedoch mindestens 30 Punkte finden: Auch wenn sie sich ähnlich anhören oder mit demselben Thema zusammenhängen, setzen sie alle auf die Liste.
Füge in der zweiten Spalte das ungefähre Alter hinzu, wann du glaubst, diesen Glaubenssatz übernommen oder zum ersten Mal gehört zu haben.
Schreibe in der dritten Spalte die Quelle auf, von wem du diesen Glaubenssatz hast oder wo du ihn gehört hast. Mögliche Quellen können sein: Eltern, Geschwister, Schule, Uni, Chef, Kollegen, Werbung, Filme, Freunde.
Notiere anschließend, ob der Glaubenssatz für dich (noch) hilfreich ist oder nicht. Wenn nicht, fange an, ihn durch einen neuen Glaubenssatz zu ersetzen oder ein neues Gedankenmuster dazu zu kreieren.
Nimm dir ausreichend Zeit für diese Übung und wiederhole sie immer wieder, wenn du dein Leben noch einen Schritt weiter bringen möchtest.
Durch das Aufschreiben erzeugen wir neue neuronale Verbindungen in unserem Gehirn und bringen dem Unterbewusstsein die neue Strecke bei. Nutze und fahre diese neue Straße, bis sie sich zu deinem neuen Glaubenssatz gefestigt hat. Entscheide dich bewusst, die alten Muster loszulassen, vor allem alte Redewendungen, und fokussiere einen neuen und vor allem deinen Weg. Lese deine neuen Sätze regelmäßig, am besten täglich.
Ein früher Text über spirituellen Hunger und Sinnsuche. Er bleibt hier bewusst sichtbar – als Teil des Weges, aus dem meine heutige Ausrichtung entstanden ist.
Ja, du hast eine Seele. Und der Sinn deines Lebens ist es, dir ihrer bewusst zu werden und eine echte Verbindung mit ihr zu leben.
Der Begriff Seele wird heute inflationär verwendet und hat dadurch viel von seiner Tiefe verloren. Er taucht in religiösen Kontexten ebenso auf wie in spirituellen Marketingkonzepten oder im Mythos der Dualseelen. Gleichzeitig wird endlos darüber diskutiert, ob wir überhaupt eine Seele haben, wo sie sich befindet und ob sie unsterblich ist. All das schafft eher Verwirrung als Klarheit.
Oft wird angenommen, Seele sei gleichbedeutend mit Psyche – dem griechischen Wort für Seele. Doch Psyche und Seele sind nicht dasselbe.
Psyche und Seele
Das persönliche Selbst ist durch Ich-Bewusstsein gekennzeichnet. Es entsteht durch das Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Vitalität im physischen Körper. Wenn sich diese drei Aspekte verbinden, bildet sich die menschliche Psyche – das, was die Psychologie als Ego bezeichnet.
Die Psyche ist ein nicht-materielles Organ, das im Körper verankert ist und in enger Wechselwirkung mit ihm steht. Sie ist Ausdruck von Eigenbewusstsein und zeigt sich durch Intellekt und emotionale Eigenliebe. Gleichzeitig ist sie Ursprung vieler emotionaler und körperlicher Probleme, weil sie uns dazu bringt, uns ausschließlich mit unserer körperlichen und gefühlsmäßigen Wahrnehmung zu identifizieren.
Ohne die Seele könnte sich die Psyche nicht entwickeln. Die Seele ist der Grund, warum wir hier sind.
Seelenverlust
Der zunehmende spirituelle Hunger unserer Zeit und die endlose Suche nach Sinn stehen in engem Zusammenhang mit einem weitverbreiteten Verlust der Seelenverbindung. Seelenverlust ist keine bloße Metapher und nicht nur ein schamanisches oder psychologisches Konzept. Er entsteht nicht ausschließlich durch Trauma, Missbrauch, Unfälle oder extreme Lebensereignisse.
Manchmal genügt schlichte Missachtung.
Wenn Menschen über lange Zeiträume hinweg ausschließlich auf Funktionieren ausgerichtet sind und die leisen Impulse ihrer Seele ignorieren, beginnt sich etwas zurückzuziehen. Das Leben wird routiniert, bedeutungslos oder leer – auch wenn äußere Strategien weiter funktionieren. Erfolg, Geld, Beziehungen, Unterhaltung oder Ablenkung füllen die Leere nur scheinbar.
Was fehlt, ist die bewusste Verbindung zur eigenen Seele. So wird das ungelebte Leben zu einem stillen Hintergrundschmerz.
Die Kernwunde
Für mich bedeutet Seelenverlust vor allem die Trennung vom eigenen göttlichen Wesen – von Seele, Höherem Selbst und Monade. Die meisten Menschen haben keinen bewussten Kontakt zu ihrer Seele. Stattdessen bleibt ein diffuses Sehnen, das oft romantisiert wird – als Suche nach der Dualseele oder dem Seelenpartner.
