Krisenmanagement

Tagesimpuls 8.2.17

Krise bedeutet: Drama, Alarm, Stress, Schock, starke innere Unruhe.

Du hast keinen Ausweg mehr.

Die alten Überlebensstrategien greifen nicht mehr.

Krise bedeutet: Der Teil in dir, der die größte Panik hat, übernimmt.

Alles was bis jetzt funktioniert hat, bricht weg.

Krise bedeutet: Angst und Verzweiflung.

Krise stellt die Frage: Was passiert, wenn ich das nicht mehr in die Reihe bekomme?

Krise wird gefühlt zur existentiellen Bedrohung.

Krise bedeutet Verlust.

Krise fühlt sich an, wie ein Abgrund in den man fällt.

Krise bedeutet aber auch eine (neue) Chance …

Keine Krise erledigt sich von Heute auf Morgen.

In der Krise gilt: Lebe von Moment zu Moment.

Und das bedeutet: Brich deinen Tag in einzelne Segmente, kleine ZeitPortionen, in denen du nur das tust, was du wirklich schaffen kannst und was dir möglich ist. Hör auf dich anzutreiben oder zu überfordern – es nützt sowieso nichts.

Tägliche Hilfe in Krisen:

Erkenne an, was ist. Du kannst es im Moment nicht ändern. Steh dazu!

Fühle den Teil in dir der Widerstand leistet – Widerstand verstärkt, was du nicht willst.

Kümmere dich um die inneren KindAnteile – sie haben jetzt große Angst.

Wenn der Innere Antreiber und der Innere Kritiker aktiv werden: Hinsetzen, atmen, 10 Minuten still werden und einfach diese Aspekte von dir FÜHLEN bzw. ihnen zuhören; schreib, auf was die Stimme in deinem Kopf sagt; sag dem Teil, dass du ihn hörst, sie wahrnimmst so, wie sie sich im Moment fühlt. Es muss NICHTS getan werden, einfach wahrnehmen und ernsthaft zur Kenntnis nehmen. Nicht mit den Teilen argumentieren oder vom Gegenteil überzeugen, das hilft gar nichts, sondern verstärkt das Stress- und Angstgefühl. Sie entspannen sich, wenn sie wahrgenommen werden, sich gehört/gesehen fühlen.

Erlaube ALLEN deinen Gefühlen da zu sein, es funktioniert sowieso nicht, wenn du sie wegdrückst. Weine, schreie, lass deine Wut raus, wenn du alleine bist. Setz dir dazu einen festen Zeitpunkt. Zerschneide etwas, wirf das alte Porzellan, geh Holz hacken ..

Verbinde dich mit deinem Körper – wenn möglich mehrmals am Tag: Atme bewusst, mache ein paar Dehnübungen oder Yoga, beweg dich an der frischen Luft, spiel mit deinem Haustier (wenn du eines hast), koch dir was gutes, räum den Kühlschrank auf, wirf alte Sachen weg, such dir etwas, was dir immer schon Freude gemacht hat und versuche es zu tun, schau öfter mal in den Himmel oder betrachte deine Blumen und mach dir bewusst, dass es etwas gibt, das größer ist als du und deine Krise.

Mache TRE – eine der besten Übungen für Stress und Krisensituationen, danach funktioniert vielleicht eine geführte Meditation.

Wann immer stressige Gedanken hochkommen, die sich endlos im Kreis bewegen, stell dir diese einfache Frage:

Was könnte ich tun, um jetzt zur Ruhe kommen?

Wie kann ich mich trösten – ohne zu Alkohol oder anderen Mittelchen zu greifen? Schokolade ist erlaubt 🙂

Was brauche ich jetzt in diesem Moment, damit es mir besser geht? Es sollte etwas sein, dass DU dir selber geben kannst.

Oder versuche Folgendes:

Wenn ich wüsste, was mir gut tut, würde ich jetzt …

Sag dem Inneren Kind in dir, dass es darauf vertrauen kann, dass du gut für euch sorgst.

Sag dir öfter: Diese Krise ist nicht der Untergang meiner Welt. Auch wenn es sich jetzt so anfühlt!

Führe ein Dankbarkeitstagebuch. Auch in der Krise gibt es Dinge, für die du dankbar sein kannst.

Wenn dich düstere Zukunftsgedanken oder schmerzhafte Erinnerungen überfluten, sag laut: STOPP. Kehre zurück ins Jetzt und achte nur auf das, was jetzt, in diesem Moment, zu tun ist. Konzentriere dich bewusst darauf. Fange wieder mit den Punkten von oben an.

Wenn du den Impuls hast mit jemanden darüber zu reden, sei achtsam wem du davon erzählst. Haben sie die Gabe und die Geduld dir wirklich zuhören zu können, ohne sofort Ratschläge zu erteilen, deine Situation zu bagatellisieren oder dich zu etwas drängen wollen?

Vor allem – strapaziere sie nicht mit deinem immer gleichen Gejammere.

Sag dir immer wieder: „Ich schaffe das!“ Es wirkt. Entwickle ein hilfreiches Bild für das, was du willst, auch wenn es noch nicht da ist.

Mach dir bewusst, dass deine Krise einen Sinn und ein Ende hat, auch wenn du es im Moment noch nicht erkennen kannst. Krisen erschüttern das Alte, rufen dich auf, aufzuwachen und Dinge zu ändern. Sie überprüft, was noch echt ist. Sie zeigt auf, was gehen darf und was bleiben kann.

Wenn das alles nichts hilft: Such dir professionelle Hilfe.

Ich wünsche dir für heute einen Krisen- und Stressfreien Tag.
Alles Liebe, Renate

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Und natürlich würde ich mich über einen Kommentar von dir hier im Blog sehr freuen. Ich möchte wissen, ob meine Impulse dir weiterhelfen, ob du sie gut findest oder ob du andere Vorschläge hast. Lass es mich wissen. Ich bin wirklich daran interessiert dir weiter zu helfen.

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© 02/2017 Renate Hechenberger
Foto credit: © pathdoc – Shutterstock/com

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Irrungen und Verwirrungen

Irrungen und Verwirrungen

Geschrieben von Steven Black

Mir begegnet immer wieder die Ansicht, dass diese Art von Arbeit und Auseinandersetzung mit sich selbst nur Leute machen müssten, die schwere Traumata erlebten. Die entweder sexuellen und/oder schweren physischen Missbrauch oder andere extreme Demütigungen erlitten haben. Mal abgesehen davon, dass solche massiven Formen von Traumata tatsächlich in die Hände von speziell dafür ausgebildeten Fachkräften gehört und mit spiritueller Entwicklung nicht zusammengewürfelt werden sollte – erleben alle Menschen traumatische Erfahrungen und viele davon wurzeln in den Kindheitsgeschichten. Deren Nachwirkungen wir bis in die heutige Gegenwart spüren. Es ist eine Last, die wir tragen, bis wir die Kraft und den nötigen Mut haben, diese prozessieren können.

Was ist ein Trauma?

Der Begriff selbst kommt aus dem Griechischen und bedeutet nichts anderes als Verletzung oder Wunde. Darunter wird jedes Erlebnis verstanden, dessen Bewältigung den Menschen überfordert. Eine emotionale und gleichzeitig psychische Erschütterung des Bewusstseins, wobei der jeweilige betroffene Mensch sich nicht in der Lage sieht, das erschütternde Erlebnis zu verarbeiten. Wie Mike Hellwig mit seinem Therapieansatz “Radikale Erlaubnis” zutreffend anmerkte, es ist nicht das schwierige Erlebnis selbst, welches das Trauma verursacht, sondern die Tatsache, das man alleine damit war.

Ein Trauma kann jede Erfahrung sein, die emotional und/oder psychisch nicht verdaubar gewesen ist. Psychologischen Untersuchungen zufolge muss ein schreckliches Erlebnis nicht zwangsläufig ein Trauma zur Folge haben. Bei Vergleichen von Kindern, die ein und dasselbe schlimme Erlebnis hatten, unterschieden sich diejenigen Kinder, die kein Trauma davongetragen hatten, einzig dadurch, dass jemand da war, der dem Kind half, die Erfahrung zu verarbeiten. Das wirklich traumatische an einer überwältigenden Erfahrung war nicht das jeweilige Erlebnis, sondern weil du als Kind damit alleine gelassen wurdest. Ein Hammer landete quasi auf deinem Kopf und dir dämmerte die Erkenntnis – “ich bin total alleine damit.” Das ist das wirkliche Trauma, das ist es, was nicht bewältigt werden konnte.

Viele Menschen haben solche Erfahrungen tief in sich begraben und haben oft keine, oder nur mehr geringfügige, Erinnerungen daran. Die Frage, die sich stellt ist – warum sollte ich, wenn ich eh keine Erinnerung mehr daran habe, mich extra damit auseinandersetzen? Das ist eine sehr gute Frage, deren Beantwortung vermutlich nur jene Menschen anspricht, die sich selbst und ihr Leben wirklich neu ordnen wollen. Die sich selbst auf ein völlig neues Niveau anheben möchten.

