Warum es keine Exit-Klausel gibt

Warum es keine Exit-Klausel gibt

Ein früher Text über Inkarnation, Verantwortung, Erinnerung und Wahl.
Er bleibt hier bewusst sichtbar – als Teil des Weges, aus dem meine heutige Ausrichtung entstanden ist.


Die Worte des sogenannten „Inkarnationsvertrages“ wurden von Joe Conrad im Jahr 2002 publiziert. Ich nehme sie hier bewusst als Thema auf, weil die Fragen, die sie berühren, bis heute aktuell geblieben sind.

Die Debatte darüber, ob es Inkarnationen überhaupt gibt, wird nach wie vor kontrovers geführt. Es steht selbstverständlich jeder Person frei, aus persönlichen, religiösen oder weltanschaulichen Gründen die Reinkarnationslehre abzulehnen.

Mich interessiert an dieser Diskussion vor allem ein Argument, das immer wieder angeführt wird: die Annahme, sämtliche Erinnerungen an frühere Leben würden über die DNA transportiert. Für manche gilt dies als scheinbar wissenschaftlicher Beweis gegen die Idee der Reinkarnation.
Die Vorstellung, dass alle Erinnerungen früherer Leben ihren Ursprung im genetischen Material hätten und über Generationen weitergegeben würden, halte ich jedoch in vielerlei Hinsicht für nicht stichhaltig.

Unbewusste Erinnerungen an traumatische Erlebnisse aus früheren Existenzen können durchaus einen tiefen Abdruck im gegenwärtigen Körper hinterlassen. Dieser Abdruck ist jedoch nicht genetischer Natur. Die molekularen Codes des aktuellen Körpers sind neu und beziehen sich auf den jetzigen physischen Organismus.
Innere Überzeugungen, Haltungen und Prägungen des Seelengeistes beeinflussen das biologische Gehirn – ja. Es gibt auch Forschungen, die davon ausgehen, dass eine überdauernde Intelligenz, zu der energetische Eindrücke und Erinnerungsspuren aus früheren Leben gehören, biologische Prozesse beeinflussen kann.

Doch das bedeutet nicht, dass Erinnerungen aus früheren Leben im engeren Sinn in der DNA gespeichert wären. Vielmehr handelt es sich um Seelenerinnerungen, die aus tieferen Bewusstseinsschichten stammen. Dazu zählen auch Erfahrungen aus nicht-physischen Existenzformen – aus Räumen, in denen wir keinen Körper tragen.

Ein weiteres Argument gegen eine rein genetische Erklärung ist die Vielfalt früherer Inkarnationen. Die Körper, die wir in früheren Leben hatten, sind genetisch in der Regel nicht mit unserer jetzigen Familie verwandt. Während jemand in einem Leben Teil einer bestimmten Familie gewesen sein mag, kann er sich im nächsten Leben für eine völlig andere Herkunft entschieden haben.
Viele Menschen haben frühere Leben in unterschiedlichen kulturellen, ethnischen oder geographischen Kontexten geführt – ohne jede genetische Verbindung zur heutigen Inkarnation. Erinnerungen an andere Welten oder nicht-menschliche Existenzformen lassen sich ohnehin nicht über menschliche DNA erklären.

Was hier als „genetische Erinnerung“ bezeichnet wird, sind in Wahrheit Erinnerungen der Seele.

Erinnerungsebenen nach Michael Newton

Der Forscher Michael Newton († 2016) unterschied drei Ebenen von Erinnerung:

1. Bewusste Erinnerung
Sie umfasst all jene Inhalte, die im biologischen Gehirn gespeichert sind und vom bewussten Ich wahrgenommen werden. Diese Erinnerungen entstehen durch Sinneseindrücke, emotionale Erfahrungen sowie durch biologische und instinktive Prägungen. Sie sind anfällig für Verdrängung, Verzerrung und Schutzmechanismen.

2. Unsterbliche Erinnerung
Diese Ebene entspringt dem Unterbewusstsein. Sie ist mit autonomen Körperfunktionen verbunden und dient zugleich als Speicher bewusster Inhalte. Die unsterbliche Erinnerung kennt die Ursprünge dieses Lebens ebenso wie jene anderer physischer Existenzen. Sie bildet die Brücke zwischen Bewusstsein und Überbewusstsein.