Eine der tiefsten Kernwunden vieler Menschen ist, niemals wirklich gesehen worden zu sein. Wenn das einzigartige Wesen, das wir sind, nicht wahrgenommen wird, beginnt sich die Seele zurückzuziehen. Das Menschsein leidet im Schatten dieses Getrenntseins – bewusst oder unbewusst.
Manche spirituellen Lehren sagen, die Seele könne nicht verwundet werden. Das ist wahr – und zugleich nicht. Über viele Inkarnationen hinweg kann sie verletzt, fragmentiert oder abgespalten werden, meist als Schutzreaktion auf unerträgliche Erfahrungen.
Jetzt beginnt für viele die Phase der Integration: die bewusste Verbindung zwischen Persönlichkeit (Psyche) und Seele.
Was Persönlichkeit braucht – und was die Seele braucht
Das gesunde Ich benötigt Sicherheit, Anerkennung, Schutz und irdische Erfüllung, um seine Aufgaben zu meistern.
Die Seele hingegen kennt den größeren Zusammenhang. Sie trägt die Erinnerung an alle Inkarnationen, an Talente, Aufgaben und den inneren Plan dieses Lebens. Sie ist der Ort unserer tiefsten Absichten, unserer Bedeutung und unseres Sinns.
Hier entstehen die Antworten auf Fragen wie:
Warum bin ich hier?
Was ist meine Aufgabe?
Was ist meine Berufung?
Was will durch mich in die Welt?
Die drei Bewusstseinsebenen
1. Persönlichkeitsbewusstsein Der Mensch identifiziert sich mit der Form und beginnt, schöpferisch in der äußeren Welt zu wirken.
2. Seelenbewusstsein Der Mensch erkennt die seelischen Qualitäten hinter der Form und beginnt, sich mit der Seele als wahrem Selbst zu identifizieren.
3. Geistiges Bewusstsein Der Mensch erkennt den göttlichen Willen und den größeren Plan, den die Seele durch die Persönlichkeit zum Ausdruck bringt.
Ich bin die Seele
Diese Affirmation stärkt die Identifikation mit der Seele als wahrem Selbst. Sie ist zunächst ein Akt des Vertrauens – und wird mit der Zeit zu erfahrener Realität.
Indem wir uns bewusst als Seele wahrnehmen, beginnen unsere Handlungen, Gedanken und Beziehungen aus dieser Ebene heraus gelenkt zu werden. So entsteht allmählich eine Brücke zwischen Persönlichkeit und Seelenbewusstsein.
Ich bin Liebe –
Ich bin geistiger Wille –
Ich habe einen Lebensplan
Diese Aussagen vertiefen die Verbindung zu den drei Aspekten der Seele:
Wille
Liebe-Weisheit
Intelligenz
Mit zunehmender Bewusstheit beginnt sich unser Leben stimmig auszurichten. Auch schwierige Situationen verlieren ihren Sinnverlust – sie werden Teil eines größeren inneren Zusammenhangs.
Der Weg
Der Mensch ist ein Wesen in Entwicklung. Das Bewusstsein erweitert sich über viele Leben hinweg. Je bewusster wir werden, desto klarer erkennen wir, dass unsere Inkarnationen Teil eines viel größeren schöpferischen Geschehens sind.
Die bewusste Verbindung mit der Seele ist kein Rückzug aus dem Leben – sondern seine eigentliche Verkörperung.
Dieser Text stammt aus einer früheren Phase meiner Arbeit, in der die bewusste Verbindung zur Seele und zu höheren Bewusstseinsebenen im Mittelpunkt stand.
Heute arbeite ich nicht mehr mit spirituellen Modellen oder Bewusstseinsstufen, sondern mit der konkreten inneren Architektur, aus der Menschen führen, entscheiden und präsent sind.
Was geblieben ist, ist die Erfahrung, dass Sinn nicht durch Konzepte entsteht, sondern durch gelebte innere Anbindung.
Diese Anbindung zeigt sich heute weniger als spirituelle Suche – sondern als innere Führung, Klarheit und Zugehörigkeit im gelebten Leben.
Ein früherer Text über Persönlichkeit, Seele, Einweihung und Verantwortung. Ich lasse ihn bewusst sichtbar, weil er einen wichtigen Abschnitt meines Weges widerspiegelt – und weil viele der hier beschriebenen Missverständnisse bis heute wirksam sind.
Es gibt nicht mehr viel, was mich so leicht aus meiner inneren Ruhe bringen kann, aber Angebote wie das folgende können das noch. In meiner eigenen Praxis erlebe ich ja ständig, dass viele Menschen auf dem Weg glauben, sie müssten diesen Ideen folgen – manchmal mit fatalen Folgen. Einfach, weil sie es nicht besser wissen und oft in der Hoffnung, etwas/jemand wird jetzt schnell und effektiv alle ihre Probleme beseitigen. Und Egotod klingt irgendwie schräg genug … für die Abenteurer, und die Ewigsuchenden vertrauen sich gerne jedem an, der die richtige Locksprache verwendet.