Meine persönlichen Erfahrung mit der Fühlarbeit ist, je tiefer man damit kommt, je tiefer man in sein eigenes Bewusstsein dringt, desto mehr staunt man, was dort so alles vorhanden ist. Da lernt man dann, wie verletzlich der Mensch wirklich ist und wie viel an Verdrängung, Vermeidungsstrategien und Verletzungen sich wirklich in einem befinden.  Es gibt in der spirituellen Szene viele unterschiedliche Konzepte, aber auch Aussagen, die einiges an Verwirrung beinhalten, die nicht nur wenig hilfreich sind, sondern vor allem verhindern und vermeiden, dass der Menschen wirklich in Kontakt mit seiner Wunde kommen könnte.

Kürzlich entdeckte ich dieses Bild, mit folgender Aussage: “Die Wahrheit über dein Herz: Dein Herz heilt sich selbst. Du musst dich um deinen Geist kümmern. Dein Geist sperrt Erinnerungen ein. Fragmente schmerzvoller Erfahrungen, die dich wie scharfe Klingen schneiden. Dein Geist hält dich nachts wach, bringt dich zum Weinen, wieder und wieder. Du musst deinen Geist überzeugen, dass er sich nicht darum zu kümmern braucht, weil dein Herz bereits weiß, wie es dich zu heilen hat.”

 

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Oder wie aus diesem Post auf Facebook:

„Der Körper kann nichts erschaffen, er ist tot. Nur der Geist der beschlossen hat, in ihm gefangen zu sein, erhält ihn am Leben. Wie wir unseren Körper wahrnehmen spiegelt exakt den Zustand des Geistes wieder ..

Wenn wir uns bewusst werden, dass wir in Wirklichkeit nicht im Körper – also nicht „hier“ sind, können wir erkennen, dass wir mit unseren Emotionen, Befindlichkeiten, Krankheiten usw. nichts zu tun haben, Gar nichts. Sie sind alle ausgedacht ..

Ich verrate Euch etwas aus eigener Erfahrung: Wir müssen diesen Scheiß, der uns leiden lässt nicht fühlen. Es ist eine Entscheidung. Der Entschluss, zu leiden hat einen Grund, den man verstehen muss – auch das Ego hat dasselbe Ziel wie der gesunde Anteil in uns: Der totale Frieden. Das ist immer das Ziel. Allein die Logik des Egos ist vollkommen wahnsinnig, weil es glaubt durch Leid, Tod und Vernichtung dorthin zu kommen ..“

Nein, iwo, wir sind nicht im Körper und wir haben mit unseren Emotionen oder gar Krankheiten natürlich üüüüüberhaupt nichts zu tun. Du hast keine Zähne, die dir manchmal ausfallen oder weh tun, du hast keinen Penis/Vagina, um sexuell mit anderen zu verschmelzen. Du hast kein Herz, kein Blut, das sind alles nur Illusionen des Ego. Nein, wir brauchen all das nicht zu fühlen, wir sind nämlich gar nicht hier. (Wusste wieder mal keiner) Wir leben in einem toten Körper, wo wir nichts fühlen müssen – wow! Diese Aussage ist ein spiritueller Bypass in höchster Vollendung – eine so gradlinige Fluchtbewegung, weg von sich selbst, verkauft als „höchste Wahrheit“.

Der unbändige Wunsch, die Wahrheit in sich nicht fühlen zu müssen, kann die unglaublichsten Vermeidungsstrategien produzieren, damit wir dem inwendigen Schmerz in uns ausweichen und damit uns selbst niemals begegnen. Ja, wir sind nicht nur unsere Geschichte, aber wir sind eben auch unsere Geschichte. Und diese Geschichte ist ganz persönlicher Natur, man löst sie nicht, indem man auf eine virtuelle Ebene flüchtet und behauptet, es wäre nicht wahr.

Dasselbe gilt für den obigen Absatz, wo behauptet wird, das Herz heile sich selbst. Ja genau, überzeuge einfach deinen Geist, dass er sich nicht darum kümmern muss, weil dein Herz weiß ja schon, wie es dich heilen wird. Überzeuge einfach deinen Geist davon… – das gehört für mich in die Rubrik -“spiritueller Glückskeks”. Ich weiß nicht, wie man auf so eine Idee kommen kann, vermute dahinter aber zu viel Lektüre vom Format – “die Kraft des Geistes”, oder, “die Macht der Gedanken”. Nur so kann ich mir vorstellen, dass man auf die Idee kommt, man müsse (oder könnte) seinen Verstand überzeugen. Schon klar, Gedanken sind wichtig, denn der Geist des Menschen, wenn er direkt in eine Richtung fokussiert wird, kann eine Menge bewirken.

Unsere Emotionen und Gefühle bilden die allerdings Grundlage für unser Denken.

Unser Denken gibt uns wiederum die Möglichkeit, was wir fühlen zu definieren, einzuordnen und zu bewerten. Denken und Fühlen beziehen sich ständig aufeinander. Die Emotionen sind aber vorrangig zu betrachten, sie sind die Grundlage und der Treibstoff, wodurch Gedanken nach Verwirklichung streben.

Nein, tut mir leid, das Herz weiß ganz sicher nicht, “wie es dich zu heilen hat”. Das Herz und das Herzchakra sind keine externen Kräfte, die von sich aus und eigenständig irgendwelche Transformationsarbeit leisten könnten. Sie sind zwar Teil des Gesamtsystems, aber Transformationsarbeiten sind Bewusstseinsprozesse, die der gesamte Mensch selber machen muss.

Schmerzvolle Erlebnisse werden abgekapselt und eingelagert, weil der Mensch mit seinem Leben ansonsten einfach nicht weitermachen könnte. Das abspalten und abtrennen von Anteilen ist ein neurologisch verankertes Notfallprogramm. Es startet vollautomatisch, sobald das emotionale und psychische Überleben bedroht wird. Die erste Erfahrung dazu haben wir meist in der Kindheit gemacht. Dabei wird der spezifische Anteil, der dieses schmerzvolle Erlebnis hatte, abgespalten und in Sicherheit gebracht, damit die menschliche Erfahrung weitergehen kann, Überleben gesichert ist.

Wenn so ein Teil von uns abgespalten wird, erfolgt ein Abbruch des kontinuierlichen Erlebens und der Entwicklung, denn solche Teile frieren dann sozusagen in ihrem Erleben ein, bleiben jedoch im Hintergrund aktiv. Abspaltung ist ein Notfallprogramm, zur Sicherung des Überlebens – und jeder Menschen, ausnahmslos, hat solche Erfahrungen in der Kindheit gemacht. Es wäre unmöglich beim gegenwärtigen Bewusstseinszustand der Menschheit – d.h. es ist  irgendwann sicher Traumata passiert. Der Mensch baut daraufhin und im Laufe seines Lebens ein immer effektiveres, strategisches Abwehr– und Widerstandsverhalten auf, in der Begegnung mit anderen Menschen, und dem Leben an sich. Wir haben Barrieren erbaut gegen wirkliche Begegnungen. Denn in einer wirklichen Begegnung haben wir offene Herzen. Ein offenes Herz ist aber der Verletzlichkeit oftmals schutzlos preisgegeben. Deswegen haben wir ja soviel Angst uns wirklich zu öffnen – verständlicherweise, denn wir könnten ja wieder verletzt werden.

Die hauptsächlichen Probleme des Menschseins liegen auf der Gefühlsebene und nicht im Verstand und das ist eine 100% Kehrtwendung vom üblichen Denkprogramm, mit dem wir im Westen alle großgezogen wurden.

Bei den meisten Menschen ist die Herzebene ziemlich verletzt. Der Emotionalkörper (fühlen) ist dem Mentalkörper (denken) vorgelagert. Wir fühlen, bevor wir denken – immer. Unser Denken gibt wiederum den Gefühlen Bedeutung und Definition.

Wenn der Verstand eines Menschen die wildesten Verrenkungen macht – was passieren kann und jeder natürlich selbst erfahren hat – so ist dies den emotionalen Ungleichgewichten im Menschen geschuldet, welche den Verstand (auf unterschiedlichen Ebenen) maßgeblich beeinflussen. Wenn sich unverdaute, emotionale Energien in uns zu stauen beginnen, dann erzeugt dies eine Anspannung in uns, die bis tief in die Zellen, Muskeln und die gesamte Knochenstruktur dringt. Diese Spannungsvibration ist es auch, die unseren Verstand und unseren Körper in einen kontinuierlichen Stresszustand bringt.

image_thumb[5][2]Aus diesem Grund ist Körperarbeit ebenfalls wichtig. Ich empfehle die “Trauma Release Exercises” (TRE) Methode, nach David Berceli – sie wird auch “neurogenes Zittern” genannt. Die von David Berceli entwickelte TRE®-Übungsserie zielt auf die dem Organismus innewohnenden Lösungsmöglichkeiten muskulärer Verspannungen ab, die in Stress und jeglicher Form von Trauma eine zentrale Rolle spielen. Das Buch kann man hier erwerben: http://niba-ev.de/

Es ist diese innere Anspannung, wenn dein “Geist dich nachts wach hält”. Nur selten ist Menschen bewusst, wie stark ihre eigene, innere Anspannung ist. Man gewöhnt sich an diese innere Anspannung, welche aus verdrängten, abgespaltenen, unverdauten Erfahrungen innerer Anteile und der dabei entstandenen Emotionen resultiert. Man kennt es nicht anders und empfindet daher den Stresszustand als normalen Zustand. Vielen Menschen ist überhaupt nicht klar, dass ihr Nervensystem in einem konstanten, reaktiven Alarmzustand ist. Wenn die Menschen das nicht fühlen, wenn sie sich selbst zu wenig fühlen, dann leuchten einem solche Erklärungen, wie etwa – der Verstand sei “das Übel” und andere unausgegorene Projektionen, durchaus ein.

