Von den etwas älteren Semestern unter uns, die sich auf einen spirituellen Weg begeben haben, waren viele noch daran interessiert „Erleuchtung“ zu erfahren, erleuchtet zu werden. In der Zwischenzeit ist auch das Wort „Erleuchtung“ in eine komische Schublade gerutscht, zusammen mit dem unschuldigen Wort „Esoterik“, welches im deutsch-sprachigen Raum schon zum Schimpfwort avancierte. Das Witzige daran ist, dass im Englischen viele versuchen, sich von dem Begriff „new age“ zu distanzieren und jetzt dafür „Esoteric“ verwenden. .. sometimes this world is very funny ..

Heutzutage wird vielfach das Wort „Erwachen oder Aufwachen“ verwendet, obwohl Erleuchtung gemeint ist, so irgendwie .. man schämt sich ja fast für das „Erleuchtungswort“. Aufwachen klingt etwas bodenständiger, nicht so esoterisch wie Erleuchtung, so empfinden es sicher viele in der Bewusstseinsszene. Auch Aufwachen beinhaltet viele Phasen und ist nicht immer permanent. Ich glaube, hier beginnt die ernsthafte Verwirrung für viele, denn sie meinen das ist es jetzt. Sie sind erwacht und das sollte genügen – ich habe eh schon alles aufgelöst und losgelassen und bearbeitet und aufgestellt ..

Aber erst nach einer halbwegs stabilen Phase des Aufwachens BEGINNT die große Reise in die Spiritualität, die Erleuchtungsphase fängt an, sich bemerkbar zu machen. Die tiefe Enttäuschung darüber, wenn das herausgefunden wird, ist oft sehr schmerzhaft. Man zieht sich zurück, Projektionen laufen heiß, Verwirrung breitet sich aus. Jetzt wäre der perfekte Moment innezuhalten, mal tief Einatmen und überlegen, was denn eigentlich los ist. Wo befinde ich mich? Verstehe ich, um was es geht? Was möchte ich eigentlich wirklich – WIRKLICH? Aber auch das ist eine natürliche Phase auf dem Weg und eine ganz wichtige sogar.

Ein ganz toller Artikel dazu von David Rotter auf Sein.de über „Was ist Erleuchtung“. Es lohnt sich ihn zu lesen, da er Klarheit in die unterschiedlichen Konzepte bringt und versucht, unser SprachGewusel etwas zu entwirren. Wie Rotter sagt, Kommunikation im spirituellen Bereich ist sehr herausfordernd geworden, da jeder etwas anderes meint oder denkt zu verstehen, wenn über diverse spirituelle Konzepte, Theorien, Ansichten, Methoden und Anweisungen „kommuniziert“ wird. Anscheinend stört das niemanden ..

Auch ich habe nicht die „Erleuchtung“ zum Thema, es wäre eine endlose Gratwanderung und ist nicht meine Aufgabe .. aber hier folgt meine persönliche Meinung, mein Konzept, so wie ich es verstehe, erlebt und gelebt habe; vielleicht hilft es dem/der einen oder anderen zu etwas mehr Klarheit für sich selber. Bitte erinnere dich nur daran, dass meine heutige Erkenntnis sich morgen natürlich wieder ändern kann, wenn mein Bewusstsein sich wieder verändert hat. Es gibt also keine absolute „Wahrheit“, sondern immer nur mein jetziges Verständnis zum Thema XY in diesem Moment. Das ist keine leichte Sache zu akzeptieren, vor allem zu Beginn des Weges; es flößt zumindest Unbehagen, wenn nicht sogar Angst ein, denn wir sind es nicht gewohnt so zu denken. „Man muss ja wissen“ ..

Für mich bedeuten Erwachen und Erleuchtung auch zwei total unterschiedliche Dinge.