„Ich arbeite mit Einzelpersonen, die auf ihrem Weg zur Ichlosigkeit, zum Erwachen begleitet werden möchten. Der Prozess des Erwachens ist mitunter sehr verwirrend und schmerzhaft – er bedeutet den Tod des Egos. Ich biete Unterstützung dabei, dass Du Dich unterwegs nicht verläufst und möglichst bald Dein Ziel erreichst. Der Prozess des Erwachens ist mitunter sehr verwirrend und schmerzhaft und führt sehr oft zu starken Widerständen und krisenhaften Zuständen, die von der Außenwelt und mitunter auch vom Individuum selbst als psychische Störung oder Lebenskrise interpretiert werden. “ Zitat Ende;
Eine Psychologin, Yoga & Tanztherapeutin mit buddhistischem Hintergrund
Ich bin mir auch sehr bewusst darüber, dass meine Irritation mit dem leidigen Thema keineswegs daran viel verändern wird. Aber wenn es nur ein paar Personen hilft, durch diesen Artikel etwas mehr Klarheit darüber zu bekommen, dann hat es sich schon gelohnt. Ständiges Schweigen hilft halt auch nicht immer.
Der Tod des Egos, Weg zur Ichlosigkeit
Es ist schwer nachvollziehbar, dass diese Vorstellung bis heute so hartnäckig propagiert wird. Ich verstehe nicht, was so schwer daran ist zu verstehen, dass das erstens gar nicht geht und zweitens völliger Unsinn ist. Warum also immer noch diese alte Leier herunterbeten? Die Egopersönlichkeit kann nicht zerstört werden, sie kann nur kennengelernt, integriert und mitgenommen werden auf dem Weg der persönlichen Entwicklung – dem Pfad der Bewusstseinsarbeit.
Warum um Himmels willen soll jemand Ichlos werden wollen? Auf dieser Erde und in dieser Zeit? Wie sollte denn dann das normale Leben gemeistert werden? Nur weil das mal vor langer Zeit gesagt wurde?
Keiner der „Anbieter von Ichlosigkeit“ hat diesen Zustand selbst erreicht. Dennoch halten viele verkrampft an der Idee fest – vermutlich, weil sie nicht wissen, wie sie sich aus diesem Denkrahmen wieder lösen können. Manchmal erfordert Entwicklung schlicht, einen Irrtum einzugestehen und weiterzugehen. Kein Drama. Bleibt diese Einsicht jedoch aus, verharrt man in einem Konzept, das längst nicht mehr trägt.
Persönlichkeit, sprich Ego und die Seele
Die Struktur für unser geistiges Selbst hat oft unterschiedliche Namen, und es gibt verwirrend viele Modelle. Wörter werden oft unterschiedlich angewendet bzw. ausgelegt – und deshalb ist es so leicht, Menschen zu verwirren und zu täuschen, da sich kaum jemand die Zeit nimmt herauszufinden, was denn mit den einzelnen Worten und Konzepten wirklich gemeint ist.
Ich verwende das Modell: Mensch (Persönlichkeit), Seele, Höheres Selbst und darüber die Monade.
Im Laufe der Inkarnationen gibt es das Leben und den Moment, wo die Persönlichkeit genügend gereift ist, dass sie beginnt, sich mit der Seele zu verbinden. Letztendlich führt das zu einer harmonischen Verschmelzung mit der Seele – wenn alles gut geht – und dieser Prozess kann unter Umständen viele Leben dauern.
Diesen Verschmelzungsprozess hat man irrtümlich als „Egotod“ bezeichnet. Tatsächlich stirbt das Ego nicht – es wandelt sich. Es wird bewusster, integrierter, tragfähiger. Dieser Prozess ist langsam und kann nicht beschleunigt werden. Die menschliche Psyche ist dafür im normalen Leben schlicht nicht ausgelegt. Wer lebt schon dauerhaft im Ashram oder Kloster?
Und selbst in solchen Gemeinschaften wird eine wirkliche Seelenverschmelzung nur selten erreicht. Häufig werden emotionale Themen eher unterdrückt oder ausgehungert, während Regungen und Bedürfnisse des physischen Körpers in den Astral- bzw. Emotionalkörper verschoben und dort gebunden bleiben. Viel Zeit wird im Mentalraum oder in Zuständen des „Nicht-Seins“ verbracht – aus dieser Perspektive entstehen dann die Vorstellungen von „Egolosigkeit“.