Wenn irgendwelche, sogenannte negative Gedanken aufsteigen und uns überfallen, dann ist das nicht, weil wir anscheinend unfähig sind, “den Geist zu überzeugen”, er solle das bitte nicht tun. Nein, das ist spirituell verbrämter Unsinn. Der Grund dafür ist, weil unterhalb der unangenehmen oder als stressig empfundenen Gedanken ein Gefühl, eine Emotion liegt, die an die Oberfläche möchte, gesehen und anerkannt werden will. Aus demselben Grund funktioniert “positives Denken” nicht  – es kann nicht funktionieren, wenn die emotionale Fühlebene nicht geklärt ist. Eine positive Ausrichtung ergibt sich natürlicherweise, wenn die emotionalen Themen integriert und abgehakt sind.

Wie bitte schön, soll “das Herz” irgendetwas heilen können, wo doch die Herzebene der Menschen am meisten verletzt ist? Kann mir das mal bitte jemand erklären? Wer das nicht glaubt, sollte mal eine Aufstellung dazu machen. Da sieht man dann sehr genau, was wirklich los ist mit dem menschlichen Herzen. Aufstellungen sind ein regelmässiger, praktischer Teil meines Lebens. Wir machen viele Aufstellungen, weil es ein sehr wertvolles, ausgezeichnetes Diagnosewerkzeug ist. Als wir in einer der CoReOn Gruppen die Chakren der Teilnehmer aufstellten, da waren wir alle sehr überrascht, was dabei herausgekommen ist. Da liegt dann eine Person, welche die Energie vom Herzchakra übertragen bekam, zusammengerollt in der Fötushaltung mit dem Gesicht gegen die Wand, abgewandt von den anderen Chakren und sagte – “ich fühle mich erkaltet, richtig eingefroren”… „ich mag nicht mehr, ich will gehen“ ..

Im Jahre 2010 las ich einen Artikel von einer bekannten spirituellen Lehrerin –  die den Leuten empfahl, man solle alle Verletzungen einfach ins Herzchakra reinnehmen, das würde es dann transformieren. Das ist meiner Meinung nach unglaublich verantwortungslos, eine verletzte Ebene mit weiterem Schmerz vollstopfen, anstatt ihn zu verdauen und aktiv zu prozessieren. Herzkrankheiten sind ja nicht zufällig eine der häufigsten Todesursachen.

Der spirituell orientierte Mensch ist ein Suchender, so wurde es immer genannt. Instinktiv, ohne es wirklich erfassen zu können, weiß der Suchende, dass ihm etwas fehlt – denn er fühlt sich nicht ganz. Wonach sucht er? Ist es wirklich Spiritualität oder eher Heilung? In der heutigen Zeit ist es auch sehr modern geworden, nach einem Seelenpartner oder seiner Zwillingsflamme/Dualseele zu suchen. Auch der “normale Mensch”, der ohne spirituelles Interesse ist, sucht ständig nach einem Partner, der ihn irgendwie ausfüllt und mehr ganz machen soll. Das bedeutet, wir übertragen und projizieren damit auf andere Menschen die Verantwortung und die Macht, uns glücklicher und vollständiger zu machen. Das ist nicht nur unfair, sondern auch unmöglich, das kann nur schiefgehen.

Andere Menschen mögen uns viel geben können und andere Menschen sind natürlich wichtig, weil wir als Menschen nun einmal soziale und fühlende Wesen sind. Aber andere Menschen können uns nicht wieder ganz-machen, denn was uns wirklich fehlt, wonach wir im Grunde wirklich suchen, sind die verletzten, abgetrennten Persönlichkeitsanteile von uns selbst. Diese Ganzheit werden wir nie erfahren, wenn wir uns nicht uns selbst, unserem Innersten, zuwenden. Sie ist nicht möglich durch andere Menschen oder irgendwelche anderen Angebote im außen, nicht durch “positives Denken” oder sonstige Glückskeksboten, zu finden. Und es wird nie möglich sein, wenn wir nicht aufhören vor uns selbst wegzulaufen.

Wer hätte gedacht, dass diese Ganzheit in all den Dingen zu finden ist, die wir von uns wegschieben, die wir leugnen, die wir vermeiden? Dass es in unseren Schattenseiten zu finden ist, ausgerechnet dort, wo eigentlich kaum jemand hinschauen will? Dass Ganzheit in unseren Schatten zu finden ist? Dieser Begriff der Schatten ist übrigens auf Carl Gustav Jung zurückzuführen, der die Gesamtheit all unserer Verleugnungen, unseres Schmerzes und unsere Traumen unter diesen Begriff zusammenfasste.  Er sagte: “Der Schatten ist alles das, was du auch bist, aber auf keinen Fall sein willst.“

Wenn wir uns nicht mit unseren Schattenseiten, also unseren eingefrorenen, abgespalteten, ungeliebten Teilen, nicht auseinandersetzen, dann blockiert dies die persönliche Lebenskraft, behindert unsere Beziehungen und ist dafür verantwortlich, dass unsere Träume sich nicht verwirklichen. Wir werden unsere Verwundbarkeit, unsere Verletzlichkeit weiter vor anderen Menschen und uns selbst verstecken, um uns beschützt und sicher fühlen zu können. Das macht uns unnahbar und es verhindert, dass wir in Verbindung mit unserem Innersten sind.  Wir ziehen weit vorausschauend und oft willkürlich Grenzen, in der Absicht, sicheren Raum für uns zu schaffen, aber kapseln uns dadurch immer stärker in eine Blase ein, wo uns nur mehr wenig erreicht. Und wir können niemand anderen dafür verantwortlich machen, denn wir selbst erschaffen diese Grenzen.

Entgegen der Annahme einiger Menschen, macht uns die Begegnung mit unseren Ängsten, unserem inneren Schmerz, unserer Hoffnungslosigkeit, unsere Wertlosigkeit und was noch so alles in “uns wohnt”, stärker und nicht schwächer. In dem Moment, wo wir in Kontakt mit unseren wirklichen Empfindungen gehen, die wir ansonsten gerne wegschieben, treten wir in Kontakt mit unseren inneren Anteilen, welche diese Gefühle und Erfahrungen gemacht haben. Indem wir bereit sind alles in uns zu fühlen, was wir sonst leugnen, abwehren und verstecken mussten, schlagen wir ein völlig neues Kapitel in der Beziehung mit uns selbst auf.

Es ist diese tiefere Beziehung mit uns selbst, die uns fehlt.

Das ist es, was wir alle suchen. Jeder dieser Teile, die verdrängt, abgespalten oder eingefroren wurden und deren Entwicklung stagnierte, trägt eine Portion unserer Lebenskraft und Energie, die uns nicht mehr zur Verfügung steht. Indem wir anfangen, dem Schmerz in uns, der Angst und den anderen schwierigen Empfindungen, welche diese Anteile tragen, zu begegnen, indem wir diese emotionalen Realitäten anerkennen und bestätigen, arbeiten wir aktiv an unserer Ganzheit. Der Emotionalkörper hat eine Verdauungsfunktion! Indem wir uns bewusst hinsetzen und fühlen, aktivieren wir diesen Verdauungsvorgang und die Energien können wieder zu uns zurückfließen. Ganzheit passiert, indem wir alle unsere Teile wieder zu uns zurücknehmen, sie anerkennen und fühlen.

Was sich hier so locker und flüssig liest, ist allerdings nicht so einfach, wie einige von uns wissen. Wir haben sogenannte Wächter/Beschützerstrukturen, deren Aufgabe es ist, uns vor dem Schmerz und den Ängsten unserer Anteile zu beschützen, um das Gesamtsystem intakt zu halten. Und diese Wächter versuchen zu verhindern, dass wir wirklich tief mit unseren Wunden in Kontakt kommen. Was bedeutet, die Wächter werden nur Stück für Stück mehr altes Trauma zulassen, wenn sie sehen, wir sind jetzt tatsächlich fähig dazu, unsere unverdauten Emotionen zu fühlen. Deswegen dauert es, bis wir wirklich in die Tiefe, an die Wurzel der Problematik kommen. Aber das ist in Ordnung, denn es braucht Zeit und die persönliche Erfahrung, dass man tatsächlich in die eigene “Unterwelt” gehen kann und unbeschadet wieder herauskommt. Das ist ein Prozess und er hat viele Ebenen.