Viele Menschen, die in ihrem Leben schon etwas erreicht haben, entdecken, dass etwas Wichtiges fehlt. Wiederum viele Menschen, die immer noch nicht mit ihrem Leben zurecht kommen, entwickeln den tiefen Drang nach etwas Anderem, Besserem, Schönerem. Was also beide Gruppen gemeinsam haben, ist diese tiefe Sehnsucht nach Verbesserung, Frieden und Glück, nach etwas echter Lebensqualität (und damit meine ich nicht nur Geld und Gesundheit) und sehr oft fühlen sie sich leer und einsam. Sie begeben sich also auf die Suche und einige von ihnen „wachen auf“.

Aufwachen oder Erwachen

ist also der allererste Schritt, den wir machen, wenn wir uns für Spiritualität und Bewusstseinsentwicklung interessieren, aber es ist erst der Anfang, tut mir leid. Und vielen reicht diese Stufe auch schon. Es ist ein tiefes Erlebnis endlich Aufzuwachen und diese neue, oft aufregende Luft zu schnuppern und darin verweilt man erst mal eine Weile. Hier befindet sich die Ebene, wo man zur Astrologin geht, Karten lesen lernt, ein paar Readings sich einverleibt, eine Past Life Session gibts auch noch obendrauf, alles wird mit der besten Freundin besprochen, man sprudelt so richtig über mit all dem tollen Zeugs, das man da so entdeckt hat. Meist kommt dann auch noch ein tiefes Gefühl von Heimweh nach etwas Unbekanntem hoch, man weint oft und sehnt sich nach etwas ..

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Die Welt der Engel und Channelings wird entdeckt und endlich ist da jemand, jetzt viele, die doch verstehen, wie ich mich insgeheim fühle oder schon lange gefühlt habe. Und es gibt so viele Bücher, ach all die Bücher … und sooo schöne Kristalle und und und … Dein Herz geht auf und du möchtest dich NUR noch mit all dem Zeugs befassen. Dann entdeckt man, dass man seine Familie „aufstellen“ kann, huch, was für eine geniale Idee, so wirst du die ganze Bagage endlich aussortieren .. und deinen Sohn, der nicht so richtig will in der Schule, den schickst mal schnell zum Schamanen, wird ihm sicher gut tun. Und Vegetarier muss man auch noch werden oder besser gleich Vegan? Was wird nur deine Familie dazu sagen? Ob die das auch essen …?. Und ohne Yoga gehts auch nicht, sagen alle, aber du magst diese verrückten Verrenkungen nicht so wirklich .. aber eine Ayurveda Massage wünscht du dir schon lange, vielleicht gleich zur Kur nach Sri Lanka? Ach, man weiß gar nicht, wo zuerst anfangen ..?

Es ist meistens eine schöne und gute Zeit, man entdeckt wieder den unschuldigen, enthusiastischen, kreativen Teil von sich selbst, der Teil, der oft schon lange brach gelegen hat mit all dem Überleben. Auch ich war damals wie ein kleines Mädchen, das man im Süßigkeiten Shop vergessen hat, it was a lovely time.

Dann wird es richtig spannend, denn jetzt beginnt sich die Spreu vom Weizen zu trennen. Jetzt kommt das große „Sortieren“. Ich weiß, klingt etwas elitär, aber auch das ist nur ein Konzept, ein Wort, welches oft Menschen verwenden, die meist keine Ahnung davon haben, um was es in Wirklichkeit geht. Es kommt der Zeitpunkt wo Partner, Kinder, Eltern, Freunde, manchmal auch Kollegen (wenn du nicht fähig warst, deinen Mund zu halten) etwas „unrund“ werden und anfangen „sich Sorgen“ zu machen. Es kommen Fragen, wie, ob du bei einer Sekte gelandet bist oder ähnlicher Unsinn. Wie um Himmels willen kann man denn an Reinkarnation glauben und obendrein noch an Engel, mit Verstorbenen reden usw.? Sogar Yoga wird gespenstig. Ich wurde einmal von einem Ex-Boss gefragt, ob auch ich bei dem „furchtbar gefährlichen Ayurveda“ mitmache .. Hah, Ayurveda ist furchtbar gefährlich?? Aber so passiert es. Die meisten Menschen die sich „um dich sorgen“, haben selten Fachwissen über diese Themen, noch wirkliches Interesse daran. Aber „man hört ja so vieles und muss sich Sorgen machen“ …