Ist ja nicht, dass ich das nicht auch schon so versucht habe – aber, auch ich musste wieder „runter vom Dach“ und ordentliche Zwischenetagen bauen. D. h. alle feinstofflichen Körper müssen auf dieser Reise ins höhere Bewusstsein (früher auch Erleuchtung genannt) mitgenommen werden. Alle Ereignisse (Dramen, Traumen, Schmerzen) dieses Lebens und auch anderer Leben sind im EMOTIONAL- ASTRALKÖRPER gespeichert. Der Mentalkörper hat dafür keine gesunden, nachhaltigen Lösungen, denn er ist auf einer ganz anderen Frequenzebene. Er hat nur Bypassing (also eine Umgehung) im Repertoire.
Und, Mentalkörper Erleuchtung ist eben nur die halbe Miete. Ohne einem geheilten, geklärten und updated Emotional- Astral Körper gibt es keinen vollständigen Zugang zum Buddhi Körper, sprich zum Höheren Selbst. Die Schwingungsfrequenz wäre zu niedrig. Das Ziel jedes ernsthaften „Jüngers auf dem Pfad“ ist es allerdings, die Buddhi-Ebene zu erreichen – nur weiß keiner mehr davon … außer den (übrig gebliebenen) Schülern der Ageless Wisdom Teachings von DK/Alice Bailey.
Ich denke, ihr wisst alle, wie schwer es letztendlich ist, nur kleine Dinge in sich permanent zu verändern; es geht selten von heute auf morgen. Die gesamte Struktur des Emotionalkörpers inklusive der Inneren Personen, die ja die Persönlichkeit (Ego) ausmachen, schnell zu verändern bzw. gänzlich aufzulösen ist doch totaler Schwachsinn. Eine kohärente Verbindung aller Inneren Anteile mit einem Bewussten Ich (Seele) dauert schon eine gefühlte Ewigkeit, wenn man weiß, was man tut. Es ist unglaublich viel innere Arbeit damit verbunden; bei vielen Menschen ist auch Therapie notwendig, um die Wunden und Traumen der einzelnen Teile in sich heilen zu können!
Also, „möglichst bald dein Ziel zu erreichen …“ das kann nur jemand ohne eigene gültige Seelenanbindung „anbieten“, ansonsten weiß man, wie unverantwortlich und letztendlich unethisch das ist.
“Euer Ego ist als Sensor für euer äußeres Leben gedacht. Ihr könnt es weder loswerden noch sublimieren. Falls ihr das versucht, wird das alte Gesetz des Universums “Wenn man sich etwas widersetzt, bleibt es bestehen” das Ego in eine immer noch stärkere Position bringen.
Euer Ego ist ein überaus wertvoller Aspekt von euch. Es muss nur ins Gleichgewicht gebracht werden.”
Zitat aus: “P`TAAH Das Geschenk” von Jani King
Was passiert also zwischen der Seele und der Persönlichkeit?
Während intensiver Persönlichkeitsarbeit (dem Erwachen) bekommt die Seele von uns ein Signal, dass wir „aufwachen“ und erst dann fängt sie an, sich für den physischen Menschen (sich selbst in Inkarnation) zu interessieren. Für die normale Seele und dem Menschen beginnt erst jetzt die Phase der Annäherung und einer eventuellen Seelenverbindung, was letztendlich zu einem seelendurchfluteten Menschen führt und einen großen Einweihungsschritt darstellt. Die einzige Ausnahme davon ist eine sehr fortgeschrittene Seele. Die ist oftmals gleich von Geburt an sehr präsent und sorgt dafür, dass die Persönlichkeit nicht zu weit vom Weg abkommt (was natürlich auch passieren kann), denn sie hat kein Interesse daran, neues Karma zu kreieren.
Also, eine bewusste Seelenverbindung mit der Persönlichkeit herzustellen ist knallharte Arbeit und führt keineswegs zu einem Egotod oder Ichlosigkeit, sondern zu mehr (innerer) Führung der Seele über die Persönlichkeit!
Nachdem die Phase der Seelenverschmelzung mit der Persönlichkeit abgeschlossen ist, fängt die Seele den Prozess an, sich mit dem Höheren Selbst zu verbinden. Das ist die Phase, wo der Kausalkörper anfängt, sich (LANGSAM) aufzulösen und alles, was dort gespeichert ist, geht ins höhere Bewusstsein über. So beginnt sich die SEELE langsam „aufzulösen“ indem sie wieder ins Höhere Selbst (HS) „absorbiert / zurückgebracht“ wird.
Das könnte man als „Egotod“ bezeichnen, vor allem, wenn man bedenkt, dass in manchen (alten) Lehren das Wort Ego für die Seele steht. Das wird auch als die Phase des „Horrors des Nicht-Seins“ beschrieben und ich denke, diesen Zustand haben die buddhistischen Meister gemeint, als sie vom Egotod sprachen, sie hatten halt nur keine besseren (und modernere) Erklärungsmodelle für westliche Schüler.