Unsere Wunden verändern sich und wir bekommen die Weisheit, die Erkenntnisse und die Energie zurück, die mit der jeweiligen schwierigen Erfahrung in Zusammenhang steht. Der Mensch wird innerlich ruhiger, fühlt sich stabiler als je zuvor in seinem Leben und wird fähig, eine tiefere Beziehung mit sich selbst und anderen Menschen einzugehen, was das persönliche Leben enorm bereichert.

Until next time same station ..

Das ist der 2. Artikel aus der Exklusivreihe nur für Newsletter Abonnenten. Er ist jetzt freigegeben (ohne Passwort) und wurde neu überarbeitet..

https://stevenblack.wordpress.com/

Steven schreibt über viele Themen die sich rund um Bewusstheit, Transformation und Dergleichen drehen. Er schreibt auch über aktuelles Zeitgeschehen und was ihn gerade beschäftigt und inspiriert.

 

Om Mani Padme Hum ?

Om Mani Padme Hum ?

 

© 01/2017, Renate Hechenberger & Steven Black. All Rights Reserved. 

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Du fühlst bevor du denkst

Du fühlst bevor du denkst

Dieser Exclusivartikel ist jetzt freigegeben ..

Liebe Leserin, Liebe Leser,

Der Autor dieses Artikels möchte sich bei dir vorstellen. Mein Name ist Steven Black und ich schrieb diesen Beitrag exklusiv für die Abonnenten der CoReOn Academy – in welcher alle Projekte von Renate zusammen laufen. Ich arbeite seit Jahren mit Renate, um mich persönlich, spirituell und emotional weiterzuentwickeln und ich bin stolz darauf, mit ihr zusammen die CoReOn Academy in die nächsten Entwicklungsstufen begleiten zu dürfen.

Auf meinem Blog schreibe ich über viele Themen die sich rund um Bewusstsein, Transformation und andere Themen drehen. Meistens schreibe ich über aktuelles Zeitgeschen und was mich gerade beschäftigt und inspiriert. Wenn du mich näher kennenlernen möchtest, bist du herzlich eingeladen auf meinem Blog vorbeizuschauen.

geschrieben von Steven Black:

Jeder Mensch hat einen physischen Körper der als Kulminationspunkt seiner energetischen, feinstofflich basierten Körper dient. Man sagt auch Energiekörper dazu. Der physische Körper ist der Brennpunkt des gesamten, aus all den verschiedenen, feinstofflichen Körpern und Schichten bestehenden Feldes, welche zusammen den Körper formen, ernähren, beleben und durchdringen. Das ganze Feld der feinstofflichen Körper wird Aura genannt. Die feinstofflichen Körper sind untereinander alle durch die Chakren verbunden und durch diese fließen die Energien und Informationen über den ätherischen zum physischen Körper.

Innerhalb des physischen Körpers werden diese Energien und Informationen an die jeweiligen Knoten- und Verarbeitungszentren geleitet, die mit den spezifischen Informationen verknüpft sind. Das schließt das gesamte physisch existierende Netzwerk des Menschen ein – alle seine Organe, Drüsen, Blutkreislauf, Gehirnsynapsen, Nervensystem usw.

Der Emotionalkörper ist dem Mentalkörper vorgeschaltet und bevor wir denken fühlen wir.

Während jedoch die psychologisch– wissenschaftliche Betrachtung immer noch der allgemein akzeptierten Idee von der “Vorherrschaft des Verstandes” anhängt, sind es tatsächlich unsere Emotionen und Gefühle, welche die Grundlage für unser Denken bilden. Unser Denken gibt uns wiederum die Möglichkeit, was wir fühlen zu definieren, einzuordnen und zu bewerten. Denken und Fühlen beziehen sich ständig aufeinander. Die Emotionen sind aber stärker als der rein mentale Ansatz, sie sind die Grundlage und der Treibstoff, wodurch Gedanken nach Verwirklichung streben. Das hat etwas mit kreativer Schöpfung zu tun, welche wir bewusst einsetzen können, aber meistens läuft das eher sehr unbewusst im Menschen ab.

Es ist ein großer Irrtum, dass in diversen spirituellen Ansätzen ständig der Verstand als “Übeltäter” auserkoren wird, der einem das Leben scheinbar vermiest. Aber es ist verständlich, wie es zu diesen Ansätzen gekommen ist. Zweifellos gibt es viele Menschen, die mit vielfältigen “Hamsterrädern” gedanklicher Natur in ihrem Leben Probleme haben. Gedankenkreisläufe, die einen ständig auf Trab halten und wo der einzelne Mensch oft den Eindruck bekommen kann, er steht seinen eigenen Gedanken hilflos und ohnmächtig gegenüber.

Ob nun Gedanken der Selbstkritik, des Zweifels, jeder Menge Sorgen, Ratlosigkeit, Selbstablehnung, Selbsthass, usw. Problem betrachtet, Problem analysiert – aha, Problem erkannt – die Lösung lautete: Denke weniger! Lass den Verstand still werden Konzepte, denke positiv Ideen, bleib im Sein Ratschläge waren die Folge. Die psychologischen Ansätze schlugen sich vorwiegend in Gesprächstherapien, Mentaltraining, oder schlimmstenfalls in ärztlicher Medikamentierung nieder.

Du fühlst, bevor du denkst! Denken kommt danach, denken ist nach-denken.

Sicher, diese Gedankenkreisläufe kommen über den Verstand, aber er ist nicht der Verursacher davon, er ist lediglich das “ausführende Organ”, welches die vorhandenen emotionalen Daten entschlüsselt, interpretiert hat und wiedergibt. Die Ursache sind diverse emotionale Energien, die sich im Emotionalkörper zu stauen begannen und den freien Fluss von Energieaustausch, zwischen Emotional – und Mentalkörper “verdünnten”. Was bedeutet, der Verstand kann nur analysieren, interpretieren, ordnen und nach – denken, was an emotionalen Inhalten verfügbar ist.

Nehmen wir als ein Beispiel, einmal folgendes an: Du hast als Kind, als Jugendlicher oder auch als Erwachsener, ein Erlebnis mit einem anderen Menschen gehabt, wo du dich nicht Ernst genommen fühltest oder wo du vielleicht gedemütigt wurdest. Vielleicht schimpfst du in Gedanken mit dieser anderen Person, verurteilst sie und führst einige Zeit lang “Selbstgespräche” in dieser Hinsicht. Dieses Erlebnis fühlte sich natürlich gar nicht gut für dich an und du willst das eigentlich nicht fühlen. Und im Laufe unseres Lebens gab es viele derartige oder vergleichbar unerfreuliche Erlebnisse und Gefühle – bei allen Menschen.

Die übliche Herangehensweise besteht darin, dass man so ein Erlebnis so schnell wie nur möglich “vergisst”. Man unterdrückt und verschiebt die Gefühle der Ohnmacht, der Scham oder vielleicht auch der Wut, die auf derartige Erfahrungen folgen und “steckt” sie in das sogenannte Unterbewusstsein. Und das bedeutet, der Verstand erhält keine vollständigen Daten über dieses Ereignis, denn sie sind dann fehlbehaftet und somit nicht wirklich prozessierbar und das Ereignis kann nicht korrekt eingeordnet und verarbeitet werden.

Andererseits erzeugt der Verstand auch Emotionen und Gefühle, weil sich Emotional– und Mentalkörper ständig aufeinander beziehen. Fühlen und Denken reagiert und interagiert stets miteinander. Es sind miteinander verschaltete, aufeinander rückwirkende und bezugnehmende Prozesse. Fühlen ist die primäre Wahrnehmung des Menschen, Denken ist das, was danach passiert. Denken assoziiert, interpretiert und bewertet Emotionen. Das Denken hilft uns, die Gefühle und Emotionen einzuordnen. Natürlicherweise favorisieren wir gute Gefühle, wir wollen uns am liebsten nur gut fühlen. Unser Verstand archiviert und ordnet Erfahrungen innerhalb einer “gut oder schlecht Bewertungsskala” ein. Gute Gefühle – super, muss unbedingt wiederholt werden. Schlechte Gefühle – ne du, lass mal sein.

Nun assoziiert der Verstand aber jedes Gefühl, das auf ein x-beliebiges Erlebnis erfolgt, mit dem gesamten Inhalt, der in der jeweiligen Situation aufgetreten ist und gleicht es mit vergangenen Ereignissen ab. Nehmen wir weiterhin an, das beispielhafte Erlebnis der Demütigung fand in einer Küche statt, wo noch drei andere Menschen zugegen waren. Messerscharf analysiert er: Schlechtes Gefühl = Küche, 3 Menschen, die jeweiligen Worte an sich, Gerüche im Raum, etc. Im Grunde wird eine vollständige Aufzeichnung der ganzen visuellen, taktilen, olfaktorischen, akustischen und gustatorischen Sinneswahrnehmung gemacht und wird mit vergangenen, ähnlichen Erlebnissen abgeglichen.

