Lerne deine Gefühle und Gedanken kennen

geschrieben von Steven Black:

Wie ich einigen E-Mails entnehmen kann, scheint bei einigen Leser/Innen der Glaube vorzuherrschen, es ginge immer um dicke Probleme, die sich zu unüberwindbar scheinenden Hürden auftürmen. Nein, dem ist nicht so, bei weitem nicht. Aber klar, solche “Dinge” gibts bei vielen Menschen. Die Mehrheit aber hat damit nicht wirklich zu kämpfen, sie denken, sie hätten die “Dinge” – mehr oder weniger, im Griff.

Natürlich, die Leute gibts sicher auch. By the Way, was dem einen sein Trauma, ist dem anderen vielleicht nur sein Kopfweh ..

In meinen gegenwärtigen Beiträgen geht’s vielmehr um eine Neukalibrierung unseres “Betriebssystems”. Einer Sortierung des “Festplattenspeichers”, Neuordnung von Inhalten des Denkens, Fühlens, des erlebten und wahrgenommenen.

Wir alle kennen das sattsam bekannte “Gedankenkarussell” – was viele Menschen als eine Kakophonie mehrerer, sich teilweise widersprechender Stimmen wahrnehmen. Und aber WER denkt hier, WER ist dafür verantwortlich?  Wir selbst? WENN das stimmen würde, dann wärs ja einfach, da bräuchte man bloß aufhören zu denken, nicht wahr?

Aber so einfach funktioniert es meist nicht, ich meine, daß sind schon wir, nur – welcher Anteil von uns? Unser Gegenwarts-Selbst ist es nämlich nicht ..

Warum wir erst anfangen, uns selbst besser zu verstehen:

Was wir Gedanken nennen, sind oftmals nur Monologe unserer inneren Anteile. Daraus beginnen dann auch innere Dialoge, weil wir drauf reagieren, wenn die Gedanken uns nerven – wir sagen etwa, “verzeih dich, hau ab, ich kann das jetzt nicht brauchen”, etc.  Man verbannt diese inneren Stimmen, weil das, was sie sagen uns unangenehm, lästig und anstrengend ist.  Aber diese Verbannung ist nicht aufrechtzuerhalten, sie kommen aus dem Unterbewusstsein, wohin sie von uns selbst verdrängt wurden. Sie werden immer wieder erscheinen, wenn wir am wenigsten drauf gefasst sind. Wenn wir müde, unaufmerksam, unbewusster sind ..

Das bewusste denken, unseres Jetzt Selbst ist was völlig anderes.

Wir finden vielleicht jene Stimme noch ganz prima, die uns dran erinnert aufzuräumen, wichtige Dinge zu erledigen, die uns motiviert und sogar hilfreich dabei ist, etwas real umzusetzen.

Aber was ist mit den Stimmen und Impulsen, die uns kritisieren, die uns ständig unter Druck setzen etwas zu tun, was uns unangenehm ist? Was ist mit dem inneren Richter, dem inneren Verteidiger, der stets Selbstrechtfertigungen bereit hält, aber beispielsweise, bei einem Streit mit dem Lebenspartner sofort die Verteidigungslinien absteckt? Mitten in dem zuerst eher harmlosen Streit/Meinungsverschiedenheit,  sagt der Partner etwas, was eine Emotion auslöst und einen mit Urgewalt überrollt. Plötzlich sehen wir mit den Augen jenes Anteils, übernehmen dessen verzerrte Sichtweise, einer “Schwarz-Weiß Perspektive” von Anklage und Schuldmustern – und sprechen gemeine und verletzende Worte.

Was ist mit dem inneren Ankläger? Und es gibt n paar mehr .. welche Gefühle, welche Reaktionen haben wir für das Verhalten dieser Anteile? Mögen wir sie, finden wir sie abstoßend? Meist etikettieren wir jene als “gut”, die uns angenehm sind und als “böse”, als uns nicht zugehörig, welche uns und unserer Umgebung unangenehm sind. (Los, ab in den Knast mit dir .. )

Diese Stimmen, Gefühle, Impulse und Emotionen sind innere Anteile, real existierende und sehr individuell agierende “Personas”, sogenannte Unterpersönlichkeiten. Einige davon mögen von Kindheitsaspekten kommen, andere sind womöglich schon viel länger anwesend. Sie alle besitzen sehr wertvolle Eigenschaften, können hilfreich sein und unser DaSein unterstützen. Sie sind KEINE Metapher, wie ich selbst erlebte. Aber einige dieser “inneren Familie” haben unschönes erlebt, haben destruktive Emotionen und Glaubenssätze inhaliert, die womöglich gar nicht die ihren waren, sondern von der Außenwelt, den Eltern, usw. – übernommen wurden.

Werden diese erlebten Emotionen, Gefühle und Glaubensmuster von uns weggedrückt, werden sie ins Unterbewusstsein wandern und von dort aus ihr Unwesen treiben. Nur weil wir diese Gefühle nicht wahrnehmen wollen, werden sie nicht verschwinden .. (seufz ..)

Wir dürfen heute die Idee eines Ichs, als alleine unabhängige Wesenheit gründlich verneinen.

Mensch in materieller Verkörperung, bedeutet ein vielschichtiges, komplexes Gebilde an Gefühlen, Mustern, Emotionen, Energiefeldern und Ebenen zu sein, ein ganzes Konglomerat innerer Strukturen. Dessen unglaubliche Bandbreite und Ausdrucksmöglichkeiten, dessen Phantasie und Intelligenz durch geistige, physische und spirituelle Verletzungen, sowie angenommenen Glaubenssätzen beschränkt wird. Viele davon fügt sich der Mensch selber zu, aufgrund Unwissenheit und mangelnder Erfahrung .. andere kommen durch Erziehung, Schulwesen, Medien, durch Manipulation, Indoktrination, usw.

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