Viel später dann beginnt das HS sich wiederum mit ihrer Monade zu verschmelzen. D.h. die Monade kann auf der Ebene des HS beliebig Veränderungen durchführen und Inhalte auslesen und sobald das menschliche Bewusstsein alle Ebenen des HS durchschritten hat und die monadische Ebene erreicht und sich damit verbindet, zieht die Monade das HS in sich zurück. Sie könnte das HS aber jederzeit auch wieder aus ihrem Memory-Komplex („Gedächtnis“) manifestieren . . . ja, sie könnte nach dem Erfahren der Ebene der Persönlichkeit sogar alle Ebenen bis hinunter in die physisch-ätherische neu manifestieren, da sie am Entwicklungsweg die Kontrolle über alle Ebenen bis ganz nach unten erlernt hat. Der Kausalkörper ist da die wesentliche Zwischenstruktur, die nur bis zum Erreichen des Höheren Selbst von der Persönlichkeit aus (das der Manifestation der Monade entspricht) nötig ist und danach wie Stützräder vom Fahrrad abmontiert wird.
Bei diesen Verschmelzungsprozessen geht allerdings nichts verloren, es fühlt sich aber immer wieder so an, deshalb wird von Tod oder Auflösung gesprochen. In diesen Prozessen wird das gesamte Wissen, das die Seele bzw. das HS über lange Zeit angesammelt hat, in die nächsthöhere Ebene „transferiert“ und so wird das ganze Wissen, das ganze Erlebte, dem ganzen Wesen auf der neuen Ebene zur Verfügung gestellt. Und das ist das „Opfer“, das immer wieder geleistet wird; man „stirbt“ durch die einzelnen Phasen und findet sich neu auf der nächsten Ebenen wieder; das ist es, von dem immer wieder berichtet wird.
Aber die meisten Menschen gegenwärtig auf Erden sind so weit vom Stadium eines Egotods entfernt wie die Erde von Jupiter. Meines Wissens gibt es nur ungefähr 10.000 Menschen derzeit auf Erden, die sich bewusst in den Buddhi-Körper (Höhere Selbst Ebene) bewegen – und das ist schon eine Guru+ Ebene.
Eine kurze Zusammenfassung der verschiedenen Stufen des Erwachens oder auch Einweihung genannt
Das Wort „Einweihung“ ist ja sehr unpopulär geworden, aber ich habe noch keinen besseren Ersatz dafür gefunden, ohne alles bis ins Unkenntliche zu verzerren. Inzwischen bin ich der Meinung, dass Menschen auf dem Weg bestimmte „Worte“ zugemutet werden können (wie Esoterik und Einweihung) und dass sie in der Lage sind, klar zu unterscheiden, wann wer wovon spricht.
Ich verwende als Erklärungsmodell für die einzelnen Einweihungsebenen das Ageless Wisdom Teaching von DK/Alice A. Bailey, um bestimmte größere Meilensteine in der Bewusstseinsentwicklung eines Menschen verständlicher zu erklären.
Erste Einweihung – das sogenannte Erwachen
Zur Zeit bewegen sich Millionen von Menschen in Richtung 1te Einweihung. In dieser wichtigen Phase geht es um die erstmalige BEWUSSTE Verbindung des physischen Körpers mit der Seele. Das bedeutet, dass die Seele sich jetzt immer aktiver darum bemüht, den Annäherungsprozess der Persönlichkeit zu unterstützen. In der westlichen Welt, wo immer mehr Menschen ein gesünderes, sportlicheres Leben anstreben und damit beginnen, ihren Körper bewusst zu führen (statt allen körperlichen Vorlieben unbewusst nachzugeben und somit der Körper die Führung wieder übernimmt), zeigt sich das ganz deutlich.
Man „wacht auf“, kümmert sich mehr um die Umwelt, überlegt genauer was dem Körper zugeführt wird, man wird wesentlich sensibler auf Umwelteinflüsse usw. Der Mensch schaut auf seinen Körper und lernt ihn zu feiern, zu genießen und als göttlich zu betrachten. Das wachsende Bewusstsein darüber, dass der Körper der physische Tempel ist, der die Seele beherbergt, hilft dabei, das Leben (wieder) etwas mehr als sinnliche Freude zu erfahren. Der Mensch wird zum ersten mal wirklich BEWUSST darüber, dass er mehr als nur ein Körper ist und (eventuell) eine Seele hat. Er beginnt sich „mit oben“ zu verbinden bzw. versucht herauszufinden, wie das am besten bewerkstelligt werden kann. Schließlich gipfelt diese Bemühung in der ersten Einweihung.