Dein Bewusstsein wird daraufhin mit emotionalen Erinnerungen, also einem Gefühl eines früheren, weiter zurückliegenden Ereignisses konfrontiert, wobei sich die Gefühle in der Gegenwart und aus der Vergangenheit vermischen, obwohl die Situationen dazu nicht identisch sind. Das ist der Versuch deines Verstandes, dich zu unterstützen, aber das führt meist zu einer zusätzlichen Belastung. Wenn du kein selbstreflexives Bewusstsein entwickelt hast und deinen Verstand im Autopilotenmodus arbeiten lässt, ist dies die limitierteste Version, welche du über ein x-beliebiges Ereignis bekommen wirst. Autopilotenmodus bedeutet, dass niemand “im Cockpit” anwesend ist, der lenkt.

Das läuft so schnell und automatisch in uns ab, dass uns das völlig entgeht und es verwirrt uns. Diese unvollständigen Daten werden dann meist noch unerfreulichere Gefühle stimulieren, was wiederum zu anderen, gedanklichen Fehlschaltungen führen kann. Das kann zu diversen Inhalten in unserem Bewusstsein führen, wonach wir uns dann wertlos fühlen oder ungeliebt. Auch das schieben wir sofort von der “bewussten Bildfläche” weg und blenden es aus unserem Leben so gut wie nur möglich aus.

Der Verstand im “Autopilotenmodus” ist in dieser Hinsicht nicht sehr gut dafür geeignet, um angemessen zu bewerten. Dieser “Autopilotenmodus” ist eine Basisfunktion des Verstandes, kein sehr gut entwickeltes Werkzeug, um adäquat auf Emotionen und Gefühle zu reagieren. Vor allem dann nicht, wenn wir einen inneren Widerstand gegen bestimmte aufkommende Emotionen haben. Es ist der innere Widerstand, welcher den tatsächlichen Inhalt verzerrt und dem Verstand nur teilweise Informationen über den Gefühlsinhalt zukommen lässt. Der Verstand denkt in Ähnlichkeiten UND Unterschieden, er kann hochkomplexe Berechnungen anstellen, wenn der volle Inhalt von Informationen gegeben ist. Aber das würde ein selbstreflexives Bewusstsein und die Bereitschaft zum Fühlen erfordern.

Im vollautomatischen, unbewussten “Autopilotenmodus”, werden dann vielleicht Glaubensmuster aufgebaut, die in etwa so lauten könnten: “Weil es damals so gewesen ist, wird es auch künftig und immer wieder so passieren.” Oder, “weil es damals so oder so gewesen ist, werde ich ab jetzt nur mehr knallhart auf andere Menschen reagieren und mich nie wieder verletzen lassen.” Diese emotionalen Signaturen werden zu mentalen Geschichten, die wir uns über uns selbst und das Leben erzählen und wir projizieren sie ebenso auf die Zukunft. So kann es eventuell passieren, dass du dich in Küchen nicht mehr so wohl fühlst oder, dass du dich künftig in Gegenwart mehrerer Menschen unbehaglich und unsicher fühlst. Du beginnst vielleicht Menschen allgemein abzuwehren, die dir nahe kommen könnten.

Selbstreflexion würde bedeuten, du erkundest bewusst, warum du dich so schlecht gefühlt hast. Dabei entdeckst du vielleicht, dass es frühere, ähnliche Erfahrungen diesbezüglich gibt, die vielleicht weit in deine frühe Kindheit zurückreichen. Dort haben die meisten Emotionen ihren Ursprung, welche als negativ klassifiziert werden und dich scheinbar verfolgen. Dort liegt die Wurzel aller emotionalen Konflikte, die uns im Leben begleiten.

Fühlen kann nur durch Beziehung und Kontakt stattfinden, indem ich in Beziehung bin mit mir selbst, anderen Menschen und Situationen. Indem ich tatsächlich anwesend bin, im Kontakt mit meinen Gefühlen und Emotionen.

Ein anderes Beispiel: Susi hat gesagt, ich bin eine blöde, strohdumme Kuh. Ich fühle mich dadurch verurteilt, nicht ebenbürtig, unzulänglich und fühle mich gar nicht gut damit. Ich versuche dann diese unguten Gefühle, soweit es mir möglich ist, zu unterdrücken. Auf der Basis des Erlebten gebe ich Susi die Schuld dafür, wie ich mich fühle und ich entscheide daraufhin vielleicht, dass eigentlich Susi eine blöde, strohdumme Kuh ist und, dass ich mit ihr einfach nichts mehr zu tun haben will. Ich mache Susi dafür verantwortlich wie ich mich fühle und beginne vielleicht anzunehmen, dass andere Menschen eine Bedrohung für mich darstellen, wenn sie doch scheinbar die Macht haben, dass ich mich so schlecht wegen ihnen fühle.

Die nächste Reaktion auf dieses Erlebnis sind Vermeidungsstrategien und Verhaltensweisen, durch welche man glaubt, solche Emotionen künftig nicht mehr erleben und fühlen zu müssen. Der Mensch “panzert sich” indem er feinstoffliche Panzerungen kreiert, welche verhindern sollen, dass andere Menschen oder Ereignisse nicht mehr solch eine starke Wirkung auf einen haben. Bis zu einem bestimmten Grad funktioniert das tatsächlich, aber dies kommt mit einem heftigen Preis, der immer bezahlt werden muss.

Der Mensch beginnt sich dann selbst immer weniger zu fühlen. Starke “Kopfmenschen” haben starke Panzerungen und leben oft nur mehr in “ihrem Kopf”. Es gibt mehr solcher “Mr. Spock Versionen” (aus Raumschiff Enterprise) auf der Erde, als man glauben könnte. Eine große Mehrheit von Menschen lebt eigentlich ständig nur im eigenen Kopf und fühlen sich selbst und andere Menschen kaum mehr. Sie haben sich sozusagen eine “Teflonschicht” zugelegt und kaum Bewusstsein. Man hat sich strategische Verhaltensweisen angeeignet, um in allen möglichen, emotional “gefährlichen Situationen”, möglichst “cool” und gelassen zu bleiben. Das Wort “cool” ist gut gewählt, denn tatsächlich frieren wir auf diese Weise unsere Gefühle ein und reduzieren die emotionalen Äußerungen auf bestimmte gesellschaftlich akzeptable Versionen von emotionalem Ausdruck.

Ein Beispiel dafür wäre: Es ist scheinbar okay, öffentlich zu weinen und Traurigkeit zu zeigen, wenn ein geliebter Kinostar gestorben ist oder der eigene Fußballklub verloren hat. Nicht so okay hingegen scheint es zu sein, wenn man Tränen über sich selbst weint oder Tränen über ein Ereignis im eigenen Leben vergossen wird. Das ist natürlich ein extremes Beispiel, aber wir können solche öffentlich gezeigten Emotionen immer wieder irgendwo sehen.

Es existieren viele ungeklärte Themen und Erfahrungen, in allen Menschen, deren emotionaler Impakt nicht verdaut oder integriert werden konnte. Diese erlebten, unverdauten Gefühle erzeugen auch eine innere Anspannung im physischen Körper. Es mag vielleicht nicht die korrekte Bezeichnung sein, aber es fühlt sich wie eine elektrische Spannung in den Zellen und Muskeln an – Zzzzzssszzzzszzzzsssszzzzzsss, die sich mit der Zeit unmerklich erhöht. Der Mensch wird rastlos und ist immer “auf dem Sprung”, er lenkt sich ab, wo er nur kann. Durch die emotionalen Stauungen und durch physische, innere Anspannungen werden um sich selbst kreisende, gedankliche “Hamsterräder” kreiert, bestehend aus einer breiten Palette von Selbstkritik und ständigen Sorgen. Unter diesem Zustand leiden viele Menschen und sie werden das Gefühl nicht los, sie seien ihren Gedanken und Gefühlen ohnmächtig ausgeliefert.

Fühlen passiert im Jetzt, in der augenblicklichen Gegenwart. Der Verstand kann zwischen Vergangenheit und Zukunft switchen, aber das Fühlen geschieht im gegenwärtigen Moment. Es ist NICHT der Verstand, der die Verantwortung dafür trägt, wie wir uns fühlen. Das ist unsere persönliche Verantwortung, indem wir bewusst Fühlen UND Denken und im Kontakt sind, mit uns selbst, sowie dem unmittelbaren Moment. Wir haben uns als Menschheit leider sehr von uns selbst entfernt, weil wir mit dem vermeiden von Gefühlen verlernt haben, eine gute Beziehung zu uns selbst zu haben. Eine große Mehrheit von Menschen hat den Kontakt zu sich selbst, zur Umwelt und dem Leben an sich verloren. Die Ironie daran ist, indem versucht wird den Gefühlen auszuweichen, leiden wir. Die Menschheit bekam Angst VOR ihren Emotionen und Gefühlen, und damit Angst vor dem Leben, anderen Menschen, inklusive sich selbst.