3. Göttliche Erinnerung
Diese Erinnerungen entstammen dem Überbewusstsein – dem Bereich der Seele. Gewissen, Intuition und Inspiration können Ausdruck dieser Ebene sein. Die göttliche Erinnerung verweist auf eine Intelligenz, die größer ist als das individuelle Selbst und nicht an einen Körper gebunden ist.

Ich bin mir bewusst, dass es im Feld der Reinkarnation viel Verzerrung und Projektion gibt. Aus diesem Grund habe ich bereits vor vielen Jahren Seelenrückführungen aus meinem Angebot genommen.
Die immer gleichen Erzählungen – die x-te Kleopatra, Napoleon oder Königin eines großen Reiches – führen selten zu Erkenntnis, wenn die Bereitschaft fehlt, die gewonnenen Informationen tatsächlich zu integrieren.

Meine Erfahrung ist: Wenn Wissen aus anderen Leben relevant ist, zeigt es sich von selbst. In meiner Arbeit – etwa in CoReOn-Gruppen – wurden frühere Leben nur dann betrachtet, wenn es für ein aktuelles Thema notwendig war. Besonders im Bereich Beziehung zeigt sich häufig eine karmische Vorprägung, die sich über mehrere Leben hinweg wiederholt.
Die Informationen, die dabei auftauchen, sind selten angenehm. Meist handelt es sich um unverarbeitetes Trauma, nicht um glanzvolle Biografien.

Verantwortung statt Ausstieg

Der Gedanke eines „Inkarnationsvertrages“ verweist auf eine unbequeme Wahrheit:
Wir haben uns auf das Abenteuer Erde eingelassen – und tragen Verantwortung für diesen Entschluss.

Ausweichnarrative, Verschwörungstheorien oder Projektionen auf äußere Mächte ändern daran nichts. Ein eingegangener Inkarnationsvertrag lässt sich nicht umgehen.
Ich habe selbst lange nach einer Exit-Klausel gesucht – ohne Erfolg.

Der Vertrag wurde nicht vom körperlichen Ich geschlossen, sondern vom Seelengeist.

Das bedeutet jedoch nicht Ohnmacht. Im Gegenteil. Niemand ist hier ein „kleines Würmchen“ oder bedeutungslos. Unabhängig von Manipulationen, die weit zurückliegen mögen, sind wir heute hier, um diese Muster zu klären, zu heilen und zu beenden.

Auch du hast einmal Ja gesagt.

Gerade an jenen Tagen, an denen alles gegen dich zu sprechen scheint, an denen du dich verlassen oder fehl am Platz fühlst, ist diese Erinnerung wesentlich:
Du bist kein Fehler. Du hast nichts falsch gemacht.
Du bist nicht auf einem Gefängnisplaneten. Und keine Manipulation wirkt ewig, wenn du ihr nicht weiter zustimmst.

Gott hat dich nicht verlassen.
Im Gegenteil: Es liegt Vertrauen darin, dass du diesen Weg gehen kannst.


Inkarnationsvertrag – Text von Joe Conrad (2002)

Der folgende Text ist ein zeitgeschichtliches Dokument. Ich teile ihn hier als Referenz.

(Der Vertragstext bleibt inhaltlich unverändert und wird aus Gründen der Authentizität nicht neu formuliert.)

[§1–§11 und Hinweise wie im Original]

Es ist hilfreich, über jeden Satz einzeln nachzudenken.

