Bewusstsein ist kein Ding, sondern ein Prozess

Bewusstsein ist kein Ding, sondern ein Prozess

Dieser Exklusivartikel ist jetzt frei gegeben.

geschrieben von Steven Black

Das Bewusstsein an sich ist ein Phänomen und ein Mysterium, welches sich unserem Verständnis immer wieder entzieht, wie auch jedweder Kategorisierung. Wenn ich jetzt einen Artikel dazu verfasse, dann bedeutet das nicht, ich wüsste alles darüber, sondern dass ich es als ein lohnendes Thema betrachte, worüber zu schreiben für mich wertvoll ist. Und in letzter Konsequenz nur den aktuellen Stand des Irrtums repräsentieren soll, in dem ich mich derzeit befinde. Es gibt noch sehr viel darüber zu lernen ..

Im allgemeinen gehen wir sehr freizügig und vielleicht auch ein bisschen zu spielerisch mit dem Begriff Bewusstsein um, denn mit dem Wort Bewusstsein werden eine ganze Menge Dinge umschrieben oder benannt, wofür es womöglich keine genauere Definition gibt.

“Das Bewusstsein” – das wirkt dann oftmals wie eine Art Etikett, worunter alle dasselbe verstehen sollten. Aber eigentlich ist Bewusstsein für uns Menschen eine sehr komplexe Sache, wo viele Räder ineinandergreifen und die ne ganze Menge unterschiedliche Vorstellungen über das Leben beinhalten, um einen gigantischen Prozess möglich zu machen, der bis zum Ende unseres Lebens und darüber hinaus laufen wird.

Wenn von Bewusstsein gesprochen wird, müssen wir unterscheiden –  zwischen dem Bewusstsein an sich und der Instanz in uns, die durch und mit Bewusstsein arbeitet, die wahrnimmt und sich selbst bewusst ist. Bewusstsein an sich, kann man als eine göttliche Essenz betrachten, ohne die es kein Leben oder keine Existenz geben würde.

Ich möchte das Bewusstsein als einen inneren Raum in uns beschreiben, in dem eine große Vielfalt unterschiedlichster Wahrnehmungen und Informationen zusammenkommt, prozessiert, ausgewertet, sortiert und abgespeichert wird. Nein, wir sprechen nicht über das Gehirn, das ist aber teilweise daran beteiligt. Die Wahrnehmungen meiner Gefühle und Emotionen, meine Gedanken und Glaubensmuster, energetische Einflüsse, meine Rückschlüsse und Erkenntnisse zu allen möglichen Themen, Erfahrungen, usw., – all dies ist ein kontinuierlicher Strom, der innerhalb meines Bewusstseins zusammenfließt und den gesamten Informationsinhalt des Körper-Geist-Komplexes umfasst und mein Bewusstsein permanent anreichert. Das Bewusstsein ist wie eine Art “Multimedia Superhighway”, welche den menschlich und seelisch erlebten Spannungsbogen mit all seinen scheinbaren Widersprüchen zwischen den Wahrnehmungen der inneren und äußeren Welt aus vielen Kanälen zusammenbringt.

Ich bin das ICH BIN

Bewusstsein hängt mit der Tatsache eigener Existenz und den Wahrnehmungen innerhalb der eigenen Existenz zusammen. Nicht nur mit der menschlichen Existenz, sondern mit Existenz grundsätzlich. Wenn man irgendwo den “esoterisch geflügelten” Spruch, “I AM”, also “Ich bin” liest, dann wird damit genau das ausgedrückt – “ich existiere”. Das manche daraus eine Art “Zauberspruch” gebastelt haben, wie etwa, “Kraft meiner göttlichen Ich Bin Gegenwart erlaube ich den Illuminati nicht mehr, weiterhin Kriege zu führen”, den kann man lustig finden. Aber es demonstriert natürlich einen deutlichen Mangel an Verstehen, dass die Tatsache der eigenen Existenz alleine nicht dafür ausreicht, um einfach irgendwelche Verfügungen, die man sich grade denkt oder wünschen mag, in die Realität zu bringen. “I Am” bedeutet nur am Leben, in Existenz und sich selbst bewusst zu sein ..

Es ist Mode geworden, in den sozialen Netzwerken Zitate erleuchteter Meister zu posten, wie etwa: “Ich bin das eine, unendliche Bewusstsein – ICH BIN DAS” – dann frage ich mich manchmal, wem soll das nützen? Natürlich sind wir Teil des einen Bewusstseinsstroms, aber wir sind eben auch Menschen. Die Erkenntnis: “Ich bin das eine, unendliche Bewusstsein – ICH BIN DAS”, wird weder dabei helfen, meine Miete zu bezahlen oder meine menschlichen Probleme zu lösen. Ein Unterschied ist natürlich auch, ob jemand das postet, weil er es irgendwo gelesen oder gehört hat – oder ob er eine Selbstrealisierung diesbezüglich erlebt hat. Wenn einem das wirklich bewusst ist, dann wird das zwar einiges verändern, aber ein Mensch bleibt man dennoch ..

Bewusstsein ist ein Geschenk der Schöpfung und des DaSeins selbst, das wir alle erhalten haben, weil wir Teile der Schöpfung selbst sind. Die Entwicklung von persönlichem Bewusstsein hingegen, ist ein fortlaufender, sehr von Dynamik geprägter Prozess, in dessen Verlauf wir immer mehr über uns selbst, die Welt in der wir uns befinden und all die Zusammenhänge, die damit einhergehen, verstehen. Bewusstsein ist eine sich fortsetzende Geschichte von Erfahrungen, von Versuch und Irrtum, lernen, verstehen und vor allem Selbstreflektion. Man muss es Tag für Tag leben und diverse Erfahrungen durchleben, um Bewusstsein mit Erkenntnissen, Schlussfolgerungen über diese Erfahrungen und damit Anreicherung von Wissen im eigenen Bewusstsein anzulegen.

Unser Bewusstsein umfasst eine enorme Bandbreite verschiedener Erkenntnisstufen und Grade, die man erreichen und verstehen lernen kann.

Bewusstsein ist Wahrnehmung und Wahrnehmung bedingt Fokus. Die Aufmerksamkeit des eigenen Bewusstseins muss auf eine bestimmte Sache gelenkt werden, um das Bewusstsein damit zu füllen. Es muss eine Instanz geben, welche die Aufmerksamkeit auf bestimmte Vorgänge und/oder Ereignisse lenkt – um das Bewusstsein darauf zu fokussieren, drauf zu richten. Bewusstsein an sich ist vollkommen neutral, nicht zielgerichtet oder fokussiert. Es ist gleichzeitig überall und nirgends. Es ist der jeweilige Träger eines Bewusstseins, welches ihm eine bestimmte Richtung, einen Brennpunkt und die persönliche Note gibt. Und damit kommen wir zur Identität, die das jeweilige Bewusstsein beherbergt und ausdrückt.

Seele vs Mensch-Bewusstsein

Da ist zum einen die ursprüngliche, seelische Identität und zum anderen, die menschliche Identität und Persönlichkeit – das sogenannte Ego.

Auch wenn manche Leute glauben, das Ego wäre nur eine Illusion, so ist dies eine Halbwahrheit – also nicht wahr, aber auch nicht ganz falsch. Kommt ganz auf den Kontext und die Perspektive an, wie man das betrachtet.

Wer sich nur lange genug mit den Umständen der menschliche Persönlichkeit und wie sich diese entwickelt auseinandersetzt, wird irgendwann bei der Erkenntnis landen, dass tatsächlich viel von der menschlichen Identität auf Konditionierung basiert. Wie wir sprechen, denken, was wir glauben, diverse Einstellungen und Werte oder hunderte andere Dinge sind uns antrainiert worden – wir haben das gelernt. Und wir identifizieren uns mit damit, weil wir daran glauben, was wir gelernt und trainiert haben. Dabei übernehmen wir eine ganze Menge an falschen Vorstellungen und identifizieren uns mit verdrehten, uns eigentlich fremden und nicht zu uns passenden Ideen. Man nennt diese Form von Identifikationsverhalten auch “falsches Ego” – falsch deswegen, weil es uns unweigerlich von uns selbst wegführt. Das führt zu persönlichen Erfahrungen, die eigentlich nicht so wirklich im Plan lagen.

Und ja, es kann ein bisschen desillusionierend sein, wenn man erkennt, wie viele unserer Verhaltensweisen, Reaktionen und Standpunkte auf antrainierten, gelernten Prozessen beruhen, die wir im Rahmen der menschlichen Sozialisierung durchlebten. Aber das ist trotzdem nicht die ganze Wahrheit.

Jeder von uns hat bestimmte Charaktereigenschaften, Talente und Fähigkeiten, die andere Menschen nicht haben und wir reagieren alle sehr individuell auf Umstände, die zwar alle Menschen erleben, aber die aber eben doch unterschiedlich wahrgenommen und beurteilt werden. Das ist nicht nur der menschlichen Konditionierung zu verdanken, sondern ist auch ein  “maßgeschneidertes Kleid”, welches wir für die menschliche Inkarnation “anziehen”. Und zwar zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Seele, abgestimmt auf ihre jeweilige Entwicklungsstufe und die Inkarnationsabsicht.

Die jeweiligen Prägungen, die wir als Menschen haben, sind eine bunte Mischung zwischen menschlicher Konditionierung und basieren ebenso auf den seelischen Entscheidungen, die im Auswahlprozess vor der Inkarnation für unsere jeweilige menschliche Persönlichkeit gefällt wurden. Das sind Ego – also Persönlichkeitsstrukturen, die man als echt bezeichnen kann, weil sie für uns als Seele exakt so zugeschnitten wurden. An diesen originalen Egostrukturen kann man auch nicht herumdoktern oder sie verändern, da kannst du Transformationsarbeit machen, bis der Rauch aus dir aufsteigt – aber man kann an den “falschen Egostrukturen” arbeiten und sie verändern.

Dieser Auswahlprozess des Inkarnationsdesigns orientiert sich an der jeweiligen Rolle, welche die Seele als Mensch zu spielen und zu erfahren gedenkt. Dabei werden grundsätzliche, bereits vorkonfigurierte, auf die jeweilige Inkarnation abgestimmte UND nicht konfigurierte, undifferenzierte Aspekte und Kanäle, mit dem gesamten menschlichen Setting verbunden.