Menschen stürzten sich in Ersatzbefriedigungen, die den emotionalen Hunger in ihnen befriedigen sollen, aber das erzeugt nur weiteres Leid. Alle existierenden Süchte beruhen auf einen emotionalen Mangel, der mit den Wunden unseres Emotionalkörpers zusammenhängt.

Wenn vom Fühlen die Rede ist, dann ist damit nicht “Eitel-Wonne-Sonnenschein” fühlen gemeint, sondern grundsätzlich die gesamte Bandbreite des Fühlens. Das bedeutet, man lässt auch die sogenannten “negativen” Gefühle und Emotionen zu. Das Leben ist nicht immer ein Zuckerschlecken, wir alle wissen das. Es wird immer etwas geben, was sich nicht so gut für uns anfühlt – das lässt sich nicht vermeiden. Vermeiden jedoch lässt sich, dass wir darunter leiden müssen, indem wir einfach lernen, wieder in bewussten Kontakt mit unseren Gefühlen zu kommen. Seien es gute oder negativ klassifizierte Emotionen. Denn jede Emotion, jedes Gefühl, hat etwas damit zu tun, wie es dir wirklich geht.

Alle Versuche deine Emotionen einfach “loszulassen”, sind von vornherein zum scheitern verurteilt. Genauso wenig ist es hilfreich, auf Leute zu hören, die dir erzählen wollen, dass du nicht deine Emotionen und Gedanken bist. All dieses “löse dich von Verhaftungen, löse dich von Identifikationen, löse dich von deinen Gefühlen und Gedanken, du bist reines Bewusstsein” Gerede, ist ein wunderbarer Weg, um ganz sicher den Kontakt mit dir selbst zu vermeiden. Man nennt es auch “spiritueller Bypass”, einen Weg zur Vermeidung der Realität.

Wenn du dich nicht gut fühlst, dann ist das eine Realität. Wenn du Liebeskummer hast, deprimiert bist, Sorgen hast, oder Angst – dann gibt es triftige Gründe dafür. Diese Gefühle zu leugnen, sie “loszulassen”, sich nicht mit ihnen identifizieren zu wollen oder sonstwie zu vermeiden, wird sie einfach nur stärker machen und vermehren. An einem bestimmten Punkt kommt es dann zur “kritischen Masse” und zu einem erhöhten inneren Leidensdruck. Wenn man den dann auch noch versucht zu ignorieren, kann es passieren, dass diese “emotionalen Tsunamis”, diese gestauten Gefühle, sich im Körper niederschlagen und unter anderem auch physische Krankheiten verursachen können.

Als Menschen haben wir die Fähigkeit zum Fühlen und zum Denken. Der Verstand – der Intellekt kann nicht fühlen, das ist auch nicht seine Aufgabe. Es ist auch nicht der Verstand, der die Ursache dafür ist, wenn wir leiden. WIR sind die Ursache, wir selbst, indem wir den Verstand dafür benutzen, um eine unerwünschte Realität zu vermeiden oder zu leugnen, sei es unbewusst oder sogar bewusst. Da sind wir als Menschen ziemlich kreativ, auf welche Weise wir die Wahrheit biegen und dehnen, um uns Geschichten auszudenken über Situationen, mit denen wir emotional schlecht zurechtkommen. Wenn in spirituellen Kreisen der Verstand getadelt wird, der Verursacher unserer Leiden zu sein, dann ist das aus meiner Perspektive ein Versuch, die Verantwortung für meine Gefühle abzuschieben.

Es braucht eine Instanz in uns, die bewusst fühlt, die bewusst denkt und bereit ist dazu, ständig zu hinterfragen, was für eine Bedeutung die Gefühle und Gedanken haben. Diese Instanz ist ein bewusstes Selbst, welches die Verantwortung und die Kraft dafür hat, zu fühlen, zu denken und zu handeln. Wenn du deine Emotionen nicht bewusst fühlen willst, dann können deine Emotionen DICH beherrschen und leiden lassen. Nicht fühlen wollen erzeugt Leiden. Die Probleme sind emotionaler Natur und NUR dort können sie gelöst werden.

Wenn du bewusst fühlst, dann bist du bei dir, genau da, wo du grade bist. Der Schwerpunkt des Fühlens findet im physischen Körper statt, der die wunderbare “Angewohnheit” hat, immer in der Gegenwart zentriert zu sein. Indem du dich auf das Abenteuer Fühlen einlässt, knüpfst du eine neue Beziehung mit deinem Körper und deinen Gefühlen. Deine Emotionen bewusst zu fühlen wird die inneren Anspannungen lösen, die in deinem Körper wohnen. Schwierige Emotionen “lässt man los”, indem man mit ihnen Kontakt aufnimmt, sie bewusst fühlt, wahrnimmt und anschließend integriert. Indem man grundsätzlich akzeptiert – “okay, du bist da, ich fühle dich”. Wirkliches “loslassen” ist “zulassen was da ist”. Man intellektualisiert die Gefühle nicht, analysiert nicht herum, man fühlt sie einfach nur. Man ist MIT den Gefühlen und akzeptiert sie, egal, welche Art von Gefühl an unsere Türe klopft.

Nicht du als der ganze Mensch ist unglücklich, depressiv, traurig oder was-auch-immer. Es ist nur ein bestimmter Anteil in dir, der mit diesen Gefühlen hadert und vielleicht grade eine schwere Zeit damit hat. Aber dieser Anteil wird, wenn wir seine Gefühle nicht wahrnehmen wollen, die in uns toben, das gesamte System lahmlegen. Als Mensch der ich bin, bin ich ein System vieler unterschiedlicher Teile und Aspekte. Der Mensch ist vielmehr ein WIR, als ein einzelnes Ich, aber alle Teile empfinden und nehmen sich als ein Ich wahr. So soll das auch sein, sonst könnte Individualität nicht funktionieren. Wenn du wieder bewusst fühlst, wird auch dein Verstand besser funktionieren und ruhiger werden. Sowohl der Emotional– als auch der Mentalkörper sind lediglich “Werkzeuge” des Bewusstseins, wodurch die gesamte Realität und Existenz zu uns “sprechen” kann und wir sie wahrnehmen können.

Ich meine, der nächste Schritt der menschlichen Evolution ist es zu erkennen, dass wir nicht dieses singuläre, einzelne und unteilbare In-di-viduum sind. Sondern dass wir aus einer Wahrnehmung von größerer Singularität heraus, das DaSein erleben. Wir sind nicht nur eine multidimensionale Wesenheit, sondern auch eine enorm facettenreiche, flexible, anpassungsfähige Multilevel-Persönlichkeit die ihr großes WIR aus der Perspektive eines Individuums und die das Leben durch diesen Kontext lebt.

Noch einmal: Wir sind als menschliche Wesen primär fühlende Wesen und erst in sekundärer Hinsicht denkende Wesen. Es ist nichts falsches am Denken, ebenso wenig am Fühlen. Genauso wenig an meditativer Gedankenstille und Spiritualität – aber alles davon findet in unterschiedlichen Räumen IN uns statt. Fühlen im Emotionalkörper, Denken im Mentalkörper, Meditation passiert im spirituellen Körper. Und wunderbarerweise fließt jede Bewegung innerhalb dieser energetischen Räume in uns, zum physischen Körper hin. Unser Körper ist der Mittelpunkt, die zentrale Einheit und momentaner Kern unserer Existenz.

Das Fühlen, wovon hier die Rede ist, hat also nichts mit “Licht und Liebe Romantik” zu tun, sondern mit der tatsächlichen Realität unserer emotionalen Erfahrungen, in Vergangenheit und Gegenwart. Dabei geht es darum, was immer auch gefühlt und wahrgenommen wird, vollumfänglich zuzulassen und zu akzeptieren, wie es grade ist. Es ist zwar menschlich verständlich, wenn wir mit diesen Emotionen keinen Kontakt haben wollen und sie einfach weghaben möchten, aber dadurch halten wir sie nur weiterhin fest und verstärken sie zusätzlich. Indem die “negativen” Gefühle zugelassen und bewusst wahrgenommen werden, entladen sie sich, werden integriert und von uns verdaut. Das ist klassische Schattenarbeit und führt dich wieder zu einer Einheit mit dir selbst zurück.

Until next time same station .. euer Steven.

Linknachweise:

https://stevenblack.wordpress.com/

Om Mani Padme Hum ?

Om Mani Padme Hum ?

© 01/2017, Renate Hechenberger.
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Krebs go home: Friedendsverhandlungen mit Körper, Geist und Seele

Krebs go home: Friedendsverhandlungen mit Körper, Geist und Seele

Buchtipp: “Krebs go home: Friedensverhandlungen mit Körper, Geist und Seele

Das neue Buch von Uwe Kapfer

via Amazon

Amazon Rezension von Manfred Sandau:

Als erstes würde ich über dieses Buch einmal schreiben: Selbstpsychologie. Der Meister der Selbstpsychologie ist für mich Milton Erickson. Er war körperlich schwer beeinträchtigt. Er saß zeitweise im Rollstuhl und er hat mit seinen psychologischen und hypnotherapeutischen Übungen, ganze Generationen von Psychologen beeinflusst.