In meinem Fall war es Ayurveda, „man wuste“, dass es gefährlich ist und an „spinnst du“ muss man sich etwas schnell gewöhnen ?. Wenn diese Zeit beginnt, ist man (vielleicht zum ersten Mal) froh darüber, alleine zu leben, niemandem Rechenschaft ablegen zu müssen, sich ganz auf dieses neue Leben einlassen zu können. So war das bei mir damals, aber die meisten haben diesen zweifelhaften „Luxus“ nicht. Sie müssen sich mit ihrer Umgebung arrangieren lernen. Meiner Meinung nach beginnt hier die erste richtige „Prüfung“ und es gibt kein Schummeln. Spirit ist da schon genial! Viele schaffen es nicht über diese erste Hürde, vor allem, wenn der Widerstand der Familie zunimmt. Eine schwere Prüfung für viele. Ein ganzes Buch könnte alleine nur darüber geschrieben werden, aber nur so viel dazu: Wenn dir so heftiger Widerstand entgegen schlägt, durch die Menschen die dir am nächsten stehen, gibt es auch jemand oder etwas in dir, das anfängt sich sehr dezidiert zu wehren, etwas in dir will das auch nicht. Man könnte es einen Spiegel nennen, aber es ist meist verzwickter. Das wäre dann ein guter Zeitpunkt, jemanden zu finden der dir hilft, daran zu arbeiten, damit du wieder Klarheit erlangst. Aufstellungen z.B. sind ein ausgezeichnetes Werkzeug dafür, wenn man damit umgehen kann.

Du stellst auf: „Der Teil in mir, der sich weiterentwickeln will, der all das spirituelle Zeugs nur so verschlingt und der Teil in mir, der das nicht will, der sich wehrt“ und dann gehts los. Du musst Klarheit finden, rausfinden, was los ist, BEVOR du dich entscheidest, ob du auf diesem spirituellen Weg, mit diesem Aufwachprozess weitermachst oder einfach resignierst und aufgibst. Vor allem wir Frauen sind dafür sehr anfällig. Das Emotions-pendel fängt an wild auszuschlagen, angefangen von: „Ich bin es nicht wert“ oder „Ich kann das gar nicht“ oder „die geistige Welt will das nicht“, bis zum anderen Ende des Pendels, wo dann Teufel und Religion ins Spiel kommen.

„Für die meisten Menschen ist Erwachen kein dauerhafter Wandel, sondern wiederholt sich viele Male, bis sich ein radikaler, permanenter Wandel einstellt. Aber auch der ist nicht das Ende, sondern wirklich erst der Anfang der eigentlichen spirituellen Reise und des inneren Wachstums.
Tatsächlich ist vor dem Erwachen überhaupt nichts vorhanden, was wirklich hätte in Bewusstheit wachsen können – es ist „niemand da“ egal, zu wie viel Meditation und Therapie sich der Mind überredet haben mag.
David Rotter auf Sein.de

Erst dann beginnt die nächste Phase – oder eben auch nicht. Wenn sich dieser Abschnitt zu melden beginnt, wäre es wichtig, sich das sehr unterschiedliche und vielfältige Angebot auf dem Bewusstseinsmarkt etwas genauer anzuschauen. Hier kommt auch die Frage nach einem Lehrer ins Spiel. Es wird einem ganz schwummrig bei dem allem. Diese Phase meldet sich immer durch den Drang, weiter gehen zu wollen, mehr wissen zu wollen, einfach dieses innere Wissen darüber, dass du weiter machen MUSST, egal was die Welt darüber denkt. Irgendwie ist einem klar geworden, dass da noch viel auf einen wartet, denn das Bewusstsein hat sich vertieft, neue Ebenen, Vistas, Gedanken und Inspirationen haben sich eröffnet. Neue Menschen kommen dir unter, du bist inzwischen wirklich unzufrieden mit dem Status Quo.