Diese “Illusion oder nicht Illusion” Frage, kann nur schlüssig beantwortet werden, wenn man verstanden hat, dass wir keine Menschen, sondern Seelen sind, die menschliche Erfahrungen machen. Das menschliche Ego ist kein Unfall der Schöpfung und auch keine Illusion, sondern ein Design, welches dem Zweck der menschlichen Erfahrung dient. Und damit ist das Ego zwar eine temporäre Erscheinung, die nach dem physischen Tode zerfällt, wobei aber die Erfahrungen, die ich als genau dieser Mensch gemacht habe, erhalten bleibt. Nur, weil das Ego, die Persönlichkeitsstruktur, die wir ausgewählt haben, eine auf Zeit begrenzte Erscheinung ist, bedeutet das nicht, es wäre eine Illusion. Denn es entspricht vollkommen den Bedürfnissen, Absichten und Neigungen der seelischen Kernidentität – wir alle wählen ein Ego, welches zu uns als Seele passt und deswegen kann man die ausgewählte Egostruktur auch als echt bezeichnen.

Das ursprünglich gewählte, echte und das “falsche Ego” – BEIDE sind notwendig, im menschlich – seelischen Bewusstseinsprozess. Es ist nichts falsches am “falschen Ego” – an den zahlreichen, übernommenen Dogmen und Glaubenssätzen, die wir im Rahmen von Erziehung und Gesellschaftsströmungen aufnehmen. Tatsächlich scheint genau diese energetische, gegensätzliche Spannung notwendig, um den eigenen Bewusstseinsprozess in Bewegung zu bringen, was überhaupt erst zu vielerlei Erkenntnissen und Bewusstseinswachstum führt.

Natürlich nennen wir es falsch, wenn uns erstmals bewusst wird, wie sehr wir in die Irre gegangen sind und Dinge übernommen haben, die eigentlich nicht zu uns passen. Aber es ist der Kontrast, zwischen falschem und echtem Ego, zwischen den konditionierten Identifikationsübernahmen und dem originalen Bauplan in uns, der die Bewusstseinsentwicklung vorantreibt. Und zu diesem Verständnis gelangen wir auch erst, wen wir viele unterschiedliche, menschliche Leben hinter uns und Erfahrungen gemacht haben.

Auch dann ist es meistens erst ab der zweiten Lebenshälfte möglich, wenn wir uns mit uns selbst ernsthaft auseinandersetzen, dass wir zu erkennen beginnen, wie viele Dinge wir übernommen haben, die uns eigentlich nicht dienen und die lediglich gesellschaftliche Dogmen und Übereinkünfte sind. Dazu ist ein selbstreflektierender Prozess notwendig und ein verstärktes Beobachten und Wahrnehmen der eigenen inneren Welt. Wenn einem dann bewusst wird, wie viele Dinge wir entgegen unserem besseren Wissen getan haben, fangen wir an, uns aus falschen Mustern und Verhaltensweisen zu befreien. Dies ist der Anfang, wo der Nebel der Selbsttäuschungen sich zu lichten beginnt ..

Die Seele hat kein Interesse daran, ihre menschliche originale Egostruktur aufzulösen, weil sie diese benötigt. Das Ego ist ein Werkzeug, ein Instrument für die Seele, wodurch sie befähigt wird, ganz in Raum und Zeit verankert zu sein. Wenn Leute auf die Idee kommen, ihr “Ego loslassen” oder gar „töten“ zu wollen, dann ist dies die Übernahme einer Idee, die mit spirituellem Jargon und dem unausgesprochenen Versprechen daherkommt, dies wäre das ultimative Ziel, um ein Leben ohne Schmerz, Kummer oder Leid zu führen. Dabei rührt der größte Teil unseres Schmerzes eigentlich daraus, dass wir nicht unsere original gewählte Persönlichkeit, die wir ursprünglich geplant hatten, ausdrücken und leben, sondern uns verbiegen. Und abgesehen davon, gehört Schmerz zu der menschlichen Erfahrung, die manchmal einfach passiert und nicht vermieden werden kann. Als Seelen werden wir im Laufe vieler Inkarnationen dass gesamte Spektrum menschlicher Gefühle und Emotionen erleben. Und es ist der erfahrene Schmerz, der dafür sorgt, dass unser menschliches Bewusstsein Tiefe bekommt. Und uns dadurch befähigt, Mitgefühl mit anderen zu empfinden.

Das Bewusstsein, welches wir als Seele und jenes, welches wir als Mensch haben, ist natürlich unterschiedlich, kann aber nicht so ohne weiteres voneinander getrennt werden. Immerhin nimmt die Seele Einfluss auf das menschliche Bewusstsein, indem sie leise unterstützt und führt. Wenn dann der Moment eintritt, wo die menschliche Persönlichkeit zu der Erkenntnis und der eigenen Wahrnehmung der Seele kommt, dann verändert das ziemlich viel an den eigenen Wahrnehmungen und natürlich an der Identifikation des Menschseins. Aber bleiben wir beim menschlichen Bewusstsein.

Worüber habe ich als Mensch Bewusstsein?

Wenn wir die Worte “Bewusstsein” oder “bewusst” verwenden, dann wird dabei immer ein weiterführender oder dahinterstehender Kontext angesprochen. Ein Beispiel:

Situationsbewusstsein

Nehmen wir einmal an, ich stehe mit einem Kollegen an einer Straßenecke und wir beobachten, wie ein Spaziergänger – weder links, noch rechts blickend, über die Straße geht und von einem Auto gestreift wird. Mein Kollege könnte eventuell sagen: “Selber Schuld, der Typ hatte null Bewusstsein für das Verhalten im Straßenverkehr.” Damit sagt er zum einen, dass dieser Mann entweder unaufmerksam war oder dass er einfach einen Scheixx auf Verkehrsregeln gegeben hat. Er achtete nicht auf den Verkehr, weil der Fokus seines Bewusstseins vermutlich völlig woanders war. Schlecht für ihn ..

Jedem von uns ist klar, dass im Straßenverkehr – egal, ob Spaziergänger oder Autofahrer, ein gewisses Situationsbewusstsein vorhanden sein sollte. Ein selbstreflektierendes Bewusstsein darüber, wo ich selbst stehe, wo die anderen Verkehrsteilnehmer sich befinden, oder sich hinbewegen. Ein Wissen über Verkehrsregeln und über das Verhalten im Verkehr. Wenn wir also von Situationsbewusstsein sprechen, dann inkludiert das ein mentales, gelerntes Wissen, gepaart mit Erfahrung, die einhergeht mit dem persönlichen Fokus.

Es gibt dazu sehr viele Bereiche, worüber man Bewusstsein haben kann: Wie etwa – Kommunikationsbewusstsein, Körperbewusstsein, Geldbewusstsein, Beziehungsbewusstsein, sexuelles Bewusstsein, energetisches Bewusstsein und vieles andere mehr. Wenn wir über menschliches Bewusstsein sprechen, dann sind Bewusstseinszustände gemeint, die sich immer wieder ändern und wechseln werden. Ein singuläres, kontinuierliches Bewusstsein ist eher selten der Fall. Unsere Bewusstseinszustände wechseln sich ab und beruhen auf unterschiedlich aufkommenden, emotionalen Stimmungen, welche wiederum von unseren inneren Anteilen kommen.

WER in mir hat welches Bewusstsein?

Es gibt sehr viele Ebenen in uns, die alle am Bewusstseinsprozess beteiligt sind und mitmischen. Viele unterschiedliche Persönlichkeitsanteile, die sehr unterschiedliche Ansichten, zum selben Thema haben können, z.B.:

Inneres Kind
Innerer Rebell/Teenager
Die Wächterstrukturen – innerer Kritiker, Richter, Ankläger, Beschützer, usw.
Der Erwachsene
Der Erwachsene in seiner bewussten Präsenz

Die hauptsächliche Bewegung, die in unserer Psyche zwischen all diesen Teilen vorherrscht, besteht zwischen jenen Teilen, die Schmerz empfinden, die also im Schmerz sind (was meistens bedeutet, das Innere Kind) und jenen, die versuchen diesen Schmerz auszubalancieren, auszublenden, ihn zu leugnen, dagegen rebellieren oder was auch immer helfen könnte, das System vor der Überflutung durch den Schmerz zu schützen.

Wenn wir kein Bewusstsein für das Drama haben, welches sich in unserer Psyche und damit auch in unserem Bewusstsein abspielt, dann werden wir immer wieder von einem Bewusstseinszustand in den anderen fallen – nicht wissend, was grade geschieht. Wenn irgendeine Situation oder ein Mensch mein Inneres Kind triggert, dann wird es wahrscheinlich passieren, dass ich mich in “Nullkommanichts” genau 5 Jahre alt fühle und genauso hilflos. Das Bewusstsein, worüber ich dann verfügen kann, ist exakt 5 Jahre alt – nicht grade sehr hilfreich, wenn man da als Erwachsener drinsteckt.

Mein innerer Rebell könnte daraufhin auftauchen, im Versuch, mich aus der Situation zu befreien und wird vermutlich aggressiv dabei vorgehen und alles zu Kleinholz raspeln, was dabei im Weg steht. Dieses Bewusstsein ist etwa zwischen 13 und 18 Jahre alt.

Die inneren Wächter sind bereit, jeden listigen Kniff und Trick anzuwenden, um mich aus der eingefrorenen Kind Situation rauszuholen, inklusive Selbsttäuschung und Lügen, Dissoziierung oder physischer Ohnmacht. Kommt ganz auf den Schwierigkeitsgrad der Situation an .. das Wächterbewusstsein ist unglaublich intelligent und gerissen. Das Problem ist nur, man kann ihnen kaum ein Wort glauben, weil sie nahezu alles einsetzen, um uns vor dem eigenen, innwendigen Schmerz zu beschützen.

Das Bewusstsein des Erwachsenen in mir wird solange anwesend sein, bis irgendetwas passiert, was dieses Bewusstsein aus dem Körper “rauswirft” und ein anderes Bewusstsein – was natürlich ebenfalls Teil meines Bewusstseins ist, auftritt.

Das Bewusstsein des Erwachsenen in seiner bewussten Präsenz, ist schon ein ziemlich “hoher” Bewusstseinszustand. Dieses Bewusstsein ist fähig und in der Lage, alle Teile seines inneren Systems zu handhaben. Es ist ihm möglich, Schmerz bewusst zu prozessieren und ist nicht mehr darauf angewiesen, die Wächterinstanzen in Aktion treten zu lassen. Aber auch aus diesem Bewusstseinszustand wird man immer wieder “rausfallen”, bis man diese Ebene in sich stabilisiert hat. Das benötigt Zeit und ist ein seeeehr langer Prozess.

Die Frage ist immer, wer oder was in mir lenkt gerade in diesem Moment mein Bewusstsein? Und wie viel Bewusstsein habe ich ÜBER mein Bewusstsein?