Uwe Kapfer, ein ehemaliger hochrangiger Bundeswehroffizier, legt ein Buch vor das man vielleicht aus der Feder eines Verhaltenstherapeuten, oder von einem psychologisch geschulten Spezialisten der onkologischen Zunft erwarten würde. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob die Übungen und Wegbeschreibungen, die sich in diesem Buch befinden, für alle Krebspatienten nützlich sind. Das allerwichtigste an dem Buch scheint mir, dass hier ein sehr rationaler, ein befehlsgewohnter und erfolgsverwöhnter Mensch, sich auf den Weg macht. Was ist das nun für ein Weg?

Es ist der Weg zum Herzen. Das ist gerade für uns Männer einer der schwersten Erkenntniswege. Das Ich spielt in unserem Leben nicht die erste Geige. Auch nicht der Erfolg, oder gar der materielle Erfolg. Wer eine Krebsdiagnose erhält, dem nützt das dickste Bankkonto in diesem Moment überhaupt nichts. Das dicke Bankkonto nützt vielleicht ein wenig der Beruhigung. Weil man dann denkt, du kannst wenigstens gute Ärzte aufsuchen und auch solche die nicht mit der Krankenkassenkarte zufrieden sind. Aber das scheint mir nicht das zu sein, was dem Autor hilft seine Krankheit zu überwinden.

Für mich ist es der Weg des Herzens, der ihm hilft. Der Weg des Gefühls. Er erhält durch ein Medium einen Brief eines bereits verstorbenen Freundes. Es geht ihm, wie es mir auch gehen würde, er fragt sich gibt es das überhaupt? Wie kann ein Verstorbener eine Botschaft übermitteln, die für mich eine Bedeutung haben kann?

Für seine Heilung sind aber nicht Botschaften aus dem Jenseits entscheidend. Es sind die Botschaften aus dem Inneren. Die Botschaften aus der Welt der Seele. Er entschließt sich, sich nicht operieren zu lassen, Das finde ich einen mutigen Entschluss. Das kann man aber auf keinen Fall verallgemeinern, dass es für jeden gut ist, nach der Diagnose Krebs auf eine OP, oder andere sonst übliche Maßnahmen zu verzichten.

Ich habe mich entschlossen, zu diesem Buch eine kleine Rezension zu schreiben, weil ich das Führen eines inneren Dialoges, als sehr wichtig empfinde. Nicht bei jedem sieht der Dialog so aus wie er in dem Buch beschrieben wird. Das scheint mir nebensächlich. Die Hauptsache ist sich auf einen solchen Dialog und eine solche Verhandlung einzulassen. Wenn man diese Technik für sich entdeckt hat, dann kann sie für einen Übergewichtigen genau so hilfreich sein, wie für eine Traumapatientin. So ist das Buch für mich eine Fundgrube, aus der man mit den unterschiedlichsten Problemen Gewinn schöpfen kann. Eine schwere Erkrankung, ist für den Autor hier der Ausgangspunkt.

Anwenden könnte diese Art des Umgangs aber auch jemand, der auf der Suche nach einem neuen Job ist und der schon die 73. Bewerbung abgeschickt hat. Diese Technik könnte ihm nämlich dazu verhelfen, zu lernen, dass die berufliche Kompetenz natürlich ganz entscheident ist. Dass es aber daneben, heute in vielerlei Weise auch darauf ankommt, die Kompetenz der Seele und des Herzens zu verfeinern. Ich möchte nicht verschweigen, dass ich es heute für genau so wichtig halte , die spirituelle Kompetenz zu verfeinern. Damit meine ich nicht, dass man jeden Sonntag in die Kirche gehen muss. Ich meine auch keine bestimmte religiöse Richtung. Ich meine damit, sich auf den Weg zu machen, der dazu führt, anzunehmen, dass der andere Mensch mein Bruder ist. Die leidende Kreatur, die sich auf der Flucht befindet und das Kind das in Afrika verhungert. Dieses Mitgefühl, auch für sich selbst, für seine eigene geschundene Seele und seinen kranken Körper zu entwickeln, dazu können einem die Erfahrungen aus diesem Buch hilfreich sein.Als erstes würde ich über dieses Buch einmal schreiben: Selbstpsychologie. Der Meister der Selbstpsychologie ist für mich Milton Erickson. Er war körperlich schwer beeinträchtigt. Er saß zeitweise im Rollstuhl und er hat mit seinen psychologischen und hypnotherapeutischen Übungen, ganze Generationen von Psychologen beeinflusst.

Uwe Kapfer, ein ehemaliger hochrangiger Bundeswehroffizier, legt ein Buch vor das man vielleicht aus der Feder eine Verhaltenstherapeuten, oder von einem psychologisch geschulten Spezialisten der onkologischen Zunft erwarten würde. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob die Übungen und Wegbeschreibungen, die sich in diesem Buch befinden, für alle Krebspatienten nützlich sind. Das allerwichtigste an dem Buch scheint mir, dass hier ein sehr rationaler, ein befehlsgewohnter und erfolgsverwöhnter Mensch, sich auf den Weg macht. Was ist das nun für ein Weg?
Es ist der Weg zum Herzen. Das ist gerade für uns Männer einer der schwersten Erkenntniswege. Das Ich spielt in unserem Leben nicht die erste Geige. Auch nicht der Erfolg, oder gar der materielle Erfolg.

Wer eine Krebsdiagnose erhält, dem nützt das dickste Bankkonto in diesem Moment überhaupt nichts. Das dicke Bankkonto nützt vielleicht ein wenig der Beruhigung. Weil man dann denkt, du kannst wenigstens gute Ärzte aufsuchen und auch solche die nicht mit der Krankenkassenkarte zufrieden sind. Aber das scheint mir nicht das zu sein, was dem Autor hilft seine Krankheit zu überwinden.

Für mich ist es der Weg des Herzens, der ihm hilft. Der Weg des Gefühls. Er erhält durch ein Medium einen Brief eines bereits verstorbenen Freundes. Es geht ihm, wie es mir auch gehen würde, er fragt sich gibt es das überhaupt? Wie kann ein Verstorbener eine Botschaft übermitteln, die für mich eine Bedeutung haben kann?

Für seine Heilung sind aber nicht Botschaften aus dem Jenseits entscheidend. Es sind die Botschaften aus dem Inneren. Die Botschaften aus der Welt der Seele. Er entschließt sich, sich nicht operieren zu lassen, Das finde ich einen mutigen Entschluss. Das kann man aber auf keinen Fall verallgemeinern, dass es für jeden gut ist, nach der Diagnose Krebs auf eine OP, oder andere sonst übliche Maßnahmen zu verzichten.

Ich habe mich entschlossen, zu diesem Buch eine kleine Rezension zu schreiben, weil ich das Führen eines inneren Dialoges, als sehr wichtig empfinde. Nicht bei jedem sieht der Dialog so aus wie er in dem Buch beschrieben wird. Das scheint mir nebensächlich. Die Hauptsache ist sich auf einen solchen Dialog und eine solche Verhandlung einzulassen.
Wenn man diese Technik für sich entdeckt hat, dann kann sie für einen Übergewichtigen genau so hilfreich sein, wie für eine Traumapatientin.

So ist das Buch für mich eine Fundgrube, aus der man mit den unterschiedlichsten Problemen Gewinn schöpfen kann. Eine schwere Erkrankung, ist für den Autor hier der Ausgangspunkt.

Anwenden könnte diese Art des Umgangs aber auch jemand, der auf der Suche nach einem neuen Job ist und der schon die 73. Bewerbung abgeschickt hat. Diese Technik könnte ihm nämlich dazu verhelfen, zu lernen, dass die berufliche Kompetenz natürlich ganz entscheident ist. Dass es aber daneben, heute in vielerlei Weise auch darauf ankommt, die Kompetenz der Seele und des Herzens zu verfeinern. Ich möchte nicht verschweigen, dass ich es heute für genau so wichtig halte , die spirituelle Kompetenz zu verfeinern. Damit meine ich nicht, dass man jeden Sonntag in die Kirche gehen muss. Ich meine auch keine bestimmte religiöse Richtung. Ich meine damit, sich auf den Weg zu machen, der dazu führt, anzunehmen, dass der andere Mensch mein Bruder ist. Die leidende Kreatur, die sich auf der Flucht befindet und das Kind das in Afrika verhungert. Dieses Mitgefühl, auch für sich selbst, für seine eigene geschundene Seele und seinen kranken Körper zu entwickeln, dazu können einem die Erfahrungen aus diesem Buch hilfreich sein.

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Der Schmerzkörper – Traumatische Erinnerungsmuster auf der Zellebene

Der Schmerzkörper – Traumatische Erinnerungsmuster auf der Zellebene

Die positive emotionale Ladung

In unserem Universum ist immer alles im Fluss, und die gesamt Schöpfung ist ein unendlicher Tanz von Energie-Gegensätzen, die sich anziehen und ergänzen. Um das Kalte zu spüren müßen wir wissen wie sich heiss anfühlt; um Tageslicht zu kennen, müßen wir die Dunkelheit der Nacht erfahren haben. Jedes dieser Konzepte braucht sein Gegenteil, damit es existieren kann. Genauso zieht das Männliche das Weibliche an und der positive Pol zieht den negativen an. Sie brauchen sich gegenseitig.

Das nennen wir die positive emotionale Ladung, welche die Lebenskraft in Bewegung bringt. Der Fluss der frei zum Ozean fliesst, versorgt auf dem Weg dorthin unendlich viele Organismen und Lebewesen. Während der Fluss immer weiterfließt, leben und reproduzieren sich die angrenzenden Ökosysteme auf gesunde Art und Weise. In unserem Körper-Geist-System gibt es auch verschiedene Kanäle, die wie ein Fluss fließen müssen, um alles andere in unserem System zu ernähren, es lebendig und gesund zu halten:

  • Die Luft fließt durch unsere Bronchien ein und aus.
  • Das Blut fließt durch die Adern, Venen und Kapillargefäße, es nährt und reinigt uns.
  • Die Lymphe fließt durch die Lymphgefäße, entfernt Abfallprodukte und schützt somit das gesamte System.
  • Nährstoffe werden im Verdauungstrakt aufgenommen und gehen ins Blut über.
  • Neurotransmitter bewegen sich mit Informationen durch das Nervensystem.
  • Das Chi fließt durch Energiekanäle oder Meridiane, die die Energiekörper mit Lebenskraft formen.
  • Die Lebenskraft fließt durch das Körper-Geist-System als Ganzes, tritt in den Körper ein und durch die Energiewirbel, auch Chakras genannt, wieder heraus. So ergibt sich die Verbindung mit dem Mikrokosmos und dem Makrokosmos.

Diese essenzielle, kreative Lebenskraft fließt in jeder manifestierten Form der Natur; sie ist flüßig, frisch und rein. Wir erkennen sie leicht, wenn uns der Ausdruck einer Blume, eines Babys oder einer wunderschönen Landschaft innerlich bewegt.

Babys sind fast vollständig positiv energetisch geladen. Das Energiefeld eines Neugeborenen ist höchst sensitiv und verhält sich wie ein Schwamm. Die Aufnahme- bereitschaft seines Bio-Computers ist sehr hoch. Man könnte fast sagen das Ziel des Babys ist es, alle neuen Informationen und Erfahrungen sofort aufzunehmen und auf alles, was das Leben in jedem Augenblick zu bieten hat, zu reagieren. Das Baby handelt und fühlt entsprechend der Lebenskraft, die frei durch sein System fließt. In diesem Zustand gibt es keinen Damm, der den Fluss behindern könnte; sowohl „gute“ wie „schlechte“ Empfindungen werden intensiv gefühlt und unpersönlich aufgenommen. Babies sind optimistisch und von großer Neugier getrieben.

In unserer Kultur nimmt der Verstand unverhältnismäßig viel Raum ein und erstickt, Schritt für Schritt, unsere Emotionen, die wir in der Kindheit viel natürlicher ausdrücken konnten. Demnach speichern wir allmählich die unterdrückte Lebenskraft als negative emotionale Ladung und Energie-Kontraktionen. Wir gewöhnen uns an diesen Energiezustand und meinen, dass Leid und Schmerz zum Normalzustand gehören. So kommen wir dann auf den Gedanken das wir eigentlich aus einem Schmerzkörper bestehen. Unbewusst werden wir zum Opfer und erleben eine Enttäuschung nach der anderen, bis zur letzen, nämlich der des Todes.

Eckhart Tolle in seinem Buch: Jetzt! Die Kraft der Gegenwart (The Power of Now) sagt: „Es gibt zwei Ebenen von Schmerz: der Schmerz, den man jetzt erschafft, und der Schmerz der Vergangenheit, der weiter im Geist und im Körper lebt. Der Geburtsschmerz gehört auch dazu. Der angesammelte Schmerz ist eine negative Energie, die den Geist und den Körper beherrscht. Wenn man ihn als eine unsichtbare, selbstständige Wesenheit betrachtet, kommt man der Wahrheit schon näher. Es ist der Schmerzkörper.“

Für mich besteht der sogenannte „Schmerzkörper“ von E. Tolle aus einer Kombination aus Emotional, Mental-, und Astralkörper (Körper zwei, drei und vier nach dem System von Barbara Ann Brennan).

Wenn die negative emotionale Ladung die positive ersetzt

Viele von uns haben schon solche oder ähnliche Situationen erlebt: man sitzt in einem Raum, vielleicht mit Freunden oder Bekannten, amüsiert sich und plötzlich fühlt man sich total unwohl und innerlich angespannt, weil jemand „negative“ geworden ist. Ist dir schon einmal aufgefallen, das so etwas niemals anders herum passiert? Ein negativer Zustand lässt sich nicht ändern, wenn die Menschen im Umfeld entspannt und zufrieden sind. Umgekehrt ist es jedoch oft so, dass ein zufriedener Mensch sich anstecken lässt und seinen Gemütszustand sehr schnell und unbewusst ändert. Es steigen negative Emotionen hoch. Die positive emotionale Ladung zieht sich zurück, wenn eine negative Ladung vorhanden ist, weil die positive von Natur aus alles hereinlässt. Deshalb sind Babies so empfänglich für negative und positive Emotionen. Manchmal kann ein völlig unbedeutendes negatives Ereignis das Baby so verstören, dass es sofort anfängt zu schreien und zu weinen. Es nimmt die negative emotionale Ladung von Menschen in seiner Umgebung sehr schnell auf.

Dieser Prozess beginnt bereits im Mutterleib, wenn zunächst der Embryo und dann der Fötus alles aufsaugen, was die Mutter erlebt, fühlt, isst, trinkt und denkt. Später, während und nach der Geburt, nimmt das Kind weiterhin alle energetischen Schwingungen der Erwachsenen aus seiner Umgebung auf. Während der Kindheit entwickelt der kindliche Geist Glaubenssätze oder er imitiert die der anderen, trifft Urteile über sich selbst und das Leben und kreiert somit ein Selbstbild, eine Art scheinbares Bild über sich selbst. Unsere Tugenden und Talente sind größtenteils das Ergebnis dieses unbewussten Prozesses.  Auf gleicher Weise entwickeln sich unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten. Mit der Zeit sammeln sich negative Erfahrungen, Glaubensmuster und Urteile in unserem Körper-Geist-System an und rufen den Schmerzkörper hervor.

Da wir alle Babies waren, ist die reine, positive emotionale Ladung im Grunde ein Teil von uns. Energie-Kontraktionen habe eine falsche Identität geschaffen, an die wir unsere angeborene Freude verloren haben. Wir leiden darunter, weil wir etwas erschaffen haben, das nicht real ist. Mit anderen Worten, der Schmerzkörper hat unsere ursprüngliche Natur ersetzt, indem er die positive emotionale Ladung erstickt hat. Diese hat sich zwar zusammengezogen, lebt jedoch immer noch in uns. Wenn wir den Weg zu unserem Lichtkörper zurückfinden und unseren ursprünglichen Zustand eines spontanen, offenen, frei fließenden Wesens erreichen wollen, ohne die lähmenden Selbstbilder, unsere Zukunftsängste oder bitteren Ressentiments gegenüber der Vergangenheit, dann müßen wir uns über unseren gegenwärtigen Zustand bewusst werden und einen Weg zurück zu unserem Urzustand finden. Wir müssen lediglich das verlernen, was uns als Wahrheit gelehrt wurde, um dann unser wahres Selbst wiederzuentdecken.

„Viele Verhaltensweisen unseres täglichen Lebens sind das Ergebnis von Informationen, die dekodiert und auf zellulärer Ebene gespeichert werden. Diese Muster sind in der Regel harmlos und tragen nicht wesentlich zur Fehlfunktion oder Zerstörung des Körpers bei, wie das bei Krankheiten der Fall sein kann. Andererseits sind Verhaltensmuster ein materialisierter Ausdruck von Informationen, die aufgrund vergangener traumatischer Erlebnisse gespeichert wurden. Wenn wir Klienten mit traumatischen Störungen behandeln, müßen wir berücksichtigen, das ihr Problem ein Ausdruck dieser in den Zellen gespeicherten und dekodierten Information ist. Damit die therapeutische Intervention von Nutzen ist, muss sie darauf ausgerichtet sein, sie von der traumatischen Erinnerung geschaffenen zellulären Muster aufzudecken, zu isolieren und dekodieren.“

Thomas R.McClaskey, Decoding Traumatic Memory Patterns at the Cellular Level

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