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In diesem Stadium stellt sich ziemlich schnell die Frage, ob du ernsthaft bereit bist, dich weiterzuentwickeln, herauszufinden wer und was du WIRKLICH bist. Möchtest du wirklich das Thema „Erleuchtung“ näher anschauen? Der Dalai Lama hat dich schon sehr inspiriert .. Buddhismus und Eckhart Tolle auch, aber auch Tantra. Zen würde dir auch gefallen, aber da braucht man einen Meister und das willst du doch nicht. Wie passen sexuelle Enthaltsamkeit und Tantra zusammen? Muss du dich für das eine oder andere entscheiden? Was versteht man eigentlich wirklich von all diesen großen Wörtern, Ideologien und Konzepten?

Du wirst viele Erklärungen, Modelle, Theorien und Meinungen dazu finden. Dann haben wir noch ein paar spirituelle Schlaumeier die sagen, das Aufwachen könne man „nicht machen“. Das Aufwachen etwas sei, das einem geschieht, wenn man nur genügend Loslassen könne oder so was in der Richtung. Was mach ich denn nu?

Also schauen wir uns mal die „Frau Schlaumeier“ genauer an: Erstens meint sie Mentale Erleuchtung, auch wenn sie vom aufwachen spricht. Sie weiß höchstwahrscheinlich nicht, dass es laut Barron nämlich drei Erleuchtungsstufen gibt. Aber sie sprach ja vom aufwachen. Nur so viel: JEDER kann AUFWACHEN, ganz bewusst und mit Absicht.
Also hat sie doch Erleuchtung gemeint? Nein, aufwachen ..mein armes Gehirn!

Jeder der sich auf den Weg der Erleuchtung begibt, MUSS sehr viel dafür tun. Fast alles im normalen Leben bekommen wir meistens durch viel Anstrengung, Arbeit, Tun und Machen, gepaart mit Durchsetzungsvermögen. Es stimmt, Erleuchtung kann man nicht erzwingen noch tun oder machen oder sonst irgendwie herbei wünschen oder „befehlen“ (nach dem Englischen „ I command ..“ welches oft in der Szene verwendet wird). Unser spiritueller Schlaumeier argumentiert also immer noch, weil man es nicht machen könne, könne man gar nichts machen, also übe er sich „Im Sein“.. ? und das wiederum ist aber so was von einem Schildbürgerstreich, dass er auf keine Kuhhaut passt. Erleuchtung und das Innere Geschehen gelingen eben NICHT von alleine. Da kann der Einzelne sehr viel machen und das wichtigste Stadium dazu ist erst mal das Aufwachen.

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Viele von euch haben schon gelernt: Um aufzuwachen, muss ich fähig sein, mich ganz auf den gegenwärtigen Augenblick einlassen zu können und das annehmen, was jetzt gerade ist, statt der Gedanken, was sein sollte oder könnte. Ich muss mich also ganz auf die Erfahrung dieses Augenblickes einlassen können.

ABER: der Atem ist so blockiert, dass das Gefühl gar nicht wirklich gefühlt und angenommen werden kann, so sehr ich es auch möchte; der Körper ist angespannt und blockiert, sodass das Loslassen nicht gelingen will, im Gegenteil, ich verkrampfe mich zusehends. Denn wenn ich mich auf den Augenblick einlasse, begegne ich einer tiefen Angst, dass ich den Boden unter den Füßen verliere, meinen inneren Halt verliere. Ich muss also erst lernen, diese existenzielle Angst aushalten und erleben zu können. Die inneren Anteile, die mit der Angst verbunden sind, müssen erst lernen, dass sie sehr wohl ins „tiefe Wasser“ tauchen können und alles, was sich dann in den unbekannten Tiefen zeigt, aushalten und fühlen können und, ganz wichtig, dass sie diesen Prozess überleben können. Ich möchte vielleicht wirklich alles annehmen, das was jetzt ist und auch die Vergangenheit, zumindest versteht mein Verstand das vom intellektuellen Standpunkt aus, aber mich hindern innere Konflikte mit den Mutter- und Vaterfiguren der früheren Zeit. Ich möchte vielleicht wirklich so gerne alles loslassen und mich endlich besser fühlen, nicht immer was „tun müssen“ und die innere Kontrolle aufgeben, weiß aber noch nicht, wie das gehen soll; weiß noch nicht, wie ich der Angst begegnen kann, das alles gar nicht aushalten zu können. Dann bleibt das Aufwachen nur ein Wunsch, vielleicht für lange.

Und da hilft der praktische Teil in dir: Du kann etwas tun, hurra! Es sind inzwischen viele Methoden und Werkzeuge entwickelt worden, die helfen, die inneren und körperlichen Blockaden zu lösen, die inneren Konflikte zu heilen und dadurch ein Loslassen wirklich ermöglichen. Dieses vollständige Erkennen, Fühlen, Heilen und letztendliche Loslassen von all dem alten Zeugs, Theorien und intellektuellen Konstrukten ist die Voraussetzung zum Aufwachen, sonst tut sich gar nichts.

Also Aufwachen und dann Erleuchtung bedeutet für die meisten Menschen eine Mischung aus einem spirituellen Weg und den unterschiedlichen Methoden westlicher Psychotherapie. Es geht in erster Linie um das eigene Wachstum und ein tiefes Sich-Öffnen und Loslassen, das Voraussetzung für das Aufwachen ist. Persönliches Wachstum mit dem Aufwachen zu verbinden ist sicher das größte Abenteuer des Lebens.

Aufgewacht bin ich in Indonesien, Mitte der Achtziger und befinde mich heute auf Stufe XYZ meines Weges zur Erleuchtung. Entdeckte unendliche Stille und grenzenlose Weite; inneren Frieden und ein Glück, das ich niemals für möglich gehalten hätte. CoReOn als ein spiritueller Weg und eine Energetik-Methode wurde geboren und ist am sich entwickeln. Mein ErleuchtungsProzess erstreckt sich über dreißig Jahren und führte zu einer Zeit, wo ich plötzlich und ohne Absicht einen massiven Durchbruch erreichte. Aber diese Ebene konnte ich nicht halten und kam bewusst wieder eine Stufe „zurück“. Viele mögen da natürlich argumentieren, dass es dann keine wirkliche Erleuchtung war. Ja, bitte schön. Aber mein Zustand war nicht haltbar, nicht mehr lebbar im Physischen, ganz einfach. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man es ein „Zurück“ nennen kann, aber es fühlte sich so an. Dafür kamen und kommen immer noch umfassendere, tiefere Ebenen und Prozesse, neue Erkenntnisse und Zustände, immer noch neue Ebenen von unerlöstem Schmerz usw. Mein Erleuchtungs-Prozess ist on going und ist sicherlich nicht beendet, bis ich meinen letzten Atemzug hier auf Erden gemacht habe. Ausserdem habe ich nie behauptet, eine „Erleuchtete“ zu sein, um Himmels willen. All die Ansprüche die dann meines Weges kämen, nein Danke ?. Wie der große Indische Philosoph und Weise Sri Aurobindo schon sagte, „die Stufe des Nicht-Seins ist erst der Anfang auf dem langen Weg der Erleuchtung und dass es viele Stufen zu erklimmen gibt, im Prozess der Erleuchtung“. Er sprach aber auch immer von „Descension of Spirit into Matter“, dem „Herabsteigen von Geist in die Materie“.

Aufgewacht (oder etwas erleuchtet) zu sein bedeutet aber nicht, dass ich keine Überlebenssorgen habe, mich niemals ärgere (über mich und andere), niemals weine, krank werde, meinen schmerzenden Körper oft ignoriere und müde und erschöpft bin. Das ist doch totaler Unfug. Wir lesen solches Zeugs und glauben und erwarten, dass ein Erleuchteter, eine Erwachte, jetzt in unendlicher Perfektion durchs Leben wandelt. Viele sind davon überzeugt, dass wenn sie „spirituell“ sind, keine Emotionen mehr haben bzw. die dürfen nicht sein, vor allem keine „negativen“. Das ist wirklich eine der größten Illusionsblasen, die wir lernen müssen loszulassen, ansonsten wird es ein unmöglicher Weg, der IMMER in die Irre führt.

Unsere Aufgabe hier im Westen ist es, aufzuwachen im normalen Leben, bewusst und wach zu werden in der Beziehung, in der Familie, in unserer Arbeit, im Leben. Und das ist natürlich viel schwieriger, als in einem Ashram zu leben und Om zu singen, wo mich niemand von außen beeinträchtigt, ärgert und ständig etwas von mir will. Sich für eine Weile aus dem Alltagsleben zurückzuziehen mag eine wichtige Phase auf dem Weg sein, für manche ist sie unumgänglich, für viele aber gar nicht realisierbar oder zumindest schwierig, also müssen wir Wege finden, wie wir eben das „Aufwachen“ und dann „Erleuchtung“ im normalen Leben bewerkstelligen.

Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wieviel Unsinn über das Erleuchtet Sein doch noch immer kursiert, wie das folgende Beispiel zeigt:

Kritik: Eckhart Tolle muss noch Zukunftsangst haben.
„Eckhart Tolle ist einer der wenigen Erleuchteten, der nach seinem Erwachen geheiratet hat. Wenn ich keine Angst mehr vor dem Leben und dessen Unwägbarkeiten habe, wieso heirate ich dann? Bei der Heirat wird eine Objekt-Liebe in ein Vertragsverhältnis übergeführt. Alle Gründe zu Heiraten, haben in letzter Konsequenz mit Angst zu tun.
(Muni hat auf die Frage, warum er geheiratet hat, geantwortet: „Damals war ich noch nicht so bewusst“).
Das wirft ein Licht auf den Grad der Realisierung von Eckhart Tolle ..“

Wow, welche Weisheit da so manchmal verbreitet wird ..
Alleine schon die Idee, dass verheiratet sein „unerleuchtet ist und nur von Angst zeugt“, well, mir bleiben einfach die Worte weg – ja auch dieser Zustand kann manchmal bei mir eintreten .. ?

Meiner Meinung nach hat Eckhart Tolle das einzig Richtige getan in seiner Situation, nur mal so nebenbei erwähnt. Zu heiraten hat ihn wieder geerdet, hat ihm Überleben ermöglicht. Der Mann hat schon gewusst was er tat, da war nichts „unerleuchtetes“ in ihm. Berichten zufolge war er schon fast nicht mehr lebensfähig, als er da so auf der Parkbank „erwachte“ oder „erleuchtete“, also musste was geschehen, das ihm half weiterzuleben, denn das war offensichtlich seine Aufgabe. Er musste mit seiner plötzlichen Berühmtheit zurecht kommen, den Ansprüchen seines Verlages, seiner Leser gerecht werden und ein „normales Leben“ bewältigen. Und wie soll das funktionieren, wenn man schon ganz woanders durch die Gegend schwebt? Es ist das Weibliche, welches ganz schnell dabei hilft. Und warum soll seine Frau nicht auch davon profitieren? (Noch eine Kritik auf jenem Blog).

Zölibatär zu leben ist sehr einseitig. Total angebracht, zu unterschiedlichen Zeiten unseres Lebens und für manche mag es eine Lebensentscheidung sein, die absolut richtig ist. Aber erst in intimen, tiefen Beziehungen finden wir heraus, wo wir WIRKLICH stehen im ErleuchtungsBusiness. Da kommt alles an die Oberfläche, aber auch wirklich alles. Ich sehe die zustimmenden Köpfe nicken .. ?. Sich wirklich einlassen können bedeutet, dass man seinen Emotionalkörper sehr viel heilen muss, aber lassen wir das, es würde wirklich zu umfangreich, darüber jetzt zu schreiben.

Natürlich beeinträchtigt diese Kritik Eckhart Tolles Leben in keinster Weise und ich habe auch nicht das Bedürfnis, ihn zu verteidigen, es ist nur ein gutes Beispiel für all den Unsinn, der da durch das Netz kursiert. Diese Formen von „Kritik“ tragen aber sehr wohl zur allgemeinen Verunsicherung bei und helfen, die stark verschmutzen mentalen Felder noch dunkler zu machen, ganz unter dem Banner von „Information & Kritik“ und das ist gar nicht hilfreich.

Die wirklichen BewusstseinsPioniere sind für mich diejenigen Menschen, die neben all dem Aufwachen und Erleuchtet werden noch ihr Leben meistern, Haushalt führen, Kinder erziehen, arbeiten gehen und ALLES um sich herum in ihren Bewusstseinsprozess miteinbeziehen. Dazu gehört sehr viel Liebe, Geduld mit sich und anderen, ein sich einlassen auf das Leben, verletzbar werden, Hüllen abwerfen und sich nackt zeigen können – so ganz ohne Masken, ganz authent werden. Vor diesen Menschen zieh ich meinen Hut, denen zolle ich meinen Respekt, denn es ist wirklich nicht leicht, das zu erreichen. Und ich habe entdeckt, dass viele dieser Menschen aus EINER Quelle gespeist werden, nämlich aus der unendlichen Liebe aus dem großen Herzen der Göttin. Es ist die Weibliche Gottheit, die jetzt die Hand im Spiel hat, uns unterstützt, führt, unsere Tränen trocknet und, wenn notwendig, uns einen Tritt in den Allerwertesten beschert, wenn wir zu langsam dahin trödeln, oder einfach nur in der ZickenPhase dahin schwelgen .. Dann erscheint SIE manchmal auch in der Form von Renate ? (Kick in den Allerwertesten), um dich ganz schnell wieder auf den Weg zu bringen .. hui, böse Renate, solche unspirituellen Witze aus ihrem unmöglich großen Ego heraus .. LOL, aber ich diene auch, indem ich Projektionsfläche biete ..

Erleuchtung

Laut Daniel S. Barron gibt es drei Hauptstufen der Erleuchtung:
1. Somati: die Praxis der Erleuchtung des Emotionalkörpers
2. Satori: die Praxis der Erleuchtung des Mentalkörpers
3. Samadhi: die Praxis der Erleuchtung des Ätherischen/Chakralen Körpers

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Was im Allgemeinen als Erleuchtung bezeichnet wird, ist die Mentalkörper Erleuchtung. Das ist die Stufe, die vor allem die östlichen Meister erreicht haben und alle spirituellen Texte, sprechen immer über diese Form von Erleuchtung. In seinem Buch „Erherzung“ erklärt Barron das mit einer Genauigkeit, die einfach umwerfend ist. Mit der Klarheit eines Mannes, der Mentalkörper Erleuchtung erfahren hat und dann zu seinem Entsetzen feststellen musste, dass er erst einen Teil des langen Weges erreicht hat. Barron ging den Weg des Zen Buddhismus.

Samuel Sagan, französischer Arzt und Weiser, Begründer der Clairvision School und ISIS Methode räumt dem Emotionalkörper keine eigene Bedeutung bei, da gibts nur den Ätherischen und den Astralkörper. Sagan kommt auch aus der traditionellen Indischen Spiritualität. Auch bei Steiner und Blavatski wird kein eigener Emotionalkörper erwähnt. Da gibts wiederum nur den Ätherischen und den Astralkörper, aber etwas anders definiert. Also sprechen alle immer nur von einer Mentalkörper Erleuchtung.

Es ist nicht möglich, ein Modell zu finden, welches alle Schulen, Methoden und Praktiken verwenden, also dreht man sich im Kreis und letztendlich muss man sich für ein Modell entscheiden. Ich habe von Anfang an mit dem Modell der Feinstofflichen Körper von Barbara Ann Brennan gearbeitet und habe bisher keinen guten Grund gefunden, das zu ändern. Es verdeutlicht und erklärt für mich am besten die individuellen Ebenen der feinstofflichen Körper.

Seit Anfang der Neunziger gibt es auch im Westen spirituelle Lehrer, die selber aufgewacht sind und Menschen darin unterstützen, aufzuwachen. Ich getraue mich zu sagen, dass die große Mehrheit der spirituellen Lehrer in die Kategorie der Aufgewachten fallen, nicht in die Kategorie Erleuchtete. Und es geschieht jetzt immer häufiger, dass Menschen spontan erwachen, es passiert immer schneller und einfacher.

Erleuchtete MeisterInnen sind immer noch eine ganz andere Sache. Aber es gibt sie in jeder Tradition, auch im Westen, keine Frage. Eckhart Tolle, John de Ruiter, Reshad Feild – ein Englischer Sufi Meister, Barry Long, Byron Katie, Gangaji .. wie sie auch alle heissen, sind alles Mentalkörper Erleuchtete. Die meisten von Ihnen „predigen“ immer noch eine Form von „Egoauflösung“. Ein Prozess, welcher viele andere Probleme mit sich bringt, aber mehr darüber in einem anderen Artikel.

Egal ob Erwacht oder Erleuchtet oder Er-Irgendwas, zuerst und zuletzt sind wir hier immer noch Menschen, mit allem was dazu gehört, das sollte man nie aus den Augen verlieren. Eine Spiritualität die auch praktisch anwendbar ist, ohne Schnörkel, ohne dem endlosen mentalen Herumgetue, großen Worten und Konzepten ist mir sehr am Herzen gelegen. Ich mag auch den männlich intellektuellen Teil (ganz echt ?), aber da bleiben einfach so viele für lange Zeit hängen, reden und reden und denken und verwirren sich und kommen einfach nicht weiter, weil das tägliche Leben sie immer wieder einholt.

Es geht schließlich um menschliches Wachstum und das heißt: Wirklich ganz lebendig werden und nicht wie lebende Tote durch die Gegend wandeln.

  • Es bedeutet authentisch und selbstbestimmt zu werden.
  • Es bedeutet dein Leben selbst in die Hand nehmen zu können und deine Fähigkeiten und Talente wirklich zu entwickeln.
  • Es bedeutet NICHT auf Wolke sieben schweben, endlos große Ideale in den Mund zu nehmen, vor allem, wenn man diese Ideale selber nicht (oder kaum) umsetzen kann.
  • Es bedeutet ein Erwachsenes und Bewusstes Selbst zu entwickeln. Aber was heißt das überhaupt?

Eine kurze Definition könnte sein:
Eine aufgewachte, erwachsene Person ist jemand, die materiell, emotional und mental ganz und gar auf eigenen Beinen steht. Das bedeutet, diese Person hat ihren Platz in der Welt gefunden, kann für sich selbst in jeder Hinsicht sorgen, ist innerlich stabil, hat ihre grundlegenden Verhaltensmuster verstanden – die eigenen und die der anderen, hat zu einem gesunden Selbstwert gefunden, kann Grenzen setzen und akzeptieren, ist in ihrer Kraft, kann entscheiden und mit den Konsequenzen umgehen, kann Kompromisse schließen, kann sich tief ausdrücken, kann nahe und intime Beziehungen führen ..

Das Schöne des Weges besteht darin, dass Lebendigkeit und Aufwachen, dass das Leben und die immer tiefere Selbsterkenntnis, dass die innere und die äußere Welt Hand in Hand gehen.

Nachtrag: Einen Tag nach erscheinen dieses Artikels hat Bodo Deletz auf Mystika TV einen interessanten Beitrag zum Thema Erleuchtung veröffentlicht. Synchronizität läuft mal wieder auf Hochtouren ..

 Om Mani Padme Hum ?

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Quellennachweis:

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http://clairvision.org/deutsch/termine-deutschland.html
http://www.bhs-austria.at/methode.html

Literatur:
Lichtarbeit von Barbara Ann Brennan

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