Unsere Erfahrungen definieren unser Bewusstsein

Das menschliche UND das seelische Bewusstsein setzt sich aus vielen “Komponenten” zusammen. Ihnen gemeinsam sind, dass viele praktische Erfahrungen notwendig sind, um zu lernen. Sie Seele lernt alles über das MenschSein, Jahrtausende lang. Als Menschen lernen wir, das eigene Bewusstsein auszudehnen, zu lenken und immer mehr über uns zu begreifen und zu verstehen. Um als Mensch Zugang zum eigenen seelischen Bewusstseinsreichtum zu kommen, müssen wir uns sehr ernsthaft und tief mit unserem Innenleben beschäftigen. Das braucht viel Zeit, Aufmerksamkeit, Disziplin und Beharrlichkeit – dran bleiben ist wichtig, denn Bewusstseinsausdehnung bekommt keiner von uns geschenkt, es muss sozusagen verdient werden.

Bewusstsein ist ein Prozess, der bis an unser physisches Lebensende läuft. Und die Seele hört ebenfalls nie auf, weiter zu lernen, sich selbst zu erfahren und auszudehnen. Sie mag für kurze Zeit zur infiniten Quelle zurückkehren, aber stürzt sich immer wieder in neue Lernfelder.

Und um den seelischen Reichtum und die Weisheit davon bergen zu können, werden wir uns mit den Untiefen des eigenen menschlichen Bewusstseins auseinandersetzen müssen. Dort, wo all der unerlöste Schmerz liegt, dort, wo es weh tut. Denn das überlagert den Zugang zur eigenen Quelle.

Until next time same station .. euer Steven

https://stevenblack.wordpress.com/

 

Om Mani Padme Hum ?

 

Da ich immer daran interessiert bin, dich näher kennen zu lernen, würde ich mich sehr freuen, wenn du unter diesen Artikel etwas darüber schreibst, was dich gerade am stärksten zu diesem Thema bewegt.

© 01/2018 Renate Hechenberger & Steven Black. Alle Rechte Vorbehalten.
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Literatur:

Es wird darauf hingewiesen, dass dieser Blog nicht zur Diagnose und Behandlung medizinischer und psychischer Erkrankung gedacht ist. Bei einer entsprechenden Indikation wird an die Eigenverantwortung der LeserInnen appelliert, einen fachkundigen und entsprechend ausgebildeten Mediziner, Psychotherapeuten oder Heilpraktiker aufzusuchen.

Wer bin ich und wenn ja, wie viele

Wer bin ich und wenn ja, wie viele

Dieser Exklusivartikel ist jetzt frei gegeben.

geschrieben von Renate Hechenberger

Wer bin ich und wenn ja, wie viele ist der Titel eines Buches von Richard David Precht. Den leih ich mir jetzt mal aus, denn er beschreibt wunderbar das erste Erkennen, dass wir mehr sind als wir meinen. Die Herausforderung, ein sogenanntes ICH (oder auch Ego genannt) in ein Selbstbildnis von einem WIR (Innere Personen, das Innere Team, Teilpersönlichkeiten, Aspekte, Subpersönlichkeiten, Energiemuster oder wie auch immer genannt) zu wandeln und alle diese Selbste auf kreative Weise zu integrieren, ist vielleicht die schwierigste Aufgabe in der Entwicklung des Bewusstseins in diesem Moment überhaupt.

Was wir als unser Ich kennen ist kein Ich, es ist vielmehr ein WIR.
Die Vorstellung, dass dieses angenommene Ich vielmehr ein Konglomerat verschiedener Ich-Identitäten und Persönlichkeiten sein könnte, um die menschliche Erfahrung zu potenzieren und die gemeinschaftlich an der menschlichen Erfahrung mitwirken, dies zerrt erst einmal an den Grundfesten des gelernten und ist ziemlich gewöhnungsbedürftig für viele. Denkt man genauer darüber nach und hat man einmal einige “Tauchgänge” in die eigene Psyche hinter sich, dann versteht man sehr schnell, wie die Architektur unserer inneren Landschaft wirklich beschaffen ist. Zum Beispiel sind sich Menschen sehr wohl bewusst darüber, dass „etwas“ in ihnen das eine will, und „etwas“ möchte was anderes, oder auch als unterschiedliche Stimmen bekannt, die sie in ihren Kopf wahrnehmen. Oft kommen die verschiedenen Persönlichkeitsanteile während des Tages durch, ohne dass die Person eine Ahnung davon hat, dass da mehrere Aspekte in ihrer Psyche anwesend sind. Die Übergänge können fließend, oder manchmal auch abrupt sein. Aber es wird immer aus der Position des Ich wahrgenommen. Dieses ständige Wechseln zwischen den Anteilen ist natürlich und stellt normalerweise kein Problem dar. Diese entstehen erst, wenn zu viele Anteile unterschiedliche Dinge möchten; dann beginnt der innere Kampf den viele gut kennen und der sehr viel Energie und Kraft kosten kann.

Wir mögen über unser „Inneres Kind“, unser „Über-Ich“ oder den Inneren Kritiker (die sind inzwischen populär geworden) unsere Launen und inneren Stimmen sprechen, aber die wenigsten von uns betrachten sie als eigenständige innere Wesen. Stattdessen werden sie als Metaphern für emotionale Zustände betrachtet oder als Aspekte unserer einheitlichen Persönlichkeit. Diese Idee der einheitlichen Psyche ist allerdings eine relativ neue Erfindung der „zivilisierten Gesellschaft“, denn wer sich nur ein bisschen mit den schamanischen Traditionen der Urvölker befasst hat, dem wird schnell klar, dass in all diesen Kulturen es das Reich der Geister gibt und eben auch ein Reich, das von verschiedenen Stimmen und Gestalten bewohnt wird.

Die meisten therapeutischen Modelle lehren, dass die Gründe für all unsere Lebensprobleme in unseren Genen, in neurologischen Prozessen, negativen Gedankenmustern, Mangel an rationaler Selbstkontrolle, kulturellen und familiären Konditionierungen oder strukturellen emotionalen Fixierungen zu finden sind. All diese Faktoren werden dargestellt als das, was zwischen unserer Realität und unserem idealen Selbst steht. Je kleiner diese Diskrepanz, umso größer ist unser Selbstbewußtsein – so die landläufige Meinung. Psychotherapie, ob traditionell oder von Pop-Spiritualität beeinflußt, hatte bisher lediglich zum Ziel, negatives Verhalten, nicht aber die ungesunde Basis unseres Verhaltens insgesamt zu behandeln, und wenn diese Basis nicht gesund ist, dann ist es egal, ob wir dieses Verhalten positiv oder negativ einschätzen. Denn alles, was wir unbewußt nutzen, um eine unangenehme Wahrheit über unser Leben nicht zu fühlen, stellt eine Art von Droge dar. Das anzuerkennen ist eine große Herausforderung.

Solange wir nicht wirklich und direkt mit den Inneren Personen Kontakt aufnehmen, ist klassische Therapie leider oft auf das Herauslassen oder Druckablassen von Emotionen beschränkt. Aber Ziel echter Therapie sollte sein, aufzudecken, was auch immer wir auf diese Art als Droge nutzen und das kann auch positive Verhaltensformen, positives Denken, Selbstkontrolle oder Spiritualität betreffen. Die Idee der Multiplizität des ICHs bleibt aber bislang eine Randerscheinung des psycho-medizinischen Establishments und unserer Kultur insgesamt.

Dem Einwand, dass Methoden wie IFS und Voice Dialogue die menschliche Persönlichkeit spalten könne, ist zu entgegnen, dass sie es bereits ist. Es ist die Aufgabe von Schulen wie IFS und Voice Dialogue, diese Spaltung zu erkennen und zu bearbeiten. Ohne dieses Verständnis müssen wir weiterhin ohnmächtig zusehen, wie verschiedene Persönlichkeits-aspekte unser psychologisches Auto steuern, während wir auf dem Rücksitz – oder noch schlimmer – im Kofferraum sitzen.

Die wichtigsten Methoden und Schulen der Inneren Personen Dynamik

Inner Family System (IFS) von Dr. Richard C. Schwartz hat in den letzten Jahren sehr nachhaltig dazu beigetragen, die professionelle therapeutische Landschaft dahingehend zu beeinflussen und zu verändern.

Voice Dialogue von Dr. Hal und Dr. Sidra Stone ist eine der ältesten Methoden, welche mit den Subpersönlichkeiten arbeiten. Theoretisch von Jung und Assagioli beeinflusst, wurde es von Trends wie Psychodrama, Gestalt, Transaktionsanalyse und Psycho gefördert, und Einflüsse können zurück auf die griechische Philosophie und die Lehren von Aurobindo und Gurdjieff verfolgt werden. Seither wird VD kontinuierlich ausgearbeitet und hielt Einzug in Psychotherapie, Coaching, Beratung und andere Bereiche.

Individual Systemics von Artho Wittemann ist eine im deutschsprachigen Raum sehr gut bekannte Methode. Er war einer der ersten Trainer von Voice Dialogue in Deutschland, trennte sich dann von VD und entwickelte Individual Systemics – „Fünf Sprachen der Psyche“.

Ein weiterer Einfluss kommt durch EBE (Emotional Body Enlightenment) von Daniel S. Barron. Ihm geht es um die Erleuchtung des menschlichen Emotionalkörpers und um das Ende der Vorstellung, dass das Menschsein auf irgendeine Weise transzendiert werden müsse, damit wir spirituelle Reife erlangen können. Laut Barron nehmen die Wunden des Emotionalkörpers die Gestalt bewusster, ganz bestimmter Subpersönlichkeiten an, um sich in Form unseres unbewussten Schattens und seiner verborgenen Motivationen zu zeigen.

Barron lehrt, dass unsere emotionale Entwicklung vier Stadien durchläuft:

1. Abhängigkeit von den Eltern im Kleinkindalter
2. Ko-Abhängigkeit von den Eltern in der weiteren Kindheit
3. Unabhängigkeit, sobald wir gelernt haben, uns emotional zu heilen
4. Authentische Offenheit, sobald wir unsere Heilung auch auf intime Beziehungen ausweiten

CoReOn True Self – CTS

Vor ungefähr fünfzehn Jahren fiel mir auf, dass ich in meiner energetischen Arbeit immer wieder unterschiedliche Anteile von Menschen sehr leicht wahrnehmen konnte, vor allem die inneren Kinder, aber auch andere „Figuren“. Oft konnte ich sie richtiggehend „sehen“, meistens aber habe ich sie „gehört“, da ich stark hellhörend bin. Mein Problem jedoch war, dass ich nicht wusste, was mit ihnen anfangen bzw. wie ich ihnen am besten helfen sollte.
Ich habe mich lange damit herumgeplagt herauszufinden, wie diese Stimmen und Aspekte einzuordnen sind, habe lange gesucht und nichts brauchbares gefunden, bis ich „zufällig“ in London auf Voice Dialogue gestoßen bin. Endlich hatte ich ein System und Erklärungsmodell gefunden, welches für mich Sinn machte und mit dem ich mich und meine Arbeit weiterentwickeln konnte.