§1)Sie erhalten einen Körper. Dieser Körper ist neu und einmalig. Niemand sonst bekommt den gleichen.
§2)Sie erhalten ein Gehirn. Es kann nützlich sein, es zu benutzen.
§3)Sie erhalten ein Herz. Die besten Resultate erzielen Sie, wenn Hirn und Herz ausgewogen benutzt werden.
§4)Sie erhalten Lektionen. Niemand bekommt exakt die selben Lektionen wie Sie oder kann sie Ihnen abnehmen.
§5)Sie können tun, was Sie wollen. Alles, was Sie anderen antun, kommt zu Ihnen zurück.
§6)Eine Lektion wird so lange wiederholt, bis sie begriffen wurde. (Auch inkarnationsübergreifend)
§7)Dieser Vertrag ist für alle gleich. Es gibt keine Privilegien, auch wenn einige das behaupten. (Handschriftliche Änderungen haben keine Gültigkeit.)
§8)Sie bekommen Spiegel, um zu lernen. Viele Spiegel sehen aus wie andere Körper. Sie sind dazu da, Ihnen etwas zu zeigen, das in Ihnen ist.
§9)Wenn Ihr Körper zerstört wird oder aufhört, zu funktionieren, bekommen Sie einen neuen. (Es kann zu Wartezeiten kommen.)
§10)Der Inkarnationsvertrag läuft erst aus, wenn alle Lektionen zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben.
§11)Was befriedigend ist, bestimmen Sie!

Nützliche Hinweise und Tipps:

Ziel ist es nicht, beim Verlassen eines Körpers möglichst viel Geld zu haben.
Es gibt keinen Bonus für Berühmtheit oder Beliebtheit.
Sie müssen sich nicht an den Fehlern anderer orientieren.
Regeln sind dazu da, überprüft zu werden.
Behauptungen anderer über das Ziel können Ablenkungen sein.
Sie können nichts falsch machen. Es kann höchstens länger dauern.
Zeit ist eine Illusion!
Sie haben Zugriff auf alle Antworten über eine spezielle Verbindung in Ihrem Herzen.
Alles innerhalb des Schulungsraums reagiert auf Herzensausstrahlung.
Versuche, den Schulungsraum zu beschädigen, führen zu Einschränkungen.
Niemand kann Ihnen die Verantwortung abnehmen.
Gewalt führt niemals zu einer Lösung.
Es kann nützlich sein, darauf zu achten, welche Situationen sich wiederholen.
Drogen (legale und illegale) können die Wahrnehmung der Lektionen verfälschen.
Nur, weil alle sich auf eine Weise verhalten, muß das nicht bedeuten, daß es richtig ist.
Es gibt selten nur eine richtige Lösung.
Sie können einen Antrag auf Vergebung stellen.
Es gibt keine Extraklauseln für niemanden.
Sie werden geliebt. (Auch wenn Sie in der Bronx oder Somalia sind.) Alles andere ist Täuschung.
Lektionen sind besondere Gelegenheiten, sich zu entwickeln und keine böse Absicht.
Es kann riskant sein, seinen Körper anderen anzuvertrauen.
Andere in der Entwicklung zu behindern, bringt keinen Vorteil.
Sie bekommen (vorzugsweise während der Nachtstunden) Gelegenheit, den Körper zu verlassen.
Erinnerungen an Erfahrungen außerhalb des Körpers werden nicht im Körper bzw. Gehirn gespeichert.
Herumspielen an Ihrem Körper ist Ihr gutes Recht. An den Körpern anderer erfordert deren Einwilligung.
Abgucken ist sinnlos!
Wer Ihnen eine Lebensversicherung anbietet, ist ein Betrüger.
Das mutwillige Beenden einer Inkarnation führt zu viel unnützem Papierkram.
Wissenschaftliche Gutachten und heilige Schriften dienen der Verwirrung.
Es geht nicht darum, Erster zu sein.
Es geht nicht darum, cool auszusehen.
Niemand macht in Ihrer Situation eine bessere Figur als Sie.
Sie sind nicht der Einzige, der am Sinn des Inkarnationsvertrages zweifelt.

Da Sie diesem Vertrag zugestimmt haben, ist es unnütz, sich darüber zu beschweren, dass Sie hier sind.
(Jo Conrad, 15.3.2002)


Einordnung aus heutiger Sicht

Dieser Text stammt aus einer früheren Phase meiner Arbeit.
Heute arbeite ich nicht mehr mit Inkarnationsmodellen oder Rückführungslogiken.

Was geblieben ist, ist die Frage nach Verantwortung:

Wie bleiben wir präsent, handlungsfähig und innerlich ganz – auch dann, wenn das Leben Druck erzeugt, Sinn infrage stellt oder keine Ausweichbewegung mehr zulässt?