Diese Einweihung nimmt die eigene Seele an der Persönlichkeit vor und hat nichts mit einer physischen Zeremonie zu tun – die Zeremonie findet auf der Ebene des Kausalkörpers der Seele statt und kann im Gehirnbewusstsein der Persönlichkeit registriert werden. Die Seele ist ab diesem Zeitpunkt zum ersten Mal bewusst mit der Persönlichkeit verbunden. Dieses Ereignis hat permanenten Charakter und die Verbindung bleibt für alle folgenden Inkarnationen bestehen.
Der große Schritt zur 1ten Einweihung geschieht in der modernen Zeit als Gruppe, denn ein bestimmtes Gruppen- oder Gemeinschaftsbewusstsein muss dafür bereits existieren, um als Gruppe das zu schaffen – was es jetzt tut.
Zweite Einweihung bzw. die nächste Stufe des Erwachens
The 2te Einweihung betrifft jetzt in einem verhältnismäßig großen Ausmaß die gesamte Menschheit. Diese Einweihung betrifft jenen Aspekt der Persönlichkeit, der einem jeden die größten Schwierigkeiten bereitet: die Inhalte des Emotional- und Astralkörpers. Heute wird die Mehrheit der Menschen von Gefühlen und einer empfindsamen Erwiderung auf Umstände getrieben. Hier geht es um die Astralebene, mit ihrer Unbeständigkeit, ihren Stürmen, ihrer Ruhe, ihren überwältigenden emotionellen Reaktionen. Sie reagiert auf jede Anregung, jeden Wunsch und alle Begierden.
Wenn man sich der 2ten Einweihung nähert bzw. tief darin steckt, spürt man das recht schnell, denn viele alte (oft schon als erledigt abgehakt) Probleme emotionaler Natur tauchen erneut auf. Man beginnt, sich mit Emotionen, Beziehungen usw. auf einer wesentlich tieferen Ebene zu beschäftigen. Jetzt geht es um die emotionale Seelenanbindung und die Vertiefung des Erwachens. Das bedeutet, dass die Seele sich über das Herzchakra in den Solar Plexus bewegt und versucht, sich mit der kompletten Gefühlsnatur der Persönlichkeit zu vereinen. Das ist die Ebene des Emotionalkörpers mit allen Inneren Anteilen und der Astralebene. Das ist sicher die schwierigste aller Phasen auf dem Weg und wurde in der Vergangenheit auch von vielen „Jüngern auf dem Pfad“ versucht zu umgehen. Die gesamte christliche wie auch östliche Spiritualität hat das bis zum Exzess praktiziert.
Wie wichtig diese Phase für viele Millionen Menschen (und die gesamte Menschheit) ist, zeigt sich klar durch die absolute Explosion an Literatur, Workshops, Seminaren usw., die sich jetzt mit emotionalen Themen beschäftigen. „Aus dem Kopf in den Körper oder in die Emotionen“ ist das grundlegende Thema. Man beginnt sich sehr intensiv mit dem Inhalt des Solar Plexus auseinanderzusetzen. Gleichzeitig muss das Herzchakra weiter geöffnet und geheilt und mit der zunehmenden Seelenenergie vertraut gemacht werden. Viele Seelen, die bereits höhere Einweihungsstufen aus anderen Leben hinter sich haben, sind jetzt wieder inkarniert, um genau dieses fehlende Stück Bewusstsein „nachzuholen“, da es erst jetzt wirklich möglich geworden ist. In früheren Zeiten und Leben gab es dafür kaum Gruppenbewusstsein und auch keine geeigneten Lehrer. Einige meiner Klienten kommen aus dieser Gruppe.
Moderne buddhistische Lehrer fangen an zu erkennen, dass ein rein mentaler Weg und alte östliche Lehren nicht mehr ausreichend sind für westliche Schüler und Aspiranten und beginnen, sich den Herausforderungen und Bedürfnissen eines Menschen, der sich auf die 2. Einweihung vorbereitet, oder sich schon mitten darin befindet, mehr gerecht zu werden. Psychologen mit buddhistischem Hintergrund wie John Welwood and Robert Augustus Masters sind z. Zt. bahnbrechend, indem sie neue Wege aufzeigen, wie Buddhismus, Emotionalität, Spiritualität und normales Leben auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden können, und so zu lebbarer Spiritualität werden.
Ab der 2ten Einweihung kann die Seele bewusst die Persönlichkeit nutzen und damit arbeiten und man ist „fix“ auf dem (spirituellen) Pfad/Weg angekommen.
Dritte Einweihung – Vertiefung des Erwachens
Ab der 3ten Einweihung wird der Kausalkörper, der jetzt Teil der inkarnierten Persönlichkeit geworden ist und sich jetzt „nach oben“ richtet, dauerhaft mit dem Höheren Selbst und der Monade verbunden. Ab diesem Zeitpunkt fließen 75% Buddhi-Substanz (Höhere Selbst Substanz) durch den Ätherkörper. Der Kausalkörper verliert ab diesem Zeitpunkt an Einfluss, da jetzt eine direktere Verbindung zwischen Persönlichkeit und Höherem Selbst besteht.