Da ich ja keine Psychotherapeutin bin, sondern Spezialistin für energetische, spirituelle, feinstoffliche, innere Welten, war ich hauptsächlich daran interessiert, wie ich diese für mich neue und total spannende Welt der Inneren Personen Menschen zugänglich machen kann, die sich nicht in Therapie befinden. Also eine Methode für Menschen zur SelbstErfahrung und Kommunikation; ähnlich aufgebaut wie Voice Dialogue, nämlich für Jedermann, nicht nur für Spezialisten und Therapeuten.

Also fing ich an mit meiner CoReOn MasterClass Gruppe für einige Jahre zu experimentieren, ausprobieren und wirklich testen, was am besten anwendbar ist. Ich wurde dabei von Ansätzen und Methoden wie Aufstellung (der inneren Anteile), Focusing (Fühlen), Voice Dialogue, IFS, Barron und Witteman geführt, getragenen und inspiriert. Daraus hat sich über einige Jahre hinweg dann mein eigener Ansatz CoReOn True Self (CTS) entwickelt, den ich mit meiner Art der Energiearbeit und geführten Trance Reisen (Meditation) speziell für diese Arbeit verbunden habe. CTS bildet jedoch ein in sich vollständiges Weltbild, das keine dieser anderen Lehren repräsentiert oder von ihnen repräsentiert wird.

CTS ist natürlich nicht in der Größenordnung einer IFS oder VD Methode angelegt, sondern eine kleine, immer noch sehr experimentelle Methode, um die Inneren Personen kennenzulernen, die verdrängten Anteile zu integrieren und sich zusammen weiterentwickeln lernen, mit der klaren Absicht, in Zukunft so gut als möglich aus unserer Bewussten Präsenz heraus zu leben.

Ich suche ständig nach neuen Kriterien für Selbst-Aktualisierung durch emotionale Reife, denn beides hat bislang in der gesamten Bewusstseinsszene gefehlt. Es gibt dort immer noch keine klare Vorstellung davon, was genau Emotionen sind, was der Emotionalkörper ist, wie er unsere Emotionen speichert und wie wir mit ihnen auf eine heilende Art und Weise umgehen können. Ich habe das halbe Universum dafür in Bewegung gesetzt, damit wir hier endlich einmal weiter kommen. Mein Höheres Selbst und mein gesamtes Team aus den geistigen Welten sind mit diesem Projekt verbunden, und sie unterstützen uns nach ganzen Kräften und Möglichkeiten – denn es ist wirklich kein leichtes Unterfangen, zumindest nicht jetzt. Ich beginne täglich besser zu verstehen, dass es die Inneren Personen sind, aus denen ALLE unsere emotionalen Konflikte stammen und wenn sie nicht geheilt werden, führt keine Therapie oder spiritueller Weg zu echter Transformation.

Die Inneren Personen aus der Sicht von CTS

Die spirituellen Lehren sowohl des Ostens als auch des Westens gehen immer davon aus, dass wir die so genannten negativen Aspekte, den Schatten unseres Menschseins transzendieren müssen, um in Liebe, Mitgefühl und All-Verbundenheit zu leben. Vor allem sind sie stark auf Ego-Auflösung basiert, welches ein wirkliches Drama im Inneren des Menschen auslösen kann, denn viele der inneren Anteile sind strategisch, d.h. sie sind Teil des Egos. Und sie wollen sicher nicht aufgelöst werden, deshalb kann es zu ernstzunehmenden Psychosen kommen, wenn das versucht wird.

Was wir als unser ICH kennen ist keine singuläre Persönlichkeit, sondern vielmehr ein komplexes Sozialsystem aus mehreren Persönlichkeitsanteilen. Anteile, die wir teilweise schon mitgebracht haben und Anteile, die wir in diesem Leben aus uns selbst erschaffen haben – die aber sehr unterschiedlich agieren und reagieren können. Was wir als unser Ich kennen ist kein Ich, es ist vielmehr ein WIR.

Jeder Mensch erlebt sich selbst in unterschiedlichen Ich-Zuständen, in verschiedenen Rollen. Die Ich Erfahrung des Menschen ist wie eine Art Rollenspiel, wobei unser Bewusstsein sich mit jeder beliebigen Rolle identifizieren, sie als Identität annehmen und zum Leben erwecken kann. Bewusstsein kann jede Persönlichkeit annehmen und alle möglichen Vorstellungen von einer Persönlichkeit entwickeln, sodass wir glauben, nur diese eine Persönlichkeit zu sein. Bevor wir in einen physischen Körper inkarnieren, wissen wir genau, dass wir nicht die Erfahrung sind, sondern Erfahrungen haben. Als Mensch jedoch glauben wir hartnäckig daran, nur dieser Mensch, mit jenen Erfahrungen zu sein. Unser Ich ist jedoch ein systemischer Verbund, wie eine Art innere Familie.

Wir erleben uns möglicherweise als ein Vater oder eine Mutter, gleichzeitig sind wir vielleicht auch Inhaber einer Firma oder Angestellte. Wir sind eventuell auch Mitglied in einem Sportklub, begeisterte Mathematiker, Hobbybastler, vielleicht lieben wir Science Fiktion Bücher oder sind auch noch “Play Station” Fan. Als Vater oder Mutter werden wir die Welt aus völlig anderen Augen betrachten, als der Firmeninhaber, der wir auch sind. Wir werden als Unternehmer oder Angestellte andere Herausforderungen haben, als jene, die wir als Eltern haben. Der Persönlichkeitsanteil, der Mitglied in einem Sportklub ist, wird sich wieder etwas anders ausdrücken, als der Teil in uns, der Vater oder Mutter ist. Und anders, als wir uns als Firmenchef ausdrücken.

Der Mathematiker in uns wird viele Herausforderungen in der Welt unter mathematischen Gesichtspunkten betrachten. Der Bastler in uns kümmert sich vielleicht überhaupt nicht um weltliche Probleme, sondern zieht sich lieber zurück und bastelt halt etwas schönes. Der Firmeninhaber in uns muss beispielsweise fähig sein, harte Entscheidungen zu treffen, die wir als Vater oder Mutter nicht gezwungen sind zu treffen. Und auch nicht der Bastler in uns, der Sportler oder der “Playstation” Spieler.

Und trotzdem sind wir das alles. Wir sind das alles und mehr. Und jeder dieser Persönlichkeitsanteile, die wir über die Zeit entwickelt haben, nimmt sich als ein Ich wahr. Diese Ich Ausformungen gründen sich auf spezielle Interessen und Neigungen, die andere Teile in uns gar nicht haben. Viele Menschen nehmen nicht einmal wahr, dass sie aus unterschiedlichen Persönlichkeitsaspekten bestehen. Es gibt auch Menschen, deren Persönlichkeitsbandbreite auf nur wenigen Aspekten beruht, während andere Menschen breitgefächerte Persönlichkeitsanteile entwickelt haben. Das ist Teil des menschlichen Sozialisierungsprozesses, den jeder Mensch unterschiedlich erlebt und daher prägen wir unterschiedliche Persönlichkeitsaspekte aus.

Das Problem dabei ist nicht, dass wir verschiedene Anteile haben, sondern dass in uns Persönlichkeitsanteile existieren, die wir verdrängt, abgespalten und verbannt haben, oder die schwer traumatisiert sind und wir sie bislang nicht integrieren konnten, egal welche Wege und Methoden wir bisher versucht haben und oft kläglich gescheitert sind.

Wir brauchen also dringend Methoden wie IFS, VD und CTS, um unseren sogenannten Schatten heilen zu können, ohne ihn zu transzendieren. Und damit wird unser »Menschsein« zum Fundament und zur Voraussetzung für unseren spirituellen Weg, anstatt zum Hindernis. Nur so werden wir erleben, dass wirkliche spirituelle Reife nur auf Grundlage echter emotionaler Reife möglich ist.

Von Herz zu Herz ?
Renate

 

Om Mani Padme Hum ?

 

© 04 + 10/2017 Renate Hechenberger. Alle Rechte Vorbehalten.

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Da ich immer daran interessiert bin, dich näher kennen zu lernen, würde ich mich sehr freuen, wenn du unter diesen Artikel etwas darüber schreibst, was dich gerade am stärksten zu diesem Thema bewegt. ?

Quellen

IFS Therapeuten Deutschland, Österreich, Schweiz

Empfehlung

Zum Thema empfehle ich auch folgende Bücher:

Barron ist leider nicht mehr erhältlich, weder in Deutsch noch in Englisch.

 

Warum Liebe nicht genug ist

Warum Liebe nicht genug ist

„Nur die Liebe zählt“ singt Gregor Meyle gerade im Radio. „Nur die Liebe zählt, es ist nie zu spät daran zu glauben, du musst nur daran glauben, alles wird gut“ ..

Aber, ist Liebe wirklich genug?
Natürlich ist echte Liebe die magische Zutat in unseren Gefühlscocktails, das, was wir uns sehnlichst erhoffen und selten erhalten, denn in unseren romantischen Beziehungen spielen immer Bedürfnisse hinein, die in der abhängigen Phase der Kindheit nicht erfüllt wurden und jetzt auf den erwachsenen Partner projiziert werden.

Und da beginnt das Drama, denn wie können wir jemanden finden, der wirklich auf alle unsere Bedürfnisse eingehen kann? Viele wissen oft zu Beginn der Beziehung gar nicht, was ihre wirklichen Bedürfnisse sind, denn einige stellen sich erst während des gemeinsamen Lebens heraus. Oft sind Menschen unklar darüber, was sie eigentlich wirklich brauchen bzw. wo ihre Bedürfnisse liegen. Sie werden von diffusen Emotionen geplagt, schwankende Hormonspiegel kreieren ein Gefühlskarussell und das nicht gerade ideale Kommunikationsklima trägt nur dazu bei, dass man sich häufig nicht artikulieren kann oder will, vor allem, wenn man nicht mehr daran glaubt, dass es etwas bringt. Und so führt es vielfach dazu, dass man sich in seiner Beziehung über lange Zeit nicht wirklich genährt fühlt und das gegenseitige Bemühen dafür nicht (mehr) vorhanden ist. Zum Schluß landet es dann in der Schublade für „noch eine weitere Beziehung, die für mich nicht funktioniert“.