Diese Frage bildet heute den Kern meiner Arbeit zu weiblicher Macht und innerer Führung.


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Muss ich wirklich alles fühlen?

Muss ich wirklich alles fühlen?

Ein früher Text über Gefühle, Widerstand und innere Integration

Dieser Text stammt aus einer früheren Phase meiner Arbeit.
Er bleibt hier bewusst sichtbar – als Teil des Weges, aus dem meine heutige Ausrichtung entstanden ist.


Gefühle sind real.
Gefühle sind vollständig.
Gefühle brauchen keine Rechtfertigung.

Und doch sind sie nicht immer leicht zu spüren, auszuhalten oder zu integrieren. Viele Menschen haben Angst vor sogenannten „negativen Gefühlen“ wie Versagensangst, Trauer, Ablehnung, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Schuld, Wut, Zorn – und insbesondere vor Scham und Selbsthass. Um diese Gefühle nicht spüren zu müssen, versucht die innere Wächterstruktur oft ein Leben lang, Emotionen zu kontrollieren oder gar nicht erst entstehen zu lassen.

Doch je stärker der innere Wächter kontrolliert, desto größer wird die Ohnmacht. Es entsteht innerer Widerstand – ein Widerstand gegen das, was ist.
Nicht das Gefühl selbst tut weh, sondern der Widerstand gegen das Gefühl.

Könnte ein Gefühl einfach da sein, ohne sofort bewertet, analysiert oder „aufgelöst“ zu werden, wäre Integration möglich. Doch viele Menschen wissen nicht, wie das geht. So bleiben sie im Widerstand gefangen. Es wirkt manchmal, als wären sie innerlich von immer engeren Schutzstrukturen umgeben.

Vielleicht meldet sich an dieser Stelle der Gedanke:
„Ich muss meine Gefühle doch kontrollieren – sonst wäre das katastrophal.“

Doch wer in dir ist so überzeugt davon?

Denn oft geschieht genau das Gegenteil:
Die Gefühle, vor denen wir Angst haben, beginnen unser Leben zu bestimmen. Sie engen Verhalten ein, beeinflussen Entscheidungen und rauben Freiheit. Unterdrückung führt nicht zu Stabilität, sondern zu innerer Erstarrung.

Was es braucht, ist Mut – und Übung.
Mit der Zeit kann gelernt werden, auch unangenehmen Emotionen Raum zu geben. Der enorme Energieaufwand, Gefühle zu vermeiden, fällt weg. Handeln wird bewusster, das innere Erleben ruhiger, der eigene Lebensfluss spürbarer – manchmal zum ersten Mal.

Unterdrückte Gefühle ziehen Situationen an

Viele Menschen kennen das Phänomen sich wiederholender Situationen. Unterdrückte Gefühle wirken wie Magnete. Solange ein Gefühl nicht bewusst wahrgenommen wird, sendet es eine innere Frequenz aus, die passende Erfahrungen anzieht.

Ist das unterdrückte Gefühl beispielsweise Scham oder Wertlosigkeit, kann es geschehen, dass man immer wieder Menschen begegnet, die genau diese Empfindungen auslösen – etwa durch Abwertung, Untreue oder subtile Entwürdigung.

In solchen Momenten tritt häufig eine innere Erstarrung auf:

  • Worte fehlen.

  • Abgrenzung gelingt nicht.

  • Man fühlt sich ausgeliefert.

  • Teile der Situation bleiben später sogar erinnerungslos.

Im Nachhinein entsteht oft Selbstverurteilung: „Warum habe ich nichts gesagt?“
Doch dieses Muster ist nicht durch Verstand oder Disziplin zu verändern. Es verändert sich nur dort, wo das unterdrückte Gefühl selbst wahrgenommen werden kann.

In der Annahme geschieht Veränderung

Gefühle sind Macht – gegen uns oder für uns.
Die Entscheidung liegt bei uns.