Die 3te Einweihung kann noch im selben Leben (wie die 2te) oder im darauffolgenden Stattfinden. Dabei handelt es sich meist um eine mühsame Zeit, in der die Persönlichkeit sich zunehmend mental von den Stufen der Persönlichkeit ausgehend, in die noch höheren Ebenen zwischen dem Kausalkörper und dem Höheren Selbst ausdehnt. Es geht jetzt darum, konkrete mentale Spannungen durch widersprüchliche Gedankenmodelle auszugleichen, zu integrieren und zu bereinigen. Das passiert, indem das höhere Denken zunehmend durch das Höhere Selbst über die Intuition „erleuchtet“ wird und die Persönlichkeit immer mehr zu einem passiven Empfänger der Gedanken der Seele wird. Sie ist jetzt aber auch Empfänger der seelischen Empfindungen über den Emotionalkörper und damit bereit, etwas leichter die Energien des Höheren Selbst zu empfangen. Die Seele, die sich jetzt mit der Persönlichkeit vereint hat, beginnt sich in diesem Prozess gemeinsam mit der integrierten Persönlichkeit dem Höheren Selbst zuzuwenden. Sobald ein bestimmter Punkt relativ stabil erreicht wird, kommt es zur dritten Einweihung. Das bedeutet, dass die seelenintegrierte Persönlichkeit durch das Feuer der Monade fest mit dem Höheren Selbst verbunden wird.
Der Mensch ist jetzt zum ersten Mal mit dem Höheren Selbst BEWUSST vereint. Es strömen jetzt ca. 75% der höheren Energien durch seinen physischen Körper. Die Seele hat damit ihre Führungsposition zum Teil schon an das Höhere Selbst abgegeben, welche ab diesem Zeitpunkt die Führung über die Seele bzw. die damit verbundene Persönlichkeit übernimmt. Die „Eingeweihte“ ist damit auf einem Level angelangt, wo ihr echte „Macht“ zum ersten Mal anvertraut wird, da sie unter fester Führung ihres göttlichen Selbst steht und damit diese Macht verantwortlicher handhaben kann. Nicht Macht im weltlichen Sinne. Bei Macht meine ich hier, dass dieser Mensch bewusster weiß war er/sie tut und kann andere auf ihrem Weg unterstützen bzw. begleiten. Macht, wo energetische Dinge schneller verändert werden können. Macht, andere mental und emotional leichter zu „lenken“. Macht, Energien in die Welt zu bringen, die viel verändern und bewirken können. Also ja, Macht, die mit SEHR viel Verantwortung kommt. Man geht durch eine längere „Testphase“ wo eben genau beobachtet wird, wie man mit der neu-erlangten Macht im täglichen Leben umgeht, wie sie angewendet wird, wo es noch Schwachpunkte gibt usw. Man lernt im Anwenden – im täglichen Leben. Und so kommen sukzessiv die nächsten „MachtEbenen“ dazu, wenn das HS darauf vertraut, dass die Persönlichkeit damit umgehen kann.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die ersten drei Einweihungen darin bestehen, die Persönlichkeit mit ihrer Seele sukzessive zu verbinden:
In der ersten Stufe wird der bereits beherrschte physische Körper sowie das Herzzentrum mit dem Kausalkörper verbunden, wobei die Seele noch lernen muss, mit den Emotionen der Persönlichkeit richtig umzugehen. Bis zur nächsten Stufe können noch viele Leben verstreichen.
In der zweiten Stufe erfolgt die vollständige Anbindung des Herzzentrums über den Solar-Plexus an den Emotionalkörper der Persönlichkeit, der jetzt stabil unter der Führung der Seele steht.
In der dritten Stufe wird schließlich der Kausalkörper der Seele auf den oberen Mentalebenen über die Energie der Monade mit dem Höheren Selbst permanent verbunden.
Einweihungen Vier bis Neun
Die gibt es auch, sind aber hier nicht wichtig, denn es befindet sich kaum jemand in diesen Phasen. Erst ab der 5ten Einweihung beginnt man die Phase der Kausalkörperauflösung (also der „Egotod“ – Ego als Wort für die Seele) durchzustehen und das betrifft z. Zt. vielleicht 150 Menschen von acht Milliarden, also warum davon überhaupt reden? Und ab der sechsten befindet man sich (meist) nicht mehr in einem physischen Körper.
Einen Einweihungsweg zu gehen, bringt viele Herausforderungen mit sich und auch Schwierigkeiten mit dem physischen Körper.
Teilweise unsägliche Müdigkeit, gefolgt von aktiven Phasen. Genauer über die Zustände zu berichten, die ich auf meiner Entwicklungsstufe erlebe, macht keinen Sinn, denn es kreiert meistens mehr Verwirrung als gutes, denn Menschen haben eine Tendenz, diese Zustände dann auf sich zu projizieren und das führt unweigerlich in turbulentes Fahrwasser für die Betroffenen. Ich beobachte das immer wieder mit den Lehren von Eckhart Tolle. Nichts, was er sagt, ist falsch, keineswegs. Es passt nur nicht für Menschen, die kaum eine stabile Seelenanbindung haben! Sie plagen sich mit Theorien und Konzepten, die für ihren Entwicklungsstand überhaupt nicht vorgesehen sind. Und wir bekommen dann viele Facebook Postings mit endlos langweiligen Sprüchen … und so mutieren tiefsinnige Weisheiten zu Gedankenmüll.
In meinem Fall führt meine Entwicklungsphase oftmals zu längeren „Auszeiten“ (deshalb hört ihr immer wieder, mal länger nichts von mir), weil ich es in bestimmten Phasen kaum schaffe, mich mit „normalen“ irdischen Dingen zu beschäftigen. Der Computer, Denken, Schreiben usw. wird zur Qual. Und ohne die Unterstützung von den Menschen, die mir nahestehen und meinen Gruppen, wäre es für mich fast unmöglich, diesen Spagat zwischen Mensch und Höchstem Selbst täglich zu navigieren. Es ist also auch ein Gruppenprojekt. Und ab der 3. Einweihung ist die Begleitung eines:r Meister:in absolut notwendig.
Ich hoffe, ich konnte etwas mehr Klarheit in dieses verzwickte Thema bringen, denn es ist nicht o.k. wenn vor allem Menschen bei Verdacht auf schwere Traumata, besonders wenn eine hohe Suggestibilität bei niedriger innerer Stabilität vorliegt, suggeriert bekommen, dass, wenn sie ihr Ego auflösen, alles gut wird! Das gesamte Überlebenssystem der Person inklusive Wächter, geht auf Höchstalarm, denn wenn es kaum Schutzbarrieren gibt, ist es durchaus möglich, durch diverse spirituelle Techniken in Verbindung mit Egoauflösung direkt mitten im tiefsten, dunkelsten Bereich zu landen, und das könnte fatale Folgen (Re-Traumatisierung, spontane Dekompensation, Psychose etc.) haben!
Macht euch also bitte klar: Egotod und Ichlosigkeit anzustreben tut genau das Gegenteil und kann zu schweren Psychosen führen! Und nährt ein Feld, welches schon lange nicht mehr genährt gehört! Bitte seid achtsam, geht nicht leichtfertig mit euch um, bedenkt die Folgen und übernehmt Verantwortung für euer Handeln und Denken.
Viele Menschen wissen, was „Felder“ bewirken. Doch kommt zu diesem Wissen das Erlebnis der Erfahrung hinzu, so öffnet sich uns eine höhere Dimension des Seins. Meine „Arbeit“ hier auf Erden beinhaltet auch, das FELD eines friedlichen, ko-kreativen, ko-evolutionären, ko-inspierten WIR zu nähren. In dieses Feld kommt man allerdings erst erfolgreich, wenn die Seele mit ihrer Persönlichkeit verschmilzt. Und das ist es, was so viele von euch zu schierer Verzweiflung bringt, dass das „so langsam geht“ und Leute sich kaum von ihren alten Emotionen und Gedanken lösen können. Es wird keine nachhaltige, tiefgreifende Veränderung passieren, bis diese Stufe nicht von einer großen Gruppe Menschen erreicht ist.
Aber viele sind auf dem Weg!
Dieses neue WIR-Feld gibt es jetzt und schwingt als Noosphäre um den gesamten Erdball. Dieses FELD wird genährt von der Kraft und Weisheit unseres Herzens. Nicht durch nachgeplapperte Ideen der Ichlosigkeit und des Egotods. André Heller sagte gerade in einem Interview, dass unsere Muttersprache nicht Deutsch oder Swahili ist, sondern MITGEFÜHL! Wie schön 😄.
In diesem Sinne AUFWACHEN und aufhören, Felder zu nähren aus Unwissenheit oder einfach aus Starsinn.
Freude und Segen und umfassendes Gelingen dir, euch, uns allen. Zusammen erleben wir Einheit in der Vielfalt, Individualität in der Gemeinschaft. Auf unser aller Neues WIR.
Dieser Text gehört zu einer früheren Phase meiner Arbeit. Heute leite ich keine spirituellen Gruppen mehr ausser meiner langjährigen MasterClass. Mein heutiger Schwerpunkt liegt auf einer integrativen, verkörperten Praxis, die innere Stabilität und Verantwortung ins Zentrum stellt.