Es ist eine schmerzhafte Illusion, insgeheim zu hoffen, dass ein Mensch alle Bedürfnisse eines Anderen erfüllen kann. Wir wissen das – irgendwie, „vergessen“ es aber immer wieder in den entscheidenden Momenten. Es ist so was von unrealistisch und trotz allem hängen so viele darin fest, wie in einzementierten Fußfesseln. Man denkt sich, dass, wenn zwei Menschen sich lieben, alles gut wird, man sich endlich gesehen, genährt, wieder ganz fühlt. Aber alles, was wir im Laufe der Beziehung lernen ist, dass es Löcher im Anderen gibt, welche anscheinend nie nachhaltig gefüllt werden können, egal wie sehr wir es auch versuchen. Das Loch entpuppt sich oft als Fass ohne Boden. Wir glauben, dass das Loch mit Liebe gefüllt werden kann und es kreiert echtes Entsetzen in uns, wenn wir herausfinden, dass dem nicht so ist. Heißt das also, meine Liebe ist nicht stark genug? Oder liebe ich ihn/sie vielleicht gar nicht? Muss ich mir jemand Neues suchen? Oder noch schlimmer, warum wird meine Liebe nicht angenommen? Hat sie keinen Wert? Habe ich keinen Wert?

Und so beginnt die Spirale, die uns immer weiter nach unten zieht, denn wenn der Eine alle seine Bedürfnisse opfert, um den Anderen emotional ständig aus dem Loch zu ziehen und immer noch nicht kapiert hat, dass sich diese Löcher nicht füllen lassen, wenn nichts zurückkommt für diese Bemühungen, dann ist das keine gut funktionierende Beziehung, sondern der Beginn einer emotionalen Hölle.

Ein banales aber ungemein nervendes Beispiel: Der Boden in der Küche ist schmutzig. Du siehst Brotkrümel und du weißt, aha, das Krümelmonster hat Ausgang. Und die braunen eingetrockneten Kaffeeränder am Tischtuch helfen dem hohen Blutdruck auch nicht gerade. Die Liste ist endlos …

Du kannst jedes „Vergehen“ minutiös identifizieren, aber was nützt dir das? Der Boden ist schmutzig und bleibt es, bis er gründlich geputzt worden ist. Er wird nicht sauber, wenn du den Dreck analysierst. Also fängt man an zu nörgeln, bis man sich streitet oder man putzt und schweigt, und schluckt es runter – bis einem der Kragen platzt.

Wessen Bedürfnis ist jetzt das Wichtigere? Der eine mit seinem Bedürfnis nach Sauberkeit oder der Andere, der sich schnell in seiner „kreativen Freiheit“ eingeschränkt fühlt, wenn er Ordnung halten soll?

Es gibt eine populäre Philosophie in Bezug auf Partnerschaft und die lautet ungefähr so: „Man muss den anderen so akzeptieren, wie er ist, und er hat mich wiederum so zu akzeptieren, wie ich nun einmal bin. Man kann niemanden ändern.“
Jaaaa, aber ist das real lebbar? Sicherlich, wenn man sich darüber im Klaren ist, dass es unglaublich harte Arbeit bedeutet, das im alltäglichen Leben umzusetzen, denn in einer Partnerschaft werden ständig die Knöpfe der inneren Anteile, vor allem die der bedürftigen inneren Kinder und der Teenager aufs Heftigste gedrückt. Es sind diese bedürftigen Anteile, mit den emotionalen Verletzungen und Traumen aus der Vergangenheit, welche diese Löcher in dir kreieren, denen sich der Partner hilflos ausgesetzt fühlt.

Ich bin z. B. Jemand, die wirklich ein Problem damit hat, wenn keine Ordnung herrscht, denn ich habe einen echt uncoolen Inneren Kritiker, der „Perfektionist“. Er macht mir ständig die Hölle heiß. Er verlangt einen Standard, der fast nicht lebbar ist, in der wahnwitzigen Annahme, mich endlich vor der Schelte der Mutter bewahren zu können. Das wiederum macht dem Kind in mir so großen Stress, dass es manchmal in Tränen ausbricht, wenn nicht alles IMMER schön sauber und ordentlich ist. Es wartet unbewusst auf Schelte und Bestrafung (der Mutter). In all diesen Jahren der inneren Arbeit, hat sich dieses Kind mit dem Perfektionisten als Wächter, in nur sehr kleinen Schritten weiterentwickeln können und bedarf meiner ständigen Aufmerksamkeit – es ist wirklich anstrengend und braucht einiges an Geduld und Verständnis.

Du denkst dir jetzt vielleicht die Alte spinnt ja, nur wegen ein bisschen Dreck und Unordnung … ja für den „lässigeren“ Partner ist es total unverständlich und der hat auch Stress damit, ständig „ordentlich“ sein zu müssen.
Was tun?
Es hilft nur ganz ehrliche Kommunikation und viel Selbsterkenntnis darüber, WARUM du so tickst, wie du tickst. Erst, wenn du weißt, WER in dir so fühlt, wer zickt und Stress hat, warum dich das Ganze aufregt, kannst du einen Gang zurückschalten und mal schauen, was denn wirklich läuft. Erst wenn diese inneren Anteile sich getrauen nach vorne zu kommen – und das geschieht erst, wenn die Wächterstruktur beschlossen hat, dass es „sicher“ ist, dann können sie gefühlt werden und du beginnst zu verstehen, wie sich dieses Kind in dir sich in seinem Terror fühlt. Dann erst beginnt die langwierige Arbeit mit diesen Anteilen, bis sie vollständig integriert werden können. Ein langer Weg, aber einer der sich sicher lohnt, wenn man bewusste Partnerschaft leben möchte, besonders weil dadurch der Partner eine ganz andere Verständnisbasis dafür bekommt, warum etwas so ist, wie es ist.

Es ist auf jeden Fall eine tägliche Übung in Toleranz, Flexibilität und lernen, dem Partner zu vertrauen, was wohl das Schwierigste ist für das innere Kind und den dazugehörigen Wächtern. Aber nur wenn du Mitgefühl für diese gepeinigten kleinen Kinder in dir hast, können sie sich weiterentwickeln, lernen, tolerieren, wachsen.

Kann man den Partner darum bitten, sich zu ändern und darf man sich selbst anpassen?
Zwei Menschen, die miteinander leben und wachsen möchten, stellen sich ständig der Partnerschaft zuliebe aufeinander ein. Es ist keine Schwäche, den Versuch zu unternehmen, etwas an sich selbst zu ändern oder anzupassen, um damit ein Bedürfnis des anderen zu erfüllen. Aber es bleibt ein schwieriges Unterfangen, insbesondere wenn man dadurch selber in Gefahr läuft, sich darin zu verlieren vor lauter Verdrehungen, oder sich so sehr anzupassen, dass kein Gefühl für Selbst mehr übrig bleibt, und die Liebe nützt da nicht viel. Im Gegenteil, Liebe wird dann zum Spielball zwischen den Partnern und den dunklen Dynamiken in der Beziehung. Es bedarf sehr viel Achtsamkeit, zwischen den Bedürfnissen (beider Partner) nicht verloren zu gehen, flexibel zu bleiben, sich gegenseitig Anpassen und doch sich immer selber im Auge behalten. Wie gesagt, eine schwieriges Unterfangen.

Liebe kann dir helfen durchzuhalten, wenn es schwierig wird, aber Liebe alleine kann das Trauma deines Partners nicht heilen und sie kann das Loch in ihm nicht füllen! Auch wenn deine Liebe noch so groß und tief ist. Der Partner kann Tonnen von Liebe in den bedürftigen Teil von dir schütten, es hilft nichts oder nur ganz kurz, denn dieser bedürftige Anteil kann mit dieser Liebe (noch) nichts anfangen, es erreicht ihn nicht. Er ist abgetrennt, einsam, kalt, alleine; es hat sich ja nie jemand um ihn gekümmert, es war nie jemand da für diesen Teil. Also fließt die Liebe daran vorbei und nichts ändert sich langfristig.

Es braucht also auch die Absicht, sich um sich selber zu kümmern, vor allem um die bedürftigen Teile in uns. Wir können das nicht an den Partner „auslagern“ und uns an den kindlichen Glauben klammern, dein Partner könne deine Bedürfnisse selbständig erfassen; er ist nicht der Therapeut und er ist nicht der Elternteil, der das damals nicht gegeben hat. Wir müssen alle lernen uns selbst zu geben, was uns sonst niemand geben kann. Aber der Partner kann sehr wohl diesen Prozess unterstützen, zumindest in einer bewussten Beziehung.

Sich selbst so anzuerkennen, wie man ist, den anderen so anzuerkennen, wie er ist, und dabei beweglich, flexibel und bereit zur Veränderung zu bleiben – all das ist für eine wirklich funktionierende Partnerschaft notwendig. Ein ausreichendes Gespür dafür zu haben, wer man ist, was die eigenen Bedürfnisse wirklich sind, sodass niemand in dir verdrängt oder weggesperrt wird oder sich bedroht fühlt – auch das ist notwendig. Die gesunden Manageranteile in uns sind in der Lage zu verhandeln, Kompromisse zu schließen, sich auf gute Lösungen zu einigen und wenn diese Anteile halbwegs kompatibel sind zwischen den Partnern, kann das sehr gut funktionieren. Wenn nur die bedürftigen Kindanteile mit ihren Wächtern in der Beziehung ausagieren, dann steht die Beziehung auf Treibsand und wird nie ein gesundes Fundament erreichen.

Viele Menschen haben Angst davor, ihre (gewohnte) Identität zu verlieren, wenn sie sich mit ihren Wunden und Traumen beschäftigen.
Es zeigt, wie zerbrechlich das Gefühl der Identität in der modernen, westlichen Welt ist. Aber Liebe bringt nun einmal Risiko, Opfer, Wandel, das Aufgeben von festgefahrenen Gewohnheiten und Ansichten und dem Recht-Haben-Müssen. Eine bewusste Beziehung verlangt ständige Kommunikation – wohl eine der größten Herausforderungen. Es wird viel geredet und geredet, aber konstruktiv miteinander zu kommunizieren muss gelernt sein, denn niemand von uns hat das von zu Hause oder in der Schule mitbekommen.

Und dann sind da natürlich noch die Medien: Kino, Romane, Fernsehen, Magazine, Soziale Medien – all die tief verinnerlichten Bilder oberflächlicher Beziehungen, idealer Beziehungen, Romanzen. Nimm dir einen Moment Zeit und überlege dir, welche dieser (geheimen) Ideale da noch in dir schlummern. Um eine funktionierende Beziehung zu führen, muss der Teil in dir gefunden werden, der dieses Ideal verinnerlicht hat und das ist meistens der innere Teenager. Und dieser Teenager kämpft hart um seine/ihre Träume, Wünsche und die romantischen Vorstellungen vom Leben und der Liebe. Er macht dir das Leben zur Hölle, wenn er das Gefühl hat, der Traum geht jetzt nicht in Erfüllung. Dem Teenager ist nicht bewusst, dass er/sie vielleicht in einem fünfzigjährigen Körper lebt und diese Träume nicht mehr passend sind. Dann beginnt of der Zyklus des Partnerwechsels – denn die Hoffnung auf das Ideal lassen den Teeny nicht los, im Gegenteil, er verschmilzt mehr und mehr damit.

Die inneren Teenager haben inzwischen entdeckt, dass es noch eine Steigerung für ihre Vision des Idealpartners gibt, es kam noch ein neuer „Traum“ hinzu, nämlich dass du auf DIESE eine Person triffst, die deine perfekte andere Hälfte darstellt, die dich ganz und vollständig erfahren lässt, wer du bist, die alle deine Bedürfnisse erfüllt, die dein Leben für immer mit dir teilt – und das ist deine große Seelenliebe.

Die romantische Idee des „Seelenpartners“ oder der „Dualseele“ verkauft inzwischen viele Bücher und ist sehr populär, nicht nur in der esoterischen Szene. Aus der Sicht des höheren Bewusstseins ist es allerdings ein Konzept, das Menschen in Beziehungen immer und immer wieder blockiert. Ja es gibt Seelengefährten, Menschen, die sich über viele Leben hinweg gekannt haben, die zusammenkommen und sich gegenseitig helfen, ganz zu werden, zu wachsen. ABER es ist nicht immer so, wie man es sich vorstellt.

Es bedeutet nicht immer, dass man das ganze derzeitige Leben miteinander verbringt. Es bedeutet, dass man gemeinsam wachsen, lieben und Erfahrungen machen möchte. Manchmal kann eine tiefe seelische Verbindung auch bedeuten, dass man auf der Persönlichkeitsebene Schwierigkeiten, Zusammenstösse, Differenzen und Konflikte durchlebt, weil jedes Individuum Dinge zu erarbeiten hat. Die Seelenverbindung stellt dann die tiefe Basis dafür zur Verfügung, die oberflächlichen Themen aufzuarbeiten.

Eine gemeinsame spirituelle Basis zu haben, verändert eine Partnerschaft völlig. So viele Menschen fühlen sich heutzutage in dieser Hinsicht völlig verloren. Die intime Partnerschaft soll als Ersatz für das eigene spirituelle Leben dienen, soll das Leben mit Sinn erfüllen. Der Partner muss quasi den Platz Gottes einnehmen. Einem solchen Druck ist kaum eine Partnerschaft gewachsen.

Setz dich in meditativer Haltung hin, bring all deine unzähligen Anteile deiner selbst hervor, bring alles hervor, was du finden kannst, und halte es in Liebe in deinem Bewusstsein. Das heißt, auch die Anteile, die verletzt, wütend, abwehrend, ängstlich sind. Halte sie einfach mit deiner Liebe. Je mehr du dies für dich selbst erfährst, desto fähiger wirst du sein, dies bei deinem Partner zu tun. Je mehr du dies mit einem Partner tust, desto fähiger wirst du sein, es für dich selbst zu tun. Geduld ist auch eine nötige Eigenschaft für langfristige bewusste Beziehungen, und es ist keine Eigenschaft, die von unserer modernen Welt unterstützt wird. Alles soll möglichst schnell passieren, alles soll möglichst neu, aufregend und stimulierend sein. Bedürfnisse sollen sofort erfüllt werden. Geduld zu entwickeln ist eine absolute Vorbedingung für eine funktionierende bewusste Beziehung.

Der erste Schritt ist immer, bei dir selbst zu beginnen, dich selber lieben lernen, mit allem, was du jetzt bist – the good and the bad. So fängst du an und dieser Prozess wird bis zum Ende deines Lebens andauern, denn nur ein Herz, das sich selber akzeptieren und lieben gelernt hat, kann das weitergeben, kann wirklich den anderen lieben, so wie er ist.

Öffne dich für das Unerwartete. Was auch immer deine Angst in Bezug auf Beziehungen sein mag, schau ihr direkt ins Gesicht. All die alten, negativen, hinderlichen Muster, lade sie ein hervorzukommen, sie sind alle willkommen, in deinem HerzensLichterschein zu tanzen, dann machen sie vielleicht Platz für das Unerwartete. Vielleicht bedeutet es die Liebe mit einem anderen Menschen teilen, der ebenfalls Liebe teilen möchte.

Von Herz zu Herz ?
Renate

 

Om Mani Padme Hum ?

Da ich immer daran interessiert bin, dich näher kennen zu lernen, würde ich mich sehr freuen, wenn du unter diesen Artikel etwas darüber schreibst, was dich gerade am stärksten zu diesem Thema bewegt. ?

© 04/2017 Renate Hechenberger. Alle Rechte Vorbehalten. Bitte Beiträge NICHT kopieren. Du kannst gerne einen Blogbeitrag von mir Rebloggen oder ein Zitat aus einem meiner Blogbeiträge mit meinem Namen und einem Link zum jeweiligen Artikel auf meinem Blog, bei dir einbinden. Danke.

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Ich hätte so gerne eine Beziehung

Ich hätte so gerne eine Beziehung

ist eines der populärsten Themen unserer Zeit und taucht häufiger in meiner Praxis auf als jedes andere Anliegen. Eine funktionierende Beziehung zu finden ist für viele Menschen heutzutage von brennender Bedeutung und beansprucht viel Raum und Energie in ihrem Leben. Wir sprechen hier von intimen Partnerschaften, einer sexuellen Beziehung – denn „Beziehungen“ knüpfen wir mit vielen Menschen, Tieren, Dingen, Wesen usw.

Für diesen Wunsch gibt es leider keine einfache Lösung, schon gar keine, die für jeden zutrifft. Die Lösungsangebote und Tipps die von den diversen Frauenzeitschriften mal so schnell angeboten werden, sind nicht mal das Papier wert auf dem sie geschrieben werden – und siehe da, neuerdings widmen sich auch Männermagazine dem Thema. Auch die diversen Paartherapeuten haben vieles im Angebotskoffer, angefangen von „normaler Beratung“ bis hin zum Tantra. Zum Leidwesen der Betroffenen hilft das Riesenangebot meistens nicht wirklich, um mit ihrer Verzweiflung darüber, keine Beziehung zu haben zurechtzukommen, zum Ausdruck bringen und letztendlich wirklich heilen zu können.

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, Blockaden, Muster, Prägungen, Programme, Konditionierungen, Einstellungen, Eigenschaften, Familienmatrix, Karma, Seelenalter, Inkarnationsauftrag und Innere Personen Dynamik, das er in jede Beziehung mitbringt. Falls du Probleme damit haben solltest, eine langfristige Beziehung einzugehen, falls du verschiedene längere oder kürzere Partnerschaften hinter dir hast und sie alle mehr oder weniger nicht funktionierten oder wenn du überhaupt keinen Partner findest, wirst du die Antwort dafür ziemlich sicher in den Inneren Personen finden. Es ist eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es da einen Anteil (oder gleich mehrere) gibt, der dich zurück hält bzw. überhaupt nicht an einer Beziehung interessiert ist. Deshalb ist für mich die Arbeit mit den Inneren Personen einer der wichtigsten Aspekte zur Schaffung einer gesunden Basis für eine funktionierende Beziehung.

Für manche Menschen ist das Bedürfnis des zeitweiligen Alleinseins Teil ihres Inkarnationsplans oder ein Aspekt ihres Seelenalters (alte Seelen haben kein wirkliches Bedürfnis mehr danach), das menschliche Leben im Laufe der Zeit auch ohne intime Partnerschaft zu erfahren. Es kann einerseits eine schmerzhafte und einsame Erfahrung sein, auf der anderen Seite gibt es jetzt jedoch viele Menschen, welche das Alleinsein brauchen, um sich selbst zu finden. Andere wiederum haben in der Vergangenheit sehr zurückgezogen gelebt und versuchen, dies jetzt zu ändern. Sie suchen eine Beziehung (irgendwie – zögerlich), aber das alte Muster zieht sie zurück in die sichere Vertrautheit des Alleinseins.

Für den Großteil der Menschen allerdings, die mit diesem Thema zu mir kommen, gibt es in jedem Fall ein Inneres Kind, das intime Beziehungen als bedrohlich, überwältigend und verletzend erfährt. Dieses Kind wehrt sich immer noch gegen eine enge Partnerschaft, und zwar aus gutem Grund. Es hat ein tiefes Bedürfnis beschützt zu werden, und zweifelt meist sehr daran dass du, also dein erwachsener, präsenter Anteil, stark genug ist, um Grenzen zu setzen und sichere Strukturen innerhalb der Beziehung zu schaffen. Bislang hat es ja immer gegenteilige Erfahrungen diesbezüglich mit dir gemacht.

Einer der wichtigsten inneren Personen neben dem Kind ist der Wächter/Beschützer. Und dieser Anteil weiß meistens lang im Voraus, dass du dich immer wieder zur „falschen“ Person hingezogen fühlst, dass du immer – wie sehr du auch versuchst, dir dessen bewusst zu sein – bei jemandem landest, der dich verletzt, der negativ ist, der dich unterdrückt oder der nie da ist – also der genau dem Muster entspricht, welches tief in dir angelegt ist. Und da es die Hauptaufgabe des Wächters ist, das System zu schützen, sowie das Innere Kind vor weiteren Verletzungen zu bewahren, wird er immer alles daran setzen, diese Beziehung zu unterbinden oder zumindest heftig zu boykottieren.

Viele Coaches und Therapeuten gehen davon aus, dass es eine Überzeugung, ein Glaubensmuster in dir gibt welches sagt, dass du es „nicht wehrt bist“, dass du „nicht liebenswert“ bist usw. und das ist korrekt. Für mich ist das allerdings nicht nur ein Glaube der irgendwo im Kopf sitzt, sondern eine tiefe Überzeugung deines Inneren Kindes, welches sich meistens über Jahre in der Kindheit geformt hat. Dieser Glaube löst sich nicht so einfach, du kannst es nicht einfach „loslassen“, wie es immer suggeriert wird. So nach „du musst es nur wollen“ … tja, da stellt sich immer die Frage wer denn nun das „du“ ist der das wollen soll? Das Kind ist unfähig mental mit „wollen oder loslassen“ zu arbeiten. Der Erwachsene/Präsente Anteil in dir kann es wollen, aber zuerst muss er sich dessen wirklich bewusst werden, wahrnehmen und fühlen können, um sich so nach und nach damit auseinander setzen zu können.

Fast alle Menschen, die mir in meiner Praxis begegnen, haben stark ungenährte, ungeliebte Kinder in ihrem Wesen, die im Mangel, emotional unterernährt und bedürftig sind. Es gibt auch noch andere innere Anteile die sich so fühlen können – und sie haben alle eines gemeinsam: Sie brauchen sehr viel Achtsamkeit, Ausdauer, Geduld, Liebe und Aufmerksamkeit von dir, denn sie wollen ins Bewusstsein gebracht werden, um heilen zu können – oder auch nicht. Ich verwende die Focusing Methode, Trance- und Energiearbeit, sowie Aufstellungen der Inneren Anteile, um diesen Anteilen so den Raum und die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie jetzt brauchen. Ich kann aus meiner persönlichen Geschichte ein Lied davon singen wie wichtig es ist, diese Anteile wirklich in das gegenwärtige Leben zu bringen und zu integrieren, denn sonst läuft langfristig gar nichts – weder in Beziehungen noch was dir sonst wichtig ist.

Der Hauptgrund für eine schwierige Partnerschaft sind letztendlich immer zwei bedürftige Kinder, die nach Mami oder Papi Ausschau halten. Sie suchen unentwegt nach der Liebe, die sie als Kind nicht erhalten haben, aus welchen Gründen auch immer. Ich spreche hier nicht von versorgt werden, das haben die meisten von uns erhalten, aber emotionale Zuwendung war meistens nicht wirklich möglich. Dein Partner wird also zu diesen „Ersatzeltern“ wo sich das Kind hinwendet – und es sucht sich genau diese Partner aus, die dem ursprünglichen Elternmodell so ziemlich genau entsprechen – und die Tragödie beginnt jeden Tag von Neuem. Dies ist eine der größten Ironien und Dilemmas bei unserer endlosen Suche nach Liebe.

Wenn du als Kind lernst, bei einem Elternteil nach Liebe zu suchen, der gar nicht weiß, wie man Liebe gibt, wirst du fortwährend in Menschen und Situationen nach Liebe suchen, wo es am wenigsten wahrscheinlich ist, das Gesuchte zu finden! Wir suchen solange in anderen Menschen (Partnern) und Situationen nach Liebe und Aufmerksamkeit, bis wir uns dieser Tendenz in uns selbst bewusst werden. Es ist sehr wichtig, das in dir anzuerkennen, was sich so vertraut für dich anfühlt – nämlich das nicht-geliebt-werden, was ja das Gegenteil ist von dem, was du eigentlich so verzweifelt suchst. Aber es ist genau das, was du seit deiner Kindheit kennst und erfahren hast. Meistens ist das was dich unweigerlich an diesem (neuen) Partner anzieht, nicht das was du brauchst, was das Kind in dir braucht, um sich geliebt zu fühlen. Es ist wichtig, sich dessen ganz bewusst zu werden! Es muss in seiner ganzen Tragweite wirklich GEFÜHLT und nach Hause geholt werden, ansonsten geht das Drama endlos weiter, denn du kannst dieses Kind und dieses Gefühl NICHT LOSLASSEN oder Transzendieren oder sonst was aus dieser Trickkiste!

Es ist meistens langwierige Puzzlearbeit, denn das Innere Kind lässt sich nicht drängen. In den Focusing Sitzungen gehen wir tief in den Körper, lernen das Kind zu finden, zu fühlen, damit zu sein, egal wie lange es dauert. In diesem Prozess lässt du langsam von Deiner Lieblings-Fantasie ab, dass du von wem auch immer irgendwann geliebt wirst, der dies schon in deiner Kindheit nicht tat, weil er unfähig dazu war. Das Kind steckt immer in der Vergangenheit fest, ist durch das Trauma abgetrennt in den Traumateil und in den Überlebensanteil. Der Traumateil wird immer vom Wächter/Beschützer „bewacht“, damit er deinen Alltag nicht ständig mit seinem Trauma überschwemmt, damit du überleben kannst. Der Überlebensanteil lernt schnell sich anzupassen, indem er meistens ALLES tut, um wenigstens ein bisschen geliebt zu werden, um etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Es wird ganz brav, strengt sich an, tut immer das Richtige. Als Erwachsene wird sie zur perfekten Angestellten, die alles tut, damit man sie doch endlich würdigt, damit ihr Boss doch endlich sieht, wie gut und brav sie doch ist! In der Partnerschaft wird es ein endloses Geben und Geben und Geben – in der Hoffnung, dass da endlich mal was zurück kommt. Aber eine leere Keksdose kann eine andere leere Keksdose nicht füllen … und das tut so weh!

Oder der Überlebensanteil des Inneren Kindes wird zum Rebellen – verbindet sich mit dem Inneren Rebellen und strengt sich sehr an, den Eltern das Leben zur Hölle zu machen mit „sex, drugs and rock & roll“ … es glaubt sich dadurch „rächen“ zu können, aber der unterliegende Schmerz, der Mangel, ist immer noch da. Er wird durch diesen life style sogar noch heftiger.

Das alte Trauma fertig zu fühlen, dafür brauchen wir meistens einige Zeit. Die verzweifelten Anstrengungen, die wir unternehmen, um endlich „gut genug zu sein und das Richtige tun“ können ein Leben lang andauern, ein Leben füllen, bis wir endlich bereit sind, uns darum in uns zu kümmern. Das ist der entscheidende und unumgängliche 1. Schritt, um intime erwachsene Beziehungen überhaupt aufnehmen zu können.

Du kannst tausendmal den besten Paartherapeuten aufsuchen, viel Geld, Zeit, Energie und Deine Nerven investieren, es wird sich niemals grundsätzlich ändern, denn die Schwierigkeit besteht darin, dass ein ungenährtes, ungeliebtes Kind auf ein anderes ungenährtes, ungeliebtes Kind trifft und jedes von ihnen möchte vom anderen genährt und geliebt werden, gesehen werden, anerkannt werden – aber keines hat die innere Erfahrung, die innere Fähigkeit, genährt zu werden. Deswegen ist es für beide fast unmöglich, sich diese Nahrung gegenseitig zur Verfügung zu stellen, denn meisten verbleibt jeder in seinem kindlichen Status, wo seine eigenen Wünsche absolut vorrangig sind, und sich keiner von beiden bewusst ist, was da jetzt eigentlich geschieht. Wieder und wieder laufen sie gegen die Wände im anderen.

Viele von euch kennen dieses Gefühl, denn für viele Menschen ist es eine Tragödie, die sie täglich leben. Eine emotionale Hölle für das Kind, denn es erlebt jeden Tag wieder das gleiche Trauma – es wird nicht geliebt, da ist niemand der den Hunger stillen kann, es verhungert langsam – egal wie „leidenschaftlich“ die Beziehung auf sexueller Ebene sein mag.

Wenn du eine funktionierende Beziehung haben möchtest, ist es wichtig auch die Anteile (neben den Inneren Kindern) in dir zu finden, die an sich selbst glauben, die daran glauben, dass du im Laufe vieler Erfahrungen ein Bewusstsein erworben hast, das für dich arbeitet, dich unterstützt und dir jetzt dabei hilft, einen Partner zu wählen, der wirklich auf dich eingehen kann – der kompatibel ist mit dir und deinen Lebensabsichten, der mit dir zusammen die neuen Beziehungsmuster entdecken, aktivieren und leben möchte.

„Es ist nicht deine Aufgabe, mich zu mögen – es ist meine.“  Byron Katie

 

Om Mani Padme Hum ?

Om Mani Padme Hum ?

Foto credit: Portrait of young elegant couple – Shutterstock- © Mayer George
Fotocredit Fun Frog: Shutterstock – © Julien Tromeur

© 10/2016, Renate Hechenberger.
All Rights Reserved. Bitte Beiträge NICHT kopieren. Du kannst gerne einen Blogbeitrag von mir verlinken oder ein Zitat aus einem meiner Blogbeiträge mit meinem Namen und einem Link zu meiner Webseite einbinden. Danke.

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Back to Basics

Back to Basics

Der emotionale Tsunami geht weiter und weiter. Zuerst Griechenland, dann Flüchtlinge, dann Wahlen in Österreich, Brexit, Anschlag in Nizza, Putschversuch in der Türkei, Pro- und Anti EU Hetze – jetzt im Herbst wiederholte Bundespräsidenten Wahlen in Österreich – mit einem eventuellen Öexit als Wahlthema- man kann in Österreich anscheinend so lange wählen, bis die FPÖ das ersehnte Resultat erlangt hat .. es hört nicht auf.

Aber der Sommer ist endlich da, Schulen sind aus, die Urlaubszeit beginnt bei vielen. Es ist also eine wunderbare Zeit, sich wieder auf sich selbst zu besinnen, Innenschau halten und das innere Kraftzentrum zu stärken. Bevor du weiterliest, einfach ein paar mal tief ein- und ausatmen, bring dich so gut du kannst in deine Mitte.

Wenn es dir im Moment in etwa so geht wie mir, dann hast du mein vollstes Mitgefühl. Der Emotionalkörper ist seit langem im Höchsteinsatz und vieles aus dem Unterbewussten wird mit Nachdruck nach oben befördert. Auch ich bin immer wieder erschöpft und müde und muss sehr achtsam mit mir und meinen Energien umgehen. Die Felder sind extrem unruhig, viele schlafen sicher sehr schlecht, sind unruhig, nervös und ausgelaugt, angsterfüllt oder zumindest sehr beunruhigt.

Viele dieser Emotionen sind in Bezug auf all die Menschen, die jetzt zu Abertausenden in unsere Länder geströmt sind, dem Austritt der Briten aus der EU und der allgemeinen Hass- und Hetzkampagnen der diversen Lager. Emotionalkörper werden zu einem kollektiven aktiven Vulkan, der Tonnen von Angst, Elend, Misstrauen, Neid, Hass, Zorn, Hilflosigkeit usw. mit viel Wucht in die Atmosphäre schleudert. Dazu kommen astrologische und andere energetische Einflüsse. Der ganze Cocktail ist sehr explosiv und anstrengend.

It’s the time of testing

Hat man uns ja auch vorausgesagt ? ..
Wie gehen wir also um mit all dem emotionalen Zeugs, welches uns jetzt vor die Nase geknallt wird?
Jetzt hilft auch kein Davonrennen mehr zum indischen Guru oder was auch immer. Man kann natürlich auch sagen, dass alles eine Illusion ist und mich nicht betrifft .. Tja, schön wäre es, denn die Probleme vor deiner Nase sind meist schon manifestiert und werden sich nicht „puff“ einfach in Wohlgefallen auflösen.

Es ist wirklich an der Zeit, sich zu besinnen, wieder zu meditieren und ruhig zu werden. Jeder für sich. All das hysterische Geschrei hilft niemandem und macht extrem müde. Vielen Menschen leisten seit Monaten großartiges für all die Menschen, die in unsere Länder strömen, helfen und tun und machen was und wo sie nur können. Das ist Love in Action. Und die meisten dieser Menschen würden sich nicht als „spirituell“ bezeichnen, sondern sind einfach Menschen mit Herz und Mitgefühl. Ja, wir werden bis auf Innerste getestet, ob wir Mitgefühl, Liebe und Oneness auch wirklich LEBEN können. In einem schönen Meditationsraum, warm, sicher und harmonisch – von all dem Elend der Welt weit entfernt, ist das natürlich keine Kunst.

Wir tragen nicht zu einer Lösung zum Wohle ALLER bei, wenn wir jetzt durchdrehen vor Angst und geschürter Hysterie und so zuerst unsere Herzen, dann unsere Türen und letztendlich unsere Grenzen schließen. Hat das nicht fast jeder in der spirituellen Gemeinschaft schon einmal gesagt „Wir sind Eins“? Aber nicht mit den Menschen aus den arabischen Ländern, Afrikanern usw. oder? Ach ja, das ist ja alles geplant worden von Frau Merkel & C0. Tja, auch wenn es „geplant“ war, es ändert nichts an der Tatsache, dass wir vor sehr großen Problemen stehen und Lösungen finden müssen – im Kollektiv, nicht nur einzelne Politiker.

Einfach unmenschlich und sehr hässlich, was da so hervor kommt, auch aus der spirituellen Szene. Und nein, wir können nicht die ganze Welt bei uns aufnehmen. Wir können aber sehr wohl aufwachen und endlich unsere Köpfe aus dem Sand nehmen. Jeder trägt dazu bei, dass Politik und Business so sind, wie sie sind. Wie eine Frau auf Facebook so schön schrieb: „Die EU ist kein Büro in Brüssel, sondern wir alle!“

Es ist immer die gleiche Kultur, die letztendlich all das Elend auf der Welt mit unterstützt. Viele wissen, dass etwas Unrechtes geschieht, direkt vor ihrer Nase. Ich kann ein Lied davon singen, nach dreißig Jahren Corporate World. Wir machen mit, weil wir nicht unsere Arbeit und Position verlieren wollen, unser Geld, unseren Einfluss und Wohlstand, also schauen wir einfach weg. Dass in unserem Namen seit Jahren Krieg in diesen Ländern geführt wird, interessiert kaum jemanden. Wir sind eben nicht bereit, auch nur einen Millimeter von unserem Wohlstand aufzugeben, uns ehrlich zu überlegen was und wie wir etwas ändern könnten, damit solche Zustände endlich aufhören und deshalb geht es einfach weiter und weiter, und jetzt hat es uns eingeholt.

Es ist ein wirklich spannender Prozess, der jetzt stattfindet und uns alle zwingt, sich dem zu stellen, so oder so. Man kann nicht mehr auf dem Zaun sitzen bleiben und warten, bis „man“ es für einen richtet. Jetzt werden wir wirklich gebraucht und jetzt können wir zeigen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind, liebe MitMenschen. Geben wir wirklich unsere Seele, unsere Kinder, unsere Erde, unsere Welt, unser Leben, einfach um unser bisschen Wohlstand nicht zu gefährden? Wenn Amerika, die Elite, die Illuminati, Archonten, Reptoids, Anunnaki und wer immer noch, den großen Plan haben uns zu vernichten, warum erlauben wir es dann? Warum spielen wir ihnen in die Hände, einfach, indem wir uns vor Angst winden und genau diese Energien und Wesen füttern, die wir für das ganze Desaster verantwortlich machen? Es scheint extrem einfach zu sein, auch die Menschen in der Bewusstseinsszene zu manipulieren und wie Marionetten zu behandeln. Wir verbreiten einfach die allgemeine Angst und vergrößern sie dadurch um ein Vielfaches.

Willst du die Welt zum Positiven verändern oder einfach nur jammern, kreischen und tratschen?
Nein, dann back to basics. Wir besinnen uns ganz schnell wieder darauf, dass wir sehr wohl etwas tun können, nämlich in und mit uns selbst, anstatt die Angst zu vermehren. Es ist einfach ein Prozess der jetzt stattfindet und eine riesige Reinigung. Sind wir doch dankbar für die Möglichkeit, all das unsinnige Zeugs, welches seit Generationen weitergegeben wird und so immer wieder in unserem Unterbewusstsein landet, loswerden zu können.

Thema Flüchtlinge

Vor was genau hast du Angst? Wer in dir hat die Angst? Warum?
Bitte sei dir bewusst, egal wie sich deine Emotionen äussern, wie sich die Gedanken drehen, es ist IMMER Angst im Spiel, nicht Logik. „Man“ will uns gefügig machen, mit der uralten Peitsche genannt ÜberlebensAngst und der uralten Technik von divide and conquer (teile und herrsche).

Es ist uns überlassen, ob wir mitmachen oder endlich nein sagen. Und das kann jede/r von uns, auch ohne große, dramatische Geste, Demos usw. Civil unrest (Bürgerunruhen) ist eine Form, seinem Unmut Luft zu machen, sicherlich, aber nicht die Einzige und nicht die am effektivsten.

Wir müssen immer bei uns selbst anfangen, da hilft einfach nichts. Wenn nicht genügend Menschen aufwachen und bewusster werden, können wir so viel Schreien und Demonstrieren wie wir wollen, es wird sich nicht viel ändern. Im Gegenteil, es wird sich zunehmend verschlimmern und verschlechtern. Vor allem Menschen in der spirituellen Szene können sehr wohl etwas ändern und beitragen, ihr wisst das alle! Für was haben wir denn jahrelang geübt und meditiert und und und ..?

Jetzt ist unsere Zeit gekommen, wofür wir letztendlich inkarniert sind. To make a difference! Because we are different.

Fühlen, fühlen, fühlen Leute. Die Ängste müssen hochkommen, damit sie gefühlt und eingeordnet werden können. Wir erleben jetzt auch eine Unmenge an alten, unverarbeiteten Ängsten und Dramen unserer Eltern und Großeltern aus zwei Weltkriegen. Nicht unterkriegen lassen bitte. Schaut dass ihr eine gute Freundin/Freund habt mit der/dem ihr euch austauschen könnt. Jemand dem ihr eure Ängste mitteilen könnt, die aber auch klar genug ist und einfach nur Raum bietet, damit sich der Teil in euch einfach ausdrücken kann, etwas Luft bekommt. Sprecht in euren Gruppen darüber, wie ihr euch gegenseitig besser unterstützen könnt. Aber nicht nur reden und dem anderen die Angst aufbürden, sondern konstruktive Action Plans ausarbeiten. Zusammen konstruktive Möglichkeiten finden, wie ihr damit besser umgehen könnt. Jeder von euch, jeden Tag. Was muss ich machen, damit ich die Angst in mir heilen kann, meine Teile an einen besseren Platz bringen kann? Wie kann ich dem extrem bedürftigen Kind in mir besser helfen?

Fast alle traditionellen Lehren raten leider fast immer direkt oder indirekt dazu, emotionalen Schmerz zu übergehen, ihn zu transzendieren oder sich einfach nicht mehr mit ihm zu identifizieren. In den Fällen, in denen Psychologie in Spiritualität integriert wird, geschieht das zumeist in einer sehr oberflächlichen Form – von einer Definition wirklicher Authentizität sind diese Ansätze weit entfernt.

Selbst wirklich tiefgründige spirituelle Prinzipien wie die Akzeptanz von allem, was geschieht (Zen oder Advaita Vedanta) oder die Hingabe an den Willen Gottes (christliche Mystik, Sufismus, Yoga etc.) sind Wege, die nicht in die emotionalen Wurzeln unserer Konflikte vordringen können. Denn wenn man sehr genau hinschaut, dann werden selbst in diesen Traditionen die eigenen Prinzipien umgangen, denn die Annahme von allem, was existiert und das Erkennen des göttlichen Wirkens in allem kann nicht vollständig geschehen, solange wesentliche Anteile in uns in existentiellem Schmerz feststecken. Transzendente Erfahrungen und Erkenntnisse allein können Leiden nicht heilen. Es ist an der Zeit, diese Illusion durch eine umfassendere psychospirituelle Sichtweise zu ersetzen. Auf diese Art kann authentische persönliche Heilung ein gesundes Fundament bilden für darauf folgendes transpersonales Erwachen.

Unsere abgespaltenen Anteile können sich durch Heilung dem Entwicklungsstand unserer
starken und reifen Seiten nähern. Ein Mensch mit authentischem Selbstwertgefühl ist jemand, dessen reife und unreife Aspekte sehr nahe beieinander liegen – was übrigens die Wahrscheinlichkeit enorm erhöht, bereichernde Lebenserfahrungen anzuziehen. Dies ist etwas völlig anderes, als willentlich zu versuchen, ein bereicherndes Leben zu »kreieren« wie es in so vielen Seminaren gelehrt wird. Ein solcher Ansatz ist immer eine Kompensation und ist durch ungeheilte Angst motiviert; völlig egal, wie erfolgreich er verfolgt wird. Äußeres Glück, das sich einfach ungehindert entfalten kann, ist dagegen frei von ungesunder Kompensation – vor allem weil die Ängste vor echter Erfüllung geheilt sind.

Viele moderne Lehren zu persönlicher Entwicklung wie Neurolinguistisches Programmieren (NLP) oder Positives Denken behaupten, daß wir uns unser Leben selbst erschaffen können. Ich teile diese Ansätze nicht. Im Gegenteil, unser Leben läßt sich nicht nur durch negative oder positive Gedanken oder Überzeugungen gestalten, sondern es wird solange durch unbewußte Emotionen gesteuert, bis diese geheilt sind.

Indem wir unsere Subpersönlichkeiten heilen, vor allem unsere Wächter/Beschützer und unser Inneres Kind, sowie Schmerz, Angst, Wut, Kontrolle, Depression, Scham, Urwertlosigkeit und die Widerstände der Wächter, schaffen wir die Grundlage für ein erfülltes Leben als bewusst präsenter Mensch. Wenn wir den inneren Konflikt zwischen den verschiedenen Subpersönlichkeiten heilen, die verschiedene Dinge wollen, sind wir in uns harmonisch genug, daß uns solche äußeren Konflikte nicht mehr unsere inneren Konflikte aufzeigen.

 

Om Mani Padme Hum ?

Om Mani Padme Hum ?

 

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