Das Leben bietet immer wieder Gelegenheiten, unterdrückte Emotionen bewusst wahrzunehmen. Bleiben sie unbeachtet, werden die Situationen meist intensiver. Nicht aus Grausamkeit, sondern weil etwas gesehen werden will.

Um an unterdrückte Gefühle heranzukommen, sind innere Bilder oft hilfreich. In einem Zustand der Entspannung enthält ein inneres Bild bereits alle relevanten Informationen:

  • das Gefühl

  • die Körperempfindung

  • Gedanken und Erinnerungen

  • Impulse und Handlungsimpulse

Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen innerer und äußerer Erfahrung. Neue innere Erfahrungen verändern neuronale Bahnen – und damit Verhalten. Reine gedankliche Umdeutungen reichen dafür meist nicht aus.

Begleitung und Präsenz

Wenn eine Klientin mit körperlichen Beschwerden oder sich wiederholenden Beziehungsmustern in meine Begleitung kam, richteten wir den Blick nach innen. Ziel war es, das Gefühl zu finden, das hinter dem Symptom oder der Situation verborgen lag.

Oft zeigte sich Ohnmacht oder Erstarrung – Zustände, die schwer auszuhalten sind. Genau hier war es entscheidend, nicht vorschnell aus dem Erleben herauszuführen, sondern präsent zu bleiben.
Vorausgesetzt, die begleitende Person kann selbst mit Ohnmacht und Erstarrung umgehen, entsteht ein Resonanzraum, in dem das Gefühl zugelassen werden kann.

Mit der Zeit verändert sich das innere Bild von selbst. Erstarrung löst sich, Ohnmacht wandelt sich – etwa in Selbstschutz oder Hingabe. Schritt für Schritt wird Integration möglich.

Wenn sich Muster lösen

Sind Erstarrung und Ohnmacht bewusst geworden, können sich weitere Gefühle zeigen: Hilflosigkeit, Schuld, Ekel – manchmal auch Scham oder Selbsthass. Besonders Menschen, die sich früh unerwünscht oder abgelehnt fühlten, tragen solche Gefühle oft tief in sich.

Werden diese Empfindungen bewusst wahrgenommen, beginnt sich etwas zu verändern. Selbstakzeptanz wächst, Selbstwert stabilisiert sich. Auch das Feedback aus dem Umfeld verändert sich – nicht durch Anstrengung, sondern durch innere Klarheit.

Der Drang, Gefühle zu kontrollieren, lässt nach. Handlungsfähigkeit wächst. Einengende Verhaltensmuster beginnen sich aufzulösen. In manchen Fällen lindern sich sogar körperliche Symptome.

Ein innerer Lernweg

Focusing war in dieser Phase meiner Arbeit eine wertvolle Unterstützung. Diese Methode verbindet Denken und Fühlen, indem die Aufmerksamkeit auf das körperlich spürbare Unklare gerichtet wird – dort, wo Worte noch fehlen. Begründer ist Eugene T. Gendlin.

Der Weg, Gefühle kennenzulernen und zu integrieren, erfordert Geduld. Geduld ist jedoch eine Qualität, die in einer beschleunigten Welt wenig Raum bekommt. Und doch ist sie grundlegend für innere Reifung.

Der Anfang liegt immer bei sich selbst:
sich anzunehmen, mit allem, was gerade da ist.
Denn nur ein innerlich tragfähiges Herz kann auch andere halten.


Einordnung aus heutiger Sicht (2025)

Dieser Text stammt aus einer früheren Phase meiner Arbeit, in der das bewusste Fühlen und die Integration unterdrückter Emotionen im Mittelpunkt standen.

Heute arbeite ich nicht mehr primär über intensive Gefühlsprozesse, sondern mit der inneren Führung und Struktur, die es überhaupt erst ermöglicht, Gefühle zu halten, ohne von ihnen überwältigt zu werden.

Was geblieben ist, ist die zentrale Erkenntnis:
Nicht jedes Gefühl muss durchlebt werden – aber jedes Gefühl braucht einen inneren Ort, an dem es getragen werden kann.

Genau dort beginnt heute meine Arbeit.


© 03/2017 Renate Hechenberger. Alle Rechte vorbehalten.
Foto credit: Canva